Novo Nordisk Aktie: Medicare-Programm startet 1. Juli

Das neue Medicare Bridge-Programm senkt Eigenkosten für Wegovy drastisch und könnte Novo Nordisk starke Impulse geben.

Die Kernpunkte:
  • Medicare-Programm startet am 1. Juli
  • Starke klinische Studiendaten präsentiert
  • Aktienrückkauf von zwei Milliarden Euro
  • Kurs 31 Prozent unter 52-Wochen-Hoch

Ab morgen ändert sich der US-Markt für Adipositas-Medikamente grundlegend. Das Medicare GLP-1 Bridge-Programm startet am 1. Juli 2026 — und Novo Nordisk dürfte zu den größten Profiteuren zählen.

Millionen neue Patienten ab Juli

Bislang schreckten hohe Eigenkosten viele ältere US-Patienten von Wegovy und ähnlichen Präparaten ab. Das ändert sich jetzt. Über das Bridge-Programm zahlen Medicare-Versicherte künftig rund 50 Dollar monatlich als Eigenanteil — ein Bruchteil des bisherigen Preises.

Analysten erwarten einen deutlichen Anstieg der Neuverschreibungen. Das könnte frühere Sorgen über den US-Preisdruck zumindest teilweise entkräften. Kein Wunder, dass der Kurs in den vergangenen 30 Tagen um fast 12 Prozent gestiegen ist.

Klinische Daten stärken das Profil

Auf den wissenschaftlichen Sitzungen der American Diabetes Association Anfang Juni präsentierte Novo Nordisk starke Studiendaten. Die SELECT-Studie zeigte für Semaglutid 2,4 mg eine Reduktion der Gesamtmortalität um 19 Prozent. Schwere kardiovaskuläre Ereignisse sanken um 20 Prozent.

Die FLOW-Studie lieferte ähnliche Ergebnisse für Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischer Nierenerkrankung: 20 Prozent weniger Gesamtmortalität, 18 Prozent weniger kardiovaskuläre Ereignisse. Orales Semaglutid reduzierte in der SOUL-Studie schwere Herzereignisse um 14 Prozent.

Hinzu kommen Phase-2-Daten für Zenagamtide. Der Wirkstoff — früher als Amycretin bekannt — erzielte nach 36 Wochen einen Gewichtsverlust von bis zu 14,6 Prozent. Die Pipeline reicht also weit über die aktuelle GLP-1-Generation hinaus.

Aktienrückkauf läuft, Bewertung bleibt günstig

Novo Nordisk kauft parallel dazu eigene Aktien zurück. Bis zum 29. Juni hat das Unternehmen im Rahmen seines rund zwei Milliarden Euro schweren Programms mehr als 22 Millionen B-Aktien erworben. Der Anteil eigener Aktien liegt jetzt bei 0,9 Prozent des Grundkapitals.

Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie noch rund 31 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,20 Euro. Auf Jahressicht steht ein Minus von knapp 28 Prozent. Der RSI liegt bei 71,6 — technisch ist das Überverkauft-Territorium verlassen, die Aktie gilt nun als überkauft.

Eine kurzfristige Konsolidierung nach dem schnellen Anstieg wäre aus technischer Sicht nicht überraschend. Entscheidend für die zweite Jahreshälfte bleibt, wie schnell das Bridge-Programm tatsächlich Verschreibungsvolumen aufbaut — die ersten Monatsdaten dürften ab August vorliegen.

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