Novo Nordisk Aktie: NMPA akzeptiert Wegovy-Pillenantrag

Novo Nordisk setzt Rückkäufe fort und erreicht einen wichtigen China-Schritt, während die Deutsche Bank wegen Wachstumssorgen skeptisch bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Über eine Million B-Aktien erworben
  • China akzeptiert Antrag für Wegovy-Pille
  • Deutsche Bank senkt Kursziel deutlich
  • OASIS-5 untersucht niedrigere Erhaltungsdosen

Novo Nordisk treibt sein Aktienrückkaufprogramm unbeirrt voran – trotz der zuletzt schwierigen Marktlage für den dänischen Pharmakonzern. Zwischen dem 17. und 21. August erwarb das Unternehmen 1.045.000 B-Aktien zu Durchschnittspreisen zwischen 292,60 und 299,08 dänischen Kronen, wie Novo Nordisk mitteilte.

Seit dem Start des Programms am 4. Februar summiert sich der Bestand damit auf knapp 29,93 Millionen zurückgekaufte Aktien für insgesamt 8,39 Milliarden Kronen.

Der Rückkauf läuft parallel zu einer Nachricht, die für Anleger langfristig relevanter sein dürfte: Chinas Arzneimittelbehörde NMPA hat den Zulassungsantrag für die orale Wegovy-Pille angenommen. Novo Nordisk erklärte, derzeit keinen Zeitplan für eine mögliche Genehmigung nennen zu können.

Der chinesische Markt gilt als einer der größten potenziellen Wachstumstreiber für Adipositas-Medikamente, entsprechend wichtig ist der formale Fortschritt – auch wenn er zunächst nur eine Prüfung einleitet und keine Zusage bedeutet.

Deutsche Bank sieht Wachstumssorgen

Die Nachricht aus China traf zeitlich mit einer Herabstufung durch die Deutsche Bank zusammen. Die Analysten senkten ihre Einstufung für Novo Nordisk am Donnerstag von „Hold“ auf „Sell“ und reduzierten das Kursziel von 290 auf 265 dänische Kronen.

Als Begründung nannten sie anhaltende Wachstumssorgen. Die gegenläufigen Signale – ein regulatorischer Etappenerfolg in China auf der einen, ein skeptisches Analystenvotum auf der anderen Seite – prägen derzeit das Bild der Aktie.

An der Börse zeigte sich das in einer verhaltenen Reaktion: Der Kurs schloss am Freitag bei 39,41 Euro, ein Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 13 Prozent, was den Abwärtsdruck der vergangenen Wochen unterstreicht.

Studienprogramm und Patentsieg als weitere Bausteine

Neben dem Rückkauf und dem China-Antrag treibt Novo Nordisk sein klinisches Programm weiter voran. Am 12. August startete die Spätphasenstudie OASIS-5, die niedrigere Erhaltungsdosen der Wegovy-Pille an rund 450 Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht an 62 Standorten in den USA und Europa testet.

Zudem präsentierte das Unternehmen auf dem EASL-Kongress neue Sicherheitsdaten zu Semaglutid 2,4 mg, darunter Subgruppenanalysen bei postmenopausalen Frauen und japanischen Patienten aus dem ESSENCE-Programm.

Bereits Anfang August hatte Novo Nordisk vor einem niederländischen Gericht eine einstweilige Verfügung in einem Semaglutid-Patentstreit gegen Ceban erwirkt – ein weiterer Baustein zur Absicherung der eigenen Marktposition gegen Nachahmerprodukte.

Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ und regulatorisch bewegt sich Novo Nordisk auf mehreren Ebenen vorwärts – vom Rückkaufprogramm über den China-Antrag bis zu neuen Studiendaten und einem Patentsieg.

Die Skepsis der Deutschen Bank zeigt jedoch, dass die Wachstumsfrage für den Konzern noch nicht beantwortet ist. Ob der stetige Rückkauf und die China-Perspektive ausreichen, um das negative Analystenvotum zu kontern, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen, wenn aus dem angenommenen Antrag ein konkreter Zulassungsprozess wird.

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