Novo Nordisk Aktie: NPM-139-Implantat mit Phase-1-Start Mitte 2026

Novo Nordisk bewertet ein neuartiges Semaglutid-Implantat von Vivani Medical für die Adipositas-Therapie. Der Deal zeigt den Fokus auf länger wirkende Verabreichungsformen.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation mit Vivani Medical vereinbart
  • Prüfung eines Semaglutid-Implantats
  • Phase-1-Studie für Mitte 2026 geplant
  • Aktienrückkaufprogramm läuft weiter

Novo Nordisk sucht neue Wege im Kampf um den Abnehmmarkt. Der dänische Pharmakonzern hat mit dem kalifornischen Biotech-Unternehmen Vivani Medical eine Vereinbarung geschlossen. Geprüft wird ein Semaglutid-Implantat mit Langzeitwirkung.

Implantat statt Spritze

Die Vereinbarung erlaubt Novo Nordisk, den Wirkstoffträger NPM-139 von Vivani zu bewerten. Das Implantat basiert auf der sogenannten NanoPortal-Plattform und soll Patienten mit chronischem Übergewicht behandeln. Eine Exklusivität für die Technologie oder den Wirkstoffkandidaten sieht der Deal nicht vor.

Vivani plant für Mitte 2026 eine erste klinische Phase-1-Studie am Menschen. Als Vergleichspräparat dient das injizierbare Wegovy. Im Fokus stehen Sicherheit, Verträglichkeit und die Pharmakokinetik des Implantats — Daten, die eine spätere Phase-2-Studie zur Dosisfindung vorbereiten sollen.

Vivani-Chef Adam Mendelsohn wertet die Kooperation als Vertrauensbeweis. Novo Nordisks Interesse zeige, dass die eigene Technologie und der Semaglutid-Ansatz Substanz hätten. Das stärke das Vertrauen in die Marktchancen für die GLP-1-Implantate, die Vivani entwickelt.

Der Reiz des Implantats: Es müsste nur ein- bis zweimal jährlich verabreicht werden. Für Patienten, die tägliche oder wöchentliche Anwendungen scheuen, wäre das ein handfester Vorteil. Zudem ließe sich die Therapie im Bedarfsfall jederzeit stoppen.

Rückkaufprogramm läuft weiter

Parallel zur Pipeline-Erweiterung treibt Novo Nordisk sein Aktienrückkaufprogramm voran. Zwischen dem 29. Juni und 3. Juli 2026 kaufte der Konzern eine weitere Million B-Aktien zurück. Der Gesamtbestand eigener Aktien liegt damit bei rund 40,2 Millionen B-Aktien, etwa 0,9 Prozent des Grundkapitals.

Das Programm läuft noch bis Februar 2027 und hat ein Volumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen. Es dürfte den Kurs in den vergangenen Wochen gestützt haben.

Kurs erholt sich, bleibt aber unter Druck

Die Novo-Nordisk-Aktie schloss am Mittwoch bei 42,77 Euro. Auf Monatssicht steht ein Plus von fast 17 Prozent zu Buche, in den vergangenen sieben Tagen ging es dagegen leicht um 2,86 Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn liegt das Papier noch 4,27 Prozent im Minus, gegenüber dem Vorjahr fehlen sogar 28,09 Prozent.

Vom Rekordhoch bei 61,20 Euro aus dem Juli 2025 trennen die Aktie weiterhin gut 30 Prozent. Vom März-Tief bei 30,25 Euro hat sie sich aber bereits um über 41 Prozent erholt. Der Kurs notiert damit spürbar über dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt, ein RSI von 63,4 signalisiert eine Erholung, die sich der überkauften Zone nähert.

Frühe Phase, langer Weg

Die Kooperation mit Vivani ist ein erster Schritt, kein baldiger Produktstart. Bis ein implantierbares Semaglutid-Präparat Patienten erreicht, dürften Jahre klinischer Entwicklung vergehen. Der Deal zeigt dennoch, wie Novo Nordisk seine Liefertechnologien über Spritzen und die orale Wegovy-Tablette hinaus diversifiziert — während Eli Lillys Tirzepatid-Präparate dem Konzern im Abnehmmarkt zunehmend Marktanteile streitig machen.

Die kommenden Halbjahreszahlen dürften zeigen, ob die kursstützende Wirkung des Rückkaufprogramms mittlerweile auch von einer echten operativen Verbesserung begleitet wird.

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