Novo Nordisk Aktie: Oddo-Abstufung trotz Studiendaten?

CagriSema-Daten und eine FDA-Zulassung treffen auf ein niedrigeres Kursziel, einen offenen Werbestreit und anstehende Neunmonatszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Oddo BHF stuft Novo Nordisk herab
  • Kursziel sinkt von DKK 305 auf 221
  • CagriSema-Auswertung zeigt 25,0 Prozent Gewichtsabnahme
  • US-Gericht verweigert vorläufigen Werbestopp

Positive Produktnachrichten haben die skeptische Einschätzung von Oddo BHF zu Novo Nordisk nicht verhindert. Das Analysehaus stufte den Wert am 20. Oktober herab. Für Anleger entsteht damit kein einheitliches Bild: Fortschritten bei Medikamenten stehen eine kritischere Bewertung und der anhaltende Wettbewerb mit Eli Lilly gegenüber. Die nächsten Geschäftszahlen werden deshalb zum wichtigen Prüfstein.

Oddo BHF senkt Bewertung und Kursziel

Medienberichten zufolge senkte Oddo BHF die Einstufung von Neutral auf Underperform. Zugleich reduzierte Analyst Florent Cespedes das Kursziel von DKK 305 auf DKK 221.

Damit steht den positiven Unternehmensmeldungen eine ausdrücklich vorsichtigere Analystenentscheidung gegenüber. Die Herabstufung ist allerdings von den medizinischen Fortschritten zu trennen: Eine Zulassung oder ein positives Studienergebnis beantwortet noch nicht die Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung. Für Anleger kommt es darauf an, beide Ebenen auseinanderzuhalten.

Novo Nordisk hatte vor gut einer Woche zusätzliche Auswertungen zur Prüfsubstanz CagriSema veröffentlicht. In den nachträglichen Analysen der Studie REDEFINE 1 waren 2.309 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas erfasst.

Die Ergebnisse beziehen sich auf die Annahme einer fortgesetzten Behandlung. Es handelt sich zudem um nachträgliche Auswertungen und nicht um eine Zulassungsentscheidung.

Die durchschnittliche Gewichtsabnahme erreichte nach Unternehmensangaben 25,0 Prozent nach 68 Wochen. In der Placebogruppe waren es 3,0 Prozent. Auch die FDA-Zulassung des einmal wöchentlich anzuwendenden Basalinsulins Awiqli für Kinder ab zehn Jahren mit Typ-2-Diabetes gehört zu den positiven Produktmeldungen.

Rechtsstreit bleibt eine offene Belastung

Im Werbestreit mit Eli Lilly erhielt Novo Nordisk dagegen nicht den beantragten vorläufigen Schutz. US-Bezirksrichter Zahid Quraishi lehnte den Eilantrag gegen die umstrittene Werbung für Medikamente zur Gewichtsabnahme ab. Lilly darf die Anzeigen während des laufenden Verfahrens weiter nutzen.

Das ist von einem abschließenden Urteil zu unterscheiden. Die Entscheidung klärte die Begründetheit der Klage wegen irreführender Werbung nicht. Reuters zufolge sah der Richter zwischen April und Juli zudem höchstens einen vernachlässigbaren Einfluss der Anzeigen auf den Markt.

Für die Einordnung bedeutet das: Der ausgebliebene Werbestopp ist ein Rückschlag für Novo Nordisk, aber keine abschließende juristische Niederlage.

Geschäftszahlen als nächster Prüfstein

Novo Nordisk will am 4. November 2026 die Ergebnisse für die ersten neun Monate des Jahres veröffentlichen.

Dieser Termin verbindet die bislang getrennten Nachrichtenstränge. Produktfortschritte, Wettbewerbsdruck und Analystenskepsis liefern unterschiedliche Signale. Die Geschäftszahlen bieten den nächsten konkreten Maßstab, um die wirtschaftliche Entwicklung neben den medizinischen und juristischen Nachrichten zu beurteilen.

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