Novo Nordisk Aktie: Pipeline liefert vor Kapitalmarkttag

Novo Nordisk erhält eine CHMP-Empfehlung für Sogroya, meldet eine Orbis-Allianz und bringt mit Frehemgo ein Hämophilie-Mittel voran.

Die Kernpunkte:
  • CHMP befürwortet Sogroya für Kinder
  • EU-Entscheidung noch in diesem Jahr
  • Orbis-Allianz für Herz-Kreislauf-Therapien
  • Frehemgo erhält positive Zulassungsempfehlung

Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Kapitalmarkttag am Montag in Kopenhagen zeigt Novo Nordisk, wie breit die eigene Forschungspipeline mittlerweile aufgestellt ist. Innerhalb weniger Tage meldete der Konzern eine neue Kooperation, eine positive EMA-Empfehlung für ein Hämophilie-Mittel und nun eine weitere CHMP-Empfehlung für das Wachstumshormon Sogroya.

Sogroya vor neuer Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat sich für die Zulassung von Sogroya bei Kindern mit sogenannter idiopathischer Kleinwüchsigkeit ausgesprochen — einer Diagnose, die vergeben wird, wenn keine erkennbare medizinische Ursache für den Minderwuchs vorliegt und die weltweit bis zu drei Prozent der Kinder betrifft. Sollte die EU-Kommission zustimmen, wäre Sogroya die erste und einzige zugelassene Wachstumshormontherapie für diese Indikation in Europa.

Die Empfehlung stützt sich auf Daten der REAL8-Studie, in der die wöchentliche Injektion einer täglichen Standardbehandlung ebenbürtig war. Sogroya ist in der EU bereits für Wachstumshormonmangel bei Erwachsenen und Kindern zugelassen; die neue Empfehlung folgt einer früheren CHMP-Zustimmung für Kinder mit Small-for-Gestational-Age-Diagnose und Noonan-Syndrom aus dem Mai. Die finale Entscheidung der EU-Kommission über alle drei Indikationen wird noch in diesem Jahr erwartet.

Zweites Standbein: Herz-Kreislauf-Kooperation und Hämophilie-Empfehlung

Parallel zur Wachstumshormon-Nachricht hat Novo Nordisk eine Kooperation mit Orbis Medicine angekündigt. Ziel ist die Entwicklung oral einzunehmender Therapien gegen kardiometabolische Erkrankungen auf Basis sogenannter Makrozyklen. Novo bringt dafür seine KI-gestützte nGen-Plattform ein und plant zudem eine strategische Beteiligung an Orbis.

Finanziell ist die Allianz für Orbis attraktiv: Vorauszahlungen sowie mögliche Entwicklungs- und Vermarktungsmeilensteine könnten sich auf bis zu 1,4 Milliarden Dollar summieren, hinzu kommen gestaffelte Lizenzzahlungen auf künftige Umsätze.

Ergänzend empfahl der CHMP-Ausschuss auch das Hämophilie-A-Mittel Frehemgo zur Zulassung — Daten aus dem FRONTIER-Studienprogramm zeigten eine stärkere Senkung der jährlichen Blutungsrate als bei bisherigen Therapien.

Drei positive Signale binnen kurzer Zeit — Wachstumshormon, Herz-Kreislauf-Kooperation und Hämophilie-Mittel — zeichnen ein Bild eines Konzerns, der seine Pipeline über das Kerngeschäft mit Abnehm- und Diabetesmedikamenten hinaus verbreitert. Wie das Management diese Breite strategisch einordnet, dürfte sich am Montag beim Kapitalmarkttag in Kopenhagen zeigen, wo neue Perspektiven zu den Gewichtsreduktions- und Diabetesprogrammen erwartet werden.

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