Novo Nordisk Aktie: Reicht die Pipeline?
Die Lizenz umfasst 300 Millionen Dollar vorab und mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 2,3 Milliarden Dollar.

- Hengrui vereinbart weltweite Lizenz außerhalb Ostasiens
- Bis zu 2,3 Milliarden Dollar an Meilensteinen
- 13.000 Stellenabgänge im Konzernumbau
- Novo-Nordisk-Aktie seit Jahresbeginn 24 Prozent niedriger
Novo Nordisk erweitert seine Wirkstoff-Pipeline durch eine internationale Lizenzvereinbarung. Wie Reuters berichtete, sicherte sich das dänische Pharmaunternehmen am Dienstag die weltweiten Rechte am Wirkstoffkandidaten HRS-1596 außerhalb von Festlandchina, Hongkong, Macao und Taiwan. Vertragspartner ist das chinesische Unternehmen Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals.
Für den Zugriff auf das Entwicklungsprogramm zahlt Novo Nordisk eine feste Vorabsumme von $300 Millionen. Je nach Fortschritt bei Entwicklung, Zulassung und Vermarktung kommen weitere Meilensteinzahlungen hinzu. Diese variablen Zahlungen können laut Vereinbarung ein Volumen von bis zu $2,3 Milliarden erreichen.
Mit diesem Schritt stärkt der dänische Konzern seine Pipeline gegen den zunehmenden Druck der Konkurrenz. Neben internen Forschungsprojekten setzt das Management verstärkt auf externe Innovationen, um das künftige Therapieangebot im Bereich der Stoffwechselmedizin breit aufzustellen.
Langfristige Ausbaupläne für das Portfolio
Das Abkommen ist Teil einer umfassenden Wachstumsinitiative. Novo Nordisk plant bis zum Jahr 2030 die Einführung von mehr als fünf Medikamenten mit Multi-Blockbuster-Potenzial. Bis zu diesem Zieljahr soll sich die Zahl der weltweit versorgten Patienten auf über 60 Millionen erhöhen.
Parallel dazu baut Novo Nordisk die weltweiten Produktionskapazitäten für orale GLP-1-Präparate grundlegend aus. Für das Jahr 2035 peilt das Unternehmen mit den Produkten aus der eigenen Pipeline einen Erlös von mehr als DKK 150 Milliarden an.
Neue Adipositas-Präparate und interner Umbau
Auch bei den Therapien der nächsten Generation sind die Weichen gestellt. Laut Reuters ist die Markteinführung des Kombinationspräparats CagriSema für Anfang 2027 geplant. Im Jahr 2028 sollen das Einzelmittel Cagrilintid und eine höher dosierte Version von CagriSema folgen.
Gleichzeitig durchläuft der Konzern eine tiefgreifende interne Restrukturierung. Auf dem Kapitalmarkttag wurde bekannt, dass personelle Einschnitte insgesamt 13.000 Abgänge umfassen. Laut Reuters folgten diese Trennungen auf zunächst 9.000 Entlassungen und weitere 4.000 Abgänge.
Zurückhaltung an den Aktienmärkten
Die operative Neuausrichtung und der Kostendruck hinterlassen am Markt deutliche Spuren. Gestern schloss die Aktie von Novo Nordisk bei 33,32 Euro.
Seit Jahresanfang beläuft sich der Kursverlust auf 24 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt gegenwärtig zehn Prozent.
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