Novo Nordisk Aktie: STEP Young erreicht Studienziel

Novo Nordisk meldet Studienerfolge und setzt auf Aktienrückkäufe, während Patentabläufe, schwächeres Wachstum und Kursverluste belasten.

Die Kernpunkte:
  • Einheitlicher Markenauftritt als Novo geplant
  • Semaglutid-Studie bei Kindern erfolgreich
  • Morgan Stanley stuft Aktie herab
  • Rückkäufe über 9,3 Milliarden Kronen

Gestern kündigte der dänische Pharmakonzern einen umfassenden Markenumbau zum einheitlichen Namen „Novo“ sowie eine Anpassung seiner Unternehmenskultur an. Mit dem überarbeiteten Leitbild will die Unternehmensführung die eigene Wettbewerbsposition schärfen.

Die Neuausrichtung erfolgt unmittelbar vor einer wichtigen Weichenstellung: Am 21. September lädt das Management zu einer Investorenkonferenz nach London, um die langfristige Konzernstrategie zu erläutern.

Studienerfolg stärkt das Semaglutid-Fundament

Auf der klinischen Seite arbeitet das Unternehmen intensiv daran, den Anwendungsbereich seines zentralen Wirkstoffs Semaglutid zu erweitern. Am 7. September meldete der Konzern positive Resultate aus der späten Entwicklungsphase der Studie STEP Young bei adipösen Kindern im Grundschulalter. Dabei erreichten 40,4 Prozent der mit dem Wirkstoff behandelten jungen Teilnehmer eine Reduktion ihres Körpergewichts unter die Adipositas-Schwelle, während in der Kontrollgruppe kein einziger Proband diesen Wert erreichte.

Die Untersuchung erreichte damit ihren primären Endpunkt. Nach Unternehmensangaben traten keine neuen Sicherheitsbedenken bezüglich des Wachstums oder der Entwicklung während der Pubertät auf, womit das Profil den Erfahrungen bei Erwachsenen entspricht. Die vollständigen Studiendaten sollen Mitte November auf der Fachkonferenz ObesityWeek in Washington vorgestellt werden.

Wachsender Druck durch Patentabläufe

Trotz dieser Erfolge in der klinischen Entwicklung blicken einige Analysten zunehmend vorsichtig auf die mittelfristigen Perspektiven. Am vergangenen Freitag senkte Morgan Stanley die Einstufung für das Papier auf „Underweight“. Die Experten begründeten den Schritt mit verhaltenen Wachstumserwartungen und den herannahenden Patentabläufen für das Hauptprodukt.

Semaglutid steuert derzeit rund drei Viertel der Konzernerlöse bei und dominiert damit das operative Geschäft. Morgan Stanley geht davon aus, dass dieser Anteil bis zum Jahr 2031 auf 59 Prozent sinken wird, bevor der Patentschutz in der ersten Hälfte des kommenden Jahrzehnts ausläuft. Für die Jahre bis 2030 prognostizieren die Analysten ein jährliches Wachstum von lediglich vier Prozent.

Dieser absehbare Einschnitt zwingt das Management dazu, neue Geschäftsfelder zu erschließen und die bestehende Produktpalette auszubauen. Entsprechend aufmerksam dürften Investoren beobachten, welche Antworten das Unternehmen in London auf die drohende Patentklippe geben wird.

Milliardenprogramm stützt den Kapitalmarkt

Neben der operativen Ausrichtung stützt der Konzern seine Bewertung über umfangreiche Kapitalmaßnahmen. Gestern veröffentlichte das Unternehmen den aktuellen Stand seines Aktienrückkaufprogramms. Seit Anfang Februar erwarb Novo Nordisk über 33 Millionen eigene B-Aktien für ein Gesamtvolumen von mehr als 9,3 Milliarden dänischen Kronen. Damit hält der Konzern derzeit 1,1 Prozent seines Grundkapitals als eigene Anteile.

Die stetigen Rückkäufe verringern das frei gehandelte Angebot am Markt und stärken den rechnerischen Gewinn je Anteilsschein. Gleichzeitig signalisiert der Vorstand damit Vertrauen in die bilanzielle Stärke des Unternehmens, auch wenn derartige Maßnahmen strukturelle Wachstumsfragen im Kerngeschäft nicht allein lösen können.

An den europäischen Börsen zeigt sich die Aktie von den jüngsten Meldungen kaum beflügelt. Im heutigen Handel verliert das Papier 1,3 Prozent auf 37,23 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit bereits auf 15 Prozent.

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