Novo Nordisk Aktie: Texas-Richterin schmettert ab!
Orales Wegovy erreicht einen hohen US-Marktanteil, während Zacks für 2026 sinkende Umsätze und Gewinne prognostiziert.

- Texas-Richterin lässt Klageabweisung bestehen
- Rund fünf Millionen Wegovy-Verschreibungen in sechs Monaten
- Zacks prognostiziert 14 Prozent weniger Gewinn je Aktie
- HSBC senkt Kursziel auf 280 dänische Kronen
Novo Nordisk hat in einem US-Rechtsstreit einen günstigen Verfahrensentscheid erhalten. Eine Bundesrichterin in Texas lehnte gestern den Antrag der Rezepturapotheke Strive Specialties ab, die Abweisung ihrer Klage gegen Novo Nordisk und Eli Lilly rückgängig zu machen. Damit bleibt die Klage abgewiesen. Für Anleger steht dieser juristischen Entlastung allerdings eine weiterhin vorsichtige Einschätzung der Geschäftsentwicklung gegenüber.
Gericht lehnt erneute Befassung ab
Wie Law360 berichtet, hatte Strive Specialties den beiden Unternehmen vorgeworfen, den Wettbewerb bei GLP-1-Medikamenten zu blockieren. Die Apotheke wollte die bereits erfolgte Abweisung ihrer Klage rückgängig machen lassen. Mit diesem Antrag scheiterte sie vor dem Bundesgericht im westlichen Bezirk von Texas.
Der entscheidende Punkt ist der Verfahrensstand: Die Klage war bereits abgewiesen worden. Die gestrige Entscheidung hält diesen Zustand aufrecht. Sie ist deshalb nicht mit dem Abschluss eines neuen Kartellverfahrens gleichzusetzen. Ebenso bleibt die behauptete Wettbewerbsblockade ein Vorwurf der Klägerin und wird durch den Beschluss nicht zu einer festgestellten Tatsache.
Für die Einordnung der Aktie sind Rechtslage und Geschäftsentwicklung damit getrennt zu betrachten. Der Beschluss betrifft den Versuch einer einzelnen Klägerin, ihren Rechtsstreit wiederzubeleben. Ob Novo Nordisk Umsatz und Gewinn steigern kann, entscheidet sich dagegen an der kommerziellen Entwicklung seiner Medikamente.
Absatzstärke trifft auf sinkende Gewinnerwartungen
Bei oralem Wegovy stehen einer kräftigen Verbreitung vorsichtige Finanzprognosen gegenüber. Nach Angaben von Eric Fry entfielen in den ersten sechs Verkaufsmonaten in den USA rund 5 Millionen Verschreibungen auf das Präparat. Das entsprach etwa 76 Prozent des amerikanischen Marktes für orale Adipositasbehandlungen.
Diese Absatzdaten sprechen für eine starke Position des Produkts in diesem Teilmarkt. Sie belegen aber noch keine entsprechende Verbesserung des Konzernergebnisses. Gerade diese Unterscheidung ist für Anleger wichtig: Eine erfolgreiche Produkteinführung und eine rückläufige Gewinnschätzung können gleichzeitig bestehen.
Zacks erwartet für 2026 einen Umsatzrückgang von etwa 3 Prozent und einen Rückgang des Gewinns je Aktie um 14 Prozent. Das sind Prognosen, keine gemeldeten Jahresergebnisse.
Auch HSBC bleibt zurückhaltend. Das Analysehaus senkte sein Kursziel von 320 auf 280 dänische Kronen und behielt die Halteempfehlung bei.
Die Gerichtsentscheidung ist somit eine positive Nachricht mit klar begrenzter Reichweite. Sie verhindert die Wiederaufnahme dieser Klage. Die skeptischen Gewinnerwartungen widerlegt sie nicht. Für eine weitergehende Neubewertung muss sich der starke Absatz auch in der finanziellen Entwicklung niederschlagen.
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