Novo Nordisk Aktie: Wegovy oral in Großbritannien zugelassen

Novo Nordisk meldet Datendiebstahl aus Studien, während die orale Wegovy-Variante in Großbritannien grünes Licht erhält.

Die Kernpunkte:
  • Unbekannte kopieren Patientendaten
  • Orale Wegovy-Version in UK zugelassen
  • Neue Diabetes-Daten überzeugen
  • Aktie zeigt sich unbeeindruckt

Unbekannte dringen in die IT-Systeme von Novo Nordisk ein. Sie kopieren sensible Daten. Dennoch reagiert die Aktie kaum auf den Vorfall. Der Grund liegt in Großbritannien. Dort erhielt die orale Version des Abnehm-Blockbusters Wegovy gerade die Zulassung. Das stützt den Kurs.

Hacker erbeuten Studiendaten

Der Vorfall ereignete sich am 11. Juni. Angreifer verschafften sich Zugang zu internen Systemen. Sie kopierten pseudonymisierte Patientendaten aus klinischen Studien. Darunter fielen Geburtsjahre, Geschlecht und Gesundheitsdaten.

Zusätzlich erbeuteten die Täter Kontaktdaten von medizinischem Fachpersonal. Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern flossen ab. Novo Nordisk nahm die betroffenen Systeme sofort vom Netz. Das Kerngeschäft läuft nach Angaben des Managements ungestört weiter. Externe Experten untersuchen den Vorfall nun.

Starke Studiendaten stützen

Abseits des Datenlecks liefert die Forschung positive Nachrichten. Auf einem Fachkongress in New Orleans präsentierte das Unternehmen neue Daten zu Zenagamtide. Das Mittel gegen Typ-2-Diabetes überzeugte in der Phase-II-Studie. Blutzucker und Körpergewicht der Probanden sanken signifikant. Im zweiten Halbjahr startet die entscheidende Phase-III-Studie.

Parallel dazu verschärft sich der Konkurrenzkampf bei den Abnehm-Medikamenten. Eli Lilly brachte kürzlich sein Präparat Foundayo auf den Markt. Novo Nordisk kontert mit starken Zahlen. Die orale Wegovy-Variante erzielt in Studien einen Gewichtsverlust von knapp 17 Prozent. Das Konkurrenzprodukt von Eli Lilly kommt auf rund 12 Prozent.

Das schlägt sich in der Nachfrage nieder. Seit dem US-Start schrieben Ärzte bereits über drei Millionen Wegovy-Rezepte aus. Die Folge: ein massiver Absatz. Auch technologisch will der Konzern nachlegen. Am morgigen Dienstag stellt das Management neue KI-Anwendungen zur Beschleunigung der Medikamentenentwicklung vor.

Wichtige Termine im Juli

An der Börse zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Aktie schloss am Freitag bei 38,03 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von gut sechs Prozent auf der Anzeigetafel.

Seit Jahresbeginn verlor das Papier allerdings rund 15 Prozent an Wert. Der Kurs notiert knapp über seinem kurzfristigen Durchschnitt, aber unter der langfristigen Trendlinie. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von rund 54 eine neutrale Position.

Ein wichtiges Datum rückt nun in den Fokus. Am 1. Juli startet in den USA ein neues Medicare-Programm. Es ermöglicht berechtigten Patienten den Zugang zu Abnehm-Medikamenten für eine feste Zuzahlung von 50 US-Dollar. Das dürfte das Volumen weiter antreiben. Investoren achten nun genau darauf, wie sich diese Ausweitung auf die Nettopreise auswirkt.

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