Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Pille ab 1. September in Deutschland

Novo Nordisk bringt Wegovy als Tablette nach Deutschland und erhält eine MASH-Zulassung in China, während Morgan Stanley skeptisch bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Wegovy-Pille in Deutschland gestartet
  • China erlaubt Einsatz gegen MASH
  • Studie zeigt Wirkung bei Kindern
  • Morgan Stanley stuft Aktie herab

Novo Nordisk treibt seine Wachstumsstrategie jenseits des Spritzengeschäfts voran. Zwei Nachrichten aus der vergangenen Woche zeigen, wie der dänische Pharmakonzern sein Geschäft diversifizieren will – über neue Darreichungsformen und neue Indikationen.

Wegovy als Tablette und gegen Lebererkrankung

Am 1. September brachte Novo Nordisk die Wegovy-Pille in Deutschland auf den Markt. Es ist das erste EU-Land, in dem die orale Variante des Abnehmmittels verfügbar ist. Damit reagiert der Konzern auf die wachsende Konkurrenz bei injizierbaren GLP-1-Präparaten und erschließt eine Patientengruppe, die Spritzen scheut.

Kurz darauf folgte eine zweite Erweiterung: Wegovy erhielt in China die Zulassung zur Behandlung der metabolisch assoziierten Steatohepatitis, kurz MASH. Damit ist das Mittel dort das erste Präparat seiner Wirkstoffklasse, das gegen diese Leberkrankheit zugelassen wurde. Für Novo Nordisk öffnet sich damit ein zusätzlicher Absatzmarkt in einem der größten Gesundheitsmärkte der Welt, losgelöst vom klassischen Diabetes- und Adipositasgeschäft.

Auf der Forschungsseite meldete das Unternehmen zudem erste Ergebnisse der Phase-3-Studie STEP Young: Semaglutid erreichte bei Kindern zwischen sechs und unter zwölf Jahren mit Adipositas den primären Endpunkt. Nach 68 Wochen galten unter voller Therapietreue 40,4 Prozent der Teilnehmer nicht mehr als adipös. Das Ergebnis erweitert das Zielfeld des Wirkstoffs auf jüngere Patienten und stützt die langfristige Wachstumsstory des Konzerns.

Diese positiven Meldungen stehen im Schatten der vor Kurzem eingestellten Ziltivekimab-Studien zur Herzinsuffizienz, die den Kurs bereits belastet hatten. Seither hat das Papier weiter nachgegeben und notiert am Freitag bei 37,05 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent auf Tagesbasis. Der Rückgang fällt zeitlich auch mit einer Abstufung von Morgan Stanley zusammen.

Analystenskepsis vor dem Kapitalmarkttag

Morgan Stanley senkte die Einstufung für Novo Nordisk am Freitag von Equal-weight auf Underweight. Als Begründung nannten die Analysten ein nur moderates mittelfristiges Wachstum sowie das Risiko eines Patentverlusts für Semaglutid Anfang der 2030er-Jahre. Laut Reuters fiel die Aktie am selben Tag um 2,4 Prozent.

Die Abstufung kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Am 21. September steht der angekündigte Kapitalmarkttag an, bei dem Novo Nordisk seine strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre erläutern will. Anleger dürften dort auf Antworten pochen, wie der Konzern nach dem Rückschlag bei Ziltivekimab und angesichts der Patentdebatte um Semaglutid sein Wachstum jenseits des aktuellen Kernportfolios absichern will.

Die jüngsten Zulassungserfolge in China und Deutschland liefern dafür erste Bausteine. Ob sie ausreichen, um die skeptische Analystenstimmung zu drehen, dürfte sich frühestens nach dem Kapitalmarkttag zeigen. Bis dahin bleibt die Aktie ein Fall für Anleger, die kurzfristige Volatilität gegen die langfristige Substanz der Produktpipeline abwägen müssen.

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