Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Pille bringt 4 Milliarden Kronen
Citi-Analyst hebt Prognosen für Novo Nordisk an, gestützt auf die starke Nachfrage nach der oralen Wegovy-Version. Die Aktie bleibt trotzdem ein Halte-Kandidat.

- Citi erhöht Kursziel auf 330 Kronen
- Wegovy-Pille treibt Umsatzprognosen
- Quartalszahlen am 5. August erwartet
- Mehrheit der Analysten bleibt skeptisch
Citi erhöht das Kursziel für Novo Nordisk deutlich – und schickt damit ein Signal, das nicht ganz zur sonst kritischen Analystenstimmung passt. Grund ist die überraschend starke Nachfrage nach der oralen Version von Wegovy. Die Aktie schloss am Dienstag bei 43,42 Euro, ein Minus von 0,14 Prozent.
Citi sieht stärkeren Rückenwind für die Pille
Citi-Analyst Graham Parry hebt sein Kursziel von 290 auf 330 dänische Kronen an. Die Einstufung bleibt „Neutral“. Grundlage ist ein aktualisiertes Modell, das die Umsatz- und Betriebsgewinnschätzungen für 2026 um 4 bis 5 Prozent anhebt.
Für die Jahre 2027 bis 2030 erhöht Citi die Gewinnprognosen je Aktie um rund 7 Prozent. Wechselkurseffekte spielen dabei eine Rolle, vor allem aber die guten Wegovy-Trends im zweiten Quartal. Das neue Kursziel basiert nun auf dem 16-fachen des für 2027 erwarteten Gewinns, zuvor waren es 15-fache – ein direkter Ausdruck des Vertrauens in das Pillengeschäft.
Für den bevorstehenden Quartalsbericht rechnet Citi mit einem bereinigten operativen Gewinn von 27,2 Milliarden dänischen Kronen. Das wäre ein Rückgang von 9 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Der Umsatz soll bei 72,7 Milliarden Kronen liegen, ein Minus von 1 Prozent – beide Werte ohne die US-Rabatteffekte aus dem 340B-Programm.
Der Rückgang hat einen klaren Grund: anhaltender Preisdruck im Diabetes- und Adipositas-Geschäft. Die orale Wegovy-Version soll diesen Effekt teilweise auffangen. Citi rechnet mit einem Beitrag von 4 Milliarden Kronen, umgerechnet etwa 630 Millionen Dollar.
Skepsis bleibt trotz der Anhebung
Die höhere Kurszielsetzung ändert wenig an Citis grundsätzlicher Zurückhaltung. Die Neutral-Einstufung bleibt bestehen, das Signal an den Markt fällt entsprechend gedämpft aus.
Das größere Bild zeigt: Die Skepsis unter Wall-Street-Analysten sitzt tief. Von 26 Analysten stufen 18 die Aktie neutral oder als Verkauf ein. Damit bleibt Novo Nordisk trotz positiver Einzelsignale in der Mehrheitsmeinung ein Halte-Kandidat.
Deutsche Bank zog kurz zuvor mit einer eigenen Einschätzung nach. Analyst Emmanuel Papadakis bestätigte die Hold-Einstufung und setzte ein Kursziel von 290 dänischen Kronen – deutlich unter Citis neuem Wert. Papadakis fährt damit seit Monaten einen konsequent vorsichtigen Kurs.
Quartalszahlen am 5. August
Der nächste konkrete Termin für Anleger steht fest: Am 5. August 2026 legt Novo Nordisk die Quartalszahlen vor. Das Management dürfte dann neue Details zum internationalen Rollout der Wegovy-Pille liefern, jenseits der bisherigen Startmärkte.
Ein Meilenstein ist bereits gesetzt: Mitte Juli erhielt die Pille als erster oraler GLP-1-Rezeptoragonist die EU-weite Zulassung zur Gewichtsreduktion. Dieser Schritt speist die optimistischeren Umsatzannahmen der Analysten für das Adipositas-Geschäft. Das Diabetes-Geschäft leidet indes weiter unter Preisdruck.
Die Aktie notiert derzeit rund 8 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 40,17 Euro, bleibt aber etwa 29 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 60,95 Euro aus dem Juli 2025. Der Bericht vom 5. August wird zeigen, ob die verbesserte Wegovy-Dynamik den Preisdruck im Kerngeschäft tatsächlich ausgleichen kann – oder ob die Skepsis der Mehrheit der Analysten berechtigt bleibt.
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