Novo Nordisk Aktie: Wegovy-Pille erreicht fünf Millionen Rezepte
Novo Nordisk verzeichnet starke Nachfrage nach oralem Wegovy, während Analysten uneins bleiben. Patentsieg in den Niederlanden und Aktienrückkauf stützen den Kurs.

- Wegovy-Pille übertrifft Fünf-Millionen-Rezepte-Marke
- Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen für Novo
- Gericht stoppt Semaglutid-Nasenspray-Konkurrenz
- Novo beendet Monlunabant-Entwicklung, Rückkauf läuft
Fünf Millionen Rezepte seit dem Marktstart: Die Wegovy-Pille von Novo Nordisk hat in den USA einen bemerkenswerten Meilenstein erreicht. Der dänische Pharmakonzern teilte am Donnerstag mit, das orale Abnehmpräparat habe in der Woche zum 17. Juli mehr als 265.000 Wochenverschreibungen erzielt und sei gemessen an neuen Patientenstarts weiterhin Marktführer unter den verschreibungspflichtigen Adipositas-Mitteln in den USA. Auch außerhalb der Vereinigten Staaten laufe die Einführung ermutigend an, ergänzt um den Roll-out der höher dosierten Variante Wegovy HD mit 7,2 Milligramm.
Die Nachricht fällt in eine Phase, in der sich das Stimmungsbild bei Novo Nordisk nur allmählich aufhellt. Nach der Anhebung der Jahresprognose am vergangenen Dienstag hatten enttäuschende Studienergebnisse am vergangenen Donnerstag zunächst für neue Verunsicherung gesorgt, ehe sich die Aktie in der Folge wieder fing.
Am Freitag schloss das Papier bei 40,99 Euro, ein Plus von 2,69 Prozent auf Tagesbasis. Zum bisherigen Jahreshoch von 54,86 Euro fehlen der Aktie damit weiterhin 25,27 Prozent – ein Abstand, der zeigt, wie tief der Kursrückgang der vergangenen Monate war und wie viel Vertrauen der Titel erst zurückgewinnen muss. Anleger bleiben damit zwischen operativen Fortschritten bei Wegovy und Rückschlägen im Studienprogramm hin- und hergerissen.
Citi kappt Kursziel, BMO sieht mehr Potenzial
Unter Analysten zeigt sich derzeit ein gespaltenes Bild. Citi senkte das Kursziel für Novo Nordisk heute auf 310 dänische Kronen von zuvor 330. BMO Capital hatte sein Ziel wenige Tage zuvor dagegen auf 47 US-Dollar angehoben und die Einstufung „Market Perform“ bestätigt. Mehrere weitere große Häuser bekräftigten in den Tagen nach den Quartalszahlen überwiegend neutrale Einschätzungen – ein Hinweis darauf, dass der breite Markt trotz angehobener Prognose noch keine klare Richtung für die Aktie sieht.
Patentsieg in den Niederlanden
Auf der juristischen Ebene kann Novo Nordisk einen Erfolg verbuchen. Ein Bezirksgericht in den Niederlanden erließ am Mittwoch eine einstweilige Verfügung gegen die Apotheke Ceban Ziekenhuisfarmacie, die ein compoundiertes Semaglutid-Nasenspray vertrieben hatte. Nach Angaben von Reuters stellte das Gericht eine Verletzung des ergänzenden Schutzzertifikats von Novo Nordisk für Semaglutid fest und verpflichtete Ceban, die Produktlistungen zu entfernen, Informationen zur Lieferkette offenzulegen und die Rechtskosten des Konzerns zu übernehmen. Der Fall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen ein, mit denen der Konzern gegen Nachahmerprodukte auf Basis seines Wirkstoffs vorgeht.
Pipeline wird gestrafft, Rückkauf läuft weiter
Parallel zu den Fortschritten bei Wegovy trennt sich Novo Nordisk von schwächeren Pipeline-Projekten. Der Konzern stellte die Entwicklung des Wirkstoffs Monlunabant aus Portfolio-Erwägungen ein, nachdem bereits das Kardiovaskulär-Präparat Ziltivekimab in der ZEUS-Studie sein primäres Ziel verfehlt hatte. Die beiden weiteren laufenden Herz-Kreislauf-Studien HERMES und ARTEMIS zu Ziltivekimab sollen dagegen fortgesetzt werden, ihre Ergebnisse werden für die erste Hälfte 2027 erwartet.
Unbeeindruckt von den Rückschlägen im Studienprogramm setzt Novo Nordisk seinen Aktienrückkauf fort. Der Konzern hat seit Anlaufen des Programms bereits rund 27,1 Millionen B-Aktien erworben und hält damit mittlerweile knapp 1,0 Prozent des Grundkapitals als eigene Aktien. Das Gesamtprogramm ist auf bis zu 15 Milliarden dänische Kronen über zwölf Monate angelegt und signalisiert, dass das Management trotz der volatilen Kursentwicklung an der langfristigen Bewertung des Unternehmens festhält.
Im Wettbewerbsvergleich fällt die Diskrepanz zum Rivalen ins Auge: Auch Eli Lilly übertraf in der gleichen Woche mit eigenen Quartalszahlen die Erwartungen und hob die Jahresprognose an. Während Anleger die Lilly-Zahlen honorierten, reagierten sie auf die Novo-Nordisk-Zahlen deutlich verhaltener – ein Zeichen dafür, dass der Markt dem Konkurrenten aus Indianapolis im GLP-1-Geschäft derzeit mehr zutraut als dem dänischen Platzhirsch.
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