Nu Holdings Aktie: Bank of America senkt auf Underperform
Trotz Rekordumsatz und Kundenwachstum belasten Margendruck und Führungswechsel die Aktie von Nu Holdings.

- Analysten stufen Aktie herab
- Finanzchef verlässt das Unternehmen
- Operative Marge bricht ein
- Expansion in Mexiko und USA
135 Millionen Kunden und Rekordumsätze reichen an der Wall Street aktuell nicht aus. Bei Nu Holdings klaffen operative Erfolge und die Stimmung der Analysten drastisch auseinander. Ein überraschender Wechsel an der Finanzspitze sorgt für massive Verunsicherung. Die Folge: Die Aktie rutscht in Richtung ihres Jahrestiefs.
Margendruck und Führungswechsel
Bank of America und Susquehanna zogen in dieser Woche nacheinander die Reißleine. Susquehanna stufte das Papier auf „Neutral“ ab. Analyst James Friedman kürzte das Kursziel von 18 auf 13 US-Dollar. Bank of America senkte das Rating sogar auf „Underperform“ und sieht den fairen Wert bei nur noch 10 US-Dollar.
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Den Experten fehlt die Sichtbarkeit. Ein zentraler Auslöser ist der Abgang des bisherigen Finanzchefs. Sein Nachfolger Rob Livingston übernimmt in einer kritischen Phase. Nu Holdings weitet das Kreditkartengeschäft in Brasilien aus und expandiert in Mexiko. Das kostet Geld. Im ersten Quartal brach die operative Marge um 760 Basispunkte auf 19,2 Prozent ein.
Rekordumsatz trifft auf Gewinndelle
Trotz der Skepsis wächst die Neobank rasant weiter. Im ersten Quartal stieg der Umsatz erstmals über die Marke von fünf Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn erreichte beachtliche 871 Millionen US-Dollar. Parallel dazu wuchs das Kreditportfolio im Jahresvergleich um satte 40 Prozent.
Allerdings verfehlte das Ergebnis je Aktie die Erwartungen der Wall Street. Mit 0,18 US-Dollar lag der Wert knapp unter der Prognose. Hinzu kommt ein schwierigeres Marktumfeld im brasilianischen Kreditgeschäft. Das bremste zuletzt auch andere lokale Finanzwerte wie Banco Bradesco aus.
US-Expansion und tiefer Fall
Im Hintergrund treibt das Management die globale Expansion voran. Das Unternehmen hat kürzlich die bedingte Genehmigung für eine nationale Banklizenz in den USA erhalten. Nach der finalen Freigabe plant Nu Holdings dort Einlagenkonten und Kreditkarten anzubieten.
An der Börse dominiert derweil die Angst. Der Schlusskurs am Mittwoch lag bei 10,09 Euro. Damit verlor das Papier innerhalb eines Monats rund 17 Prozent an Wert. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie beträgt mittlerweile deutliche 21 Prozent.
Die kommenden Monate erfordern eine fehlerfreie Ausführung. Das Management muss beweisen, dass die teure Expansion in Mexiko und den USA mittelfristig die Margen wieder stabilisiert. Gelingt es dem neuen Finanzchef nicht, die Kosten zügig einzufangen, drohen weitere Kursverluste in Richtung des jüngsten 52-Wochen-Tiefs bei 9,66 Euro.
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