Nvidia: $700-Milliarden-Capex-Welle der Hyperscaler

Nvidia hat eine monatelange Seitwärtsbewegung beendet. Die Aktie schloss am Freitag bei 177,66 Euro und damit knapp unter ihrem Allzeithoch. Auslöser für den jüngsten Kurssprung war ausgerechnet ein Konkurrent. Nun richtet sich der Blick auf die Bilanzen der größten Kunden.

Intel liefert die Steilvorlage

Der Chipbauer Intel meldete am späten Donnerstag überraschend starke Quartalszahlen. Der Umsatz mit Rechenzentrums-Chips wuchs im Jahresvergleich um 22 Prozent. Die Intel-Aktie verzeichnete daraufhin den stärksten Handelstag seit dem Jahr 1987.

Für Nvidia ist das ein starkes Signal. Die beiden Unternehmen bedienen unterschiedliche Bereiche in den Rechenzentren. Intel liefert die Hauptprozessoren, Nvidia die Grafikchips für KI-Anwendungen. Investiert ein Kunde aggressiv in Intel-Hardware, kauft er fast immer auch Nvidia-Chips. Der Markt wertet die Intel-Zahlen daher als Bestätigung für eine anhaltend hohe KI-Nachfrage.

Milliarden-Budgets im Fokus

In der kommenden Woche legen Meta, Microsoft, Alphabet und Amazon ihre Bilanzen vor. Diese vier Tech-Giganten planen für 2026 gemeinsame Investitionen von fast 700 Milliarden US-Dollar. Jede Anpassung dieser Budgets wird die Stimmung rund um Nvidia direkt beeinflussen.

Besonders die Cloud-Sparte von Microsoft steht unter Beobachtung. Investoren suchen nach Beweisen, dass das Wachstum im Azure-Geschäft die massiven Infrastruktur-Ausgaben rechtfertigt. Auch Metas Investitionsplan von bis zu 135 Milliarden US-Dollar zeigt den enormen Kapitalbedarf für neue KI-Modelle.

Eigene Zahlen und alte Risiken

Am 20. Mai 2026 muss Nvidia selbst liefern. Das Management peilt für das erste Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 78 Milliarden US-Dollar an. Analysten erwarten einen reibungslosen Verkaufsstart der neuen Blackwell-Chips sowie eine anhaltend hohe Nachfrage nach der älteren Hopper-Generation.

Ein strukturelles Problem bleibt das China-Geschäft. Nvidia hat sämtliche Einnahmen aus chinesischen Rechenzentren aus seiner Prognose gestrichen. Im Vorjahr brachte diese Region noch 17,1 Milliarden US-Dollar ein.

Parallel dazu beschäftigt ein alter Rechtsstreit die Gerichte. Eine Sammelklage wirft dem Management vor, die Abhängigkeit vom Krypto-Markt im Jahr 2018 verschleiert zu haben. Der Fall liegt derzeit beim Berufungsgericht in San Francisco.

Auf Jahressicht verbucht die Nvidia-Aktie ein Plus von rund 90 Prozent. Die kommenden Tage liefern den nächsten harten Faktencheck für diese Bewertung. Kürzen die großen Cloud-Anbieter ihre Budgets, droht Nvidias Umsatzprognose für Mai ins Wanken zu geraten. Bestätigen sie ihre Investitionen, bleibt das fundamentale Fundament des jüngsten Ausbruchs intakt.

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