Nvidia Aktie: 1 Milliarde Dollar für NAVER-Infrastruktur

Nvidia investiert eine Milliarde Dollar in Südkoreas KI-Infrastruktur und startet die Blackwell-Produktion in Texas.

Die Kernpunkte:
  • Milliarden-Investment in NAVER Corp.
  • Neue Fabrik in Texas eröffnet
  • Blackwell-Anteil steigt auf 71 Prozent
  • Rubin-Plattform verzögert sich leicht

Nvidia schließt die Handelswoche mit einem Plus von 2,70 Prozent ab, trotz eines leichten Rücksetzers am Freitag von 0,80 Prozent. Der Grund für die relative Stärke: gleich zwei strategische Vorstöße, die zeigen, wie der Chipkonzern seine globale Position absichert. Ein Milliarden-Deal in Südkorea und der Start einer neuen US-Fabrik in Texas.

Eine Milliarde Dollar für Südkoreas KI-Infrastruktur

Nvidia investiert direkt eine Milliarde Dollar in NAVER Corp. Der Deal ist Teil eines größeren Plans: Zusammen mit NAVER und Brookfield will Nvidia Südkoreas nationale KI-Infrastruktur ausbauen. Das Konzept heißt „Sovereign AI“ – lokale KI-Clouds, die unabhängig von globalen Hyperscalern arbeiten.

Konkret soll das Rechenzentrum GAK Sejong von aktuell 55 Megawatt auf 200 Megawatt Kapazität wachsen. Die Anlage nutzt Nvidias DSX-Plattform und setzt sowohl auf die aktuelle Blackwell-Architektur als auch auf die kommende Vera-Rubin-Generation. Brookfield hat sich in einer nicht bindenden Vereinbarung bereit erklärt, bis zu neun Milliarden Dollar an Finanzierung beizusteuern.

Das Ausbauziel für Sejong ist auf 2028 datiert. Institutionelle Investoren wie Brookfield honorieren damit früh das Konzept lokaler, souveräner KI-Infrastruktur.

Texas-Werk startet Blackwell-Serienproduktion

Parallel zum Asien-Geschäft stärkt Nvidia die eigene Lieferkette in den USA. Fertigungspartner Wistron hat diese Woche eine neue Fabrik in Fort Worth, Texas, eröffnet. Die Investitionssumme: 700 Millionen Dollar.

Die Anlage ist der erste US-Standort für die Serienproduktion des GB300 Grace Blackwell Ultra Superchips. Amerikanische Kunden sollen dadurch deutlich kürzere Lieferzeiten bekommen. Die Fabrik ist zudem bereits für die Montage der nächsten Chip-Generation Vera Rubin vorbereitet.

Nvidia-Chef Jensen Huang nannte den Schritt einen zentralen Baustein des „größten Infrastrukturaufbaus der Geschichte“. Er betonte den Trend zum Onshoring in der Hightech-Fertigung.

Blackwell dominiert, Rubin verzögert sich leicht

Aktuelle Branchendaten deuten auf eine Verschiebung im Produktmix für den Rest des Jahres 2026 hin. Die Blackwell-Serie soll ihren Anteil an den High-End-GPU-Auslieferungen auf rund 71 Prozent steigern – ein deutlicher Sprung von den zuvor geschätzten 61 Prozent. Treiber ist die starke Nachfrage nach integrierten Rack-Lösungen wie dem GB300.

Im Gegenzug verzögert sich die Rubin-Plattform leicht. Analysten nennen Probleme bei der Validierung des HBM4-Speichers und den technischen Umstieg auf neue Netzwerk-Interconnects als Gründe. Rubins Anteil für das laufende Geschäftsjahr wurde von 29 auf 22 Prozent nach unten korrigiert.

Trotz dieser Verschiebung bleibt das Gesamtbild robust. Lieferverpflichtungen im Umfang von 119 Milliarden Dollar stützen weiterhin die Umsatzprognose des Konzerns.

Charttechnik: Erholung ohne Übertreibung

Der Kurs schloss am Freitag bei 182,00 Euro – ein Abstand von gut zehn Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 13,55 Prozent zu Buche. Die Aktie notiert knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 180,82 Euro, während der RSI mit 52,6 ein neutrales Momentum ohne Überhitzung anzeigt.

Die nächste wichtige Wegmarke liefern die Quartalszahlen Ende August. Investoren erwarten dort Updates zum Fortschritt des Sovereign-AI-Geschäfts in Südkorea und zum Hochlauf der Blackwell-Produktion in Texas.

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