Nvidia Aktie: 11,23 Prozent in einer Woche

Nvidia verzeichnet dank SpaceX-Partnerschaft und Milliardeninvestitionen der Hyperscaler den größten Wochengewinn der Firmengeschichte.

Die Kernpunkte:
  • Rekordplus von 11,23 Prozent
  • SpaceX setzt auf Vera-Rubin-Chips
  • Cloud-Riesen investieren Milliarden in KI-Infrastruktur
  • Speichermangel könnte Margen belasten

Es gibt Wochen, in denen eine Aktie einfach nur steigt. Und es gibt Wochen, in denen sich der Blick auf ein ganzes Unternehmen verschiebt. Bei Nvidia war diese Woche Letzteres: Der Chiphersteller hat sich vom Zulieferer zum architektonischen Standard für die ambitioniertesten Infrastrukturprojekte der Gegenwart entwickelt — und zwar buchstäblich bis in die Erdumlaufbahn.

Am Freitag schloss die Aktie bei 193,68 Euro, nach einem Tagesplus von 2,03 Prozent. Der eigentliche Treiber liegt aber nicht im Tagesgeschäft. Innerhalb von sieben Handelstagen kletterte der Kurs um 11,23 Prozent. Berichten zufolge der größte wöchentliche Wertzuwachs der Firmengeschichte, umgerechnet rund 562 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Nvidia bringt es damit auf einen Börsenwert von 4.588,78 Milliarden Euro und liegt nur noch 4,36 Prozent unter seinem Rekordhoch von Mai.

Musk gibt den Ausschlag

Der Auslöser dieser Rally hat einen Namen: Elon Musk. SpaceX kündigte an, künftig ausschließlich auf Nvidias neue „Vera Rubin“-Architektur zu setzen — für Rechenzentren auf der Erde und im All. Das ist mehr als eine gewöhnliche Bestellung. Es ist ein Bekenntnis zu einem einzigen Ökosystem, in einem Markt, in dem viele Kunden eigentlich versuchen, sich mit eigenen Chips unabhängig zu machen.

Konkret manifestiert sich die Partnerschaft im Projekt „Starmind AI1“: eine Satellitenkonstellation, die KI-Rechenlast im Orbit verarbeiten soll. Vera-CPUs und Rubin-GPUs bilden dabei das Rückgrat. SpaceX wettet damit darauf, dass kein anderer Anbieter die extremen Anforderungen von Weltraum-Computing derzeit stemmen kann.

Genau das ist der Punkt, der Kritiker bislang skeptisch stimmte. Große Kunden wie Amazon oder Google bauen seit Jahren an eigenen Chips, um sich von Nvidia zu lösen. Die Exklusivität von SpaceX sendet ein anderes Signal: Bei den anspruchsvollsten Anwendungen bleibt Nvidias Architektur offenbar konkurrenzlos.

Die Hyperscaler pumpen weiter Geld ins System

Der zweite Baustein der Rally kommt von den großen Cloud-Anbietern. Alphabet plant für 2026 Investitionsausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden Dollar. Amazon peilt sogar 220 Milliarden Dollar an. Ein Großteil dieser Summen fließt in genau jene Infrastruktur, die Nvidia liefert.

Parallel dazu zeigte Nvidia mit dem Start von „Alpamayo 2 Super“ am 4. August, dass der Konzern nicht nur Hardware liefert, sondern auch bei Software vorne mithält. Das für Robotaxis entwickelte Modell soll in wichtigen Benchmarks sowohl Googles Gemini 2.5 Pro als auch GPT-4o übertroffen haben. Diese vertikale Integration — Chips und passende Modelle aus einer Hand — nährt den Optimismus hinter dem Analysten-Konsenskursziel von 261,99 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von 35,3 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss entspräche.

Speicherengpass als Risiko

So glatt die Geschichte klingt, ganz ohne Reibung läuft sie nicht. Die Branche kämpft mit einem massiven Mangel an High Bandwidth Memory, kurz HBM. Berichten zufolge könnte Nvidia gezwungen sein, den kommenden „Rubin Ultra“ auf eine Art Diät zu setzen und den HBM4E-Speicherstapel zu reduzieren, um höhere Stückzahlen und schnellere Lieferzeiten zu sichern.

Für manche Investoren ist das ein Warnsignal für die Marge. Der Markt sieht es diese Woche offenbar anders. Kunden priorisieren Liefergeschwindigkeit vor maximaler Spezifikation — ein Kalkül, das angesichts der Nachfrage nach Rechenkapazität nachvollziehbar wirkt.

Bleibt die Frage, wie lange sich dieses Kalkül aufrechterhalten lässt, wenn der Speicherengpass anhält und Wettbewerber an vergleichbaren Architekturen arbeiten. Der RSI von 63,5 zeigt: Die Aktie nähert sich überkauftem Terrain, ist aber noch nicht dort angekommen. Getragen wird die Bewegung von einer simplen Realität — für die größten Tech-Konzerne der Welt gibt es aktuell keine ernsthafte Alternative zu Nvidias Roadmap.

Am 26. August steht der nächste Quartalsbericht an. Dann zeigt sich, ob sich die architektonische Dominanz auch in Zahlen niederschlägt, die der Markt inzwischen fast schon routinemäßig erwartet.

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