Nvidia Aktie: 1,4 Prozent Minus trotz 81,6 Milliarden
Nvidia übertrifft mit Rekordumsatz und Milliarden-Rückkauf die Erwartungen, doch der Aktienkurs fällt. Analysten bleiben optimistisch.

- Umsatzsprung auf 81,6 Milliarden Dollar
- Aktienrückkauf über 80 Milliarden Dollar
- Dividende von 0,01 auf 0,25 Dollar erhöht
- Analysten sehen Kurspotenzial bis 500 Dollar
Rekordquartal, Milliarden-Rückkauf, Dividendensprung — und die Aktie gibt trotzdem nach. Nvidia lieferte für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 Zahlen, die kaum besser hätten sein können. Der Markt zuckte mit den Schultern.
Am Freitag schloss die Aktie bei 181,40 Euro, ein Minus von rund 1,4 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht verlor sie knapp 2,2 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 201,05 Euro ist der Kurs damit fast zehn Prozent entfernt.
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Das Paradox nach den Zahlen
Nvidia meldete am 20. Mai einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft allein wuchs um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden Dollar. Der Konzern kündigte ein Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar an. Die Quartalsdividende springt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie.
Kein Wunder, dass Analysten von einem „Flat-Reaction Paradox“ sprechen. Die Erwartungen waren schlicht so hoch, dass selbst Rekordergebnisse keinen Kursschub auslösten. Steigende Anleiherenditen drückten zusätzlich auf die Bewertung wachstumsstarker Technologieaktien.
Analysten bleiben optimistisch
Die Analystengemeinde lässt sich von der Kursschwäche nicht beirren. Das Konsensrating lautet klar „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt zwischen 305 und 308 Dollar. Nach den Quartalszahlen hoben mehrere Häuser ihre Ziele an:
- Jefferies auf 300 Dollar
- UBS auf 280 Dollar
- JPMorgan auf 280 Dollar
- CICC Research auf 268,30 Dollar
- Baird auf 500 Dollar (21. Mai 2026)
Trotz des jüngsten Rücksetzers liegt die Aktie auf Jahressicht gut 49 Prozent im Plus. Der RSI von 36,4 deutet auf eine überverkaufte Lage hin — technisch ein Bereich, der Käufer anziehen kann.
Wettbewerb als langfristiger Unsicherheitsfaktor
Die Dominanz hat ihren Preis. Große Hyperscaler wie Google, Meta und Microsoft arbeiten an eigenen KI-Chips, um ihre Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. AMD und Intel holen im KI-Chip-Markt auf — langsam, aber stetig.
Nvidia reagiert mit Produktinnovation. Der kommende Chip „Vera Rubin“ soll bei KI-Aufgaben neue Maßstäbe setzen. Intern strukturiert der Konzern seine Berichterstattung um: Künftig stehen zwei Plattformen im Mittelpunkt — Rechenzentrum und Edge Computing. Das soll die tatsächlichen Wachstumstreiber klarer abbilden. Ob das die Bewertungsdiskussion beruhigt, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen — dann dürfte der Markt erneut abrechnen.
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