Nvidia Aktie: 140-Megawatt-Fabrik mit SoftBank und Sony

Nvidia trotzt dem schwachen Börsenumfeld mit einem Großauftrag für eine KI-Fabrik in Japan und treibt den Rubin-Chip-Zyklus voran.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation für japanische KI-Fabrik
  • Rekordverdächtiges Aktienrückkaufprogramm
  • Rubin-Chips in Massenproduktion
  • Umsatzwachstum von über 85 Prozent

Während der Nvidia-Kurs eine schwache Woche hinter sich bringt, baut das Unternehmen in Japan ein neues Machtzentrum für Künstliche Intelligenz. Die Aktie schloss am Freitag bei 177,46 Euro, ein Wochenverlust von 3,97 Prozent. Parallel dazu meldet Nvidia einen der größten Infrastrukturdeals seiner Firmengeschichte in Asien.

Der Kontrast könnte kaum größer sein. Der Halbleitersektor steckt in einer breiten Bewertungskorrektur, doch Nvidias operatives Geschäft expandiert unvermindert weiter.

Ein „AI Factory“-Pakt mit japanischen Schwergewichten

Am 16. Juli 2026 gab Nvidia eine Partnerschaft mit Noetra Corp. bekannt. Hinter dem Konsortium stehen SoftBank, Sony, NEC und Honda. Gemeinsam bauen sie eine 140-Megawatt-KI-Fabrik.

Die Anlage soll mit 27.500 Rubin-GPUs und 13.750 Vera-CPUs ausgestattet werden. Sie bildet das Rechenzentrum für das staatlich geförderte FRONTia-Projekt. Ziel ist die Entwicklung multimodaler KI-Modelle für Robotik und Industrieautomation. CEO Jensen Huang bezeichnet das Vorhaben als Grundstein für das, was er die „nächste industrielle Revolution“ nennt. Japan positioniert sich damit als zentraler Standort für physische KI-Anwendungen.

Kapitalrückführung auf Rekordniveau

Nvidia stützt seine Bewertung mit einem der größten Rückkaufprogramme der Tech-Branche. Im Mai 2026 genehmigte der Vorstand zusätzliche 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe. Zusammen mit bestehenden Ermächtigungen steigt das Gesamtvolumen auf rund 118 Milliarden Dollar.

Zusätzlich hob Nvidia die Quartalsdividende in diesem Jahr auf 0,25 Dollar je Aktie an. Die Basis dafür liefert ein außergewöhnliches Umsatzwachstum: Im zuletzt berichteten Quartal (Fiskaljahr 2027, Q1) erzielte das Unternehmen 81,61 Milliarden Dollar Umsatz. Das entspricht einem Plus von 85,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein wachsender Anteil dieses Wachstums stammt aus dem Bereich „physische KI“. Dieses Segment brachte im Fiskaljahr 2026 rund 6 Milliarden Dollar ein, getragen von Fortschritten in Mobilitätsnetzwerken und Robotik.

Blackwell Ultra läuft, Vera Rubin zieht an

Nvidias Hardware-Zyklus beschleunigt sich spürbar. Die Blackwell Ultra B300 Chips mit 288 Gigabyte HBM3e-Speicher laufen seit Januar 2026 in Serie und sind bereits bei großen Cloud-Anbietern im Einsatz.

Auch die nächste Plattform „Vera Rubin“ kommt schneller voran als ursprünglich erwartet. Nach dem offiziellen Start Anfang 2026 ging sie im Mai in die Vollproduktion. Bei seinem Besuch in Tokio bestätigte Jensen Huang diese Woche, dass die Massenfertigung ohne Störungen läuft. Die ersten größeren Lieferungen von Rubin-basierten Racks erwartet er für die zweite Jahreshälfte 2026.

Kurschance zwischen Rekordhoch und Korrektur

Der jüngste Rückgang spiegelt eine breitere Neubewertung im Halbleitersektor wider. Apple und Nvidia tauschten zuletzt mehrfach den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt, beide Konzerne bewegen sich nahe der 4,9-Billionen-Dollar-Marke.

Trotz des Wochenminus steht Nvidia seit Jahresbeginn mit 10,72 Prozent im Plus. Der aktuelle Kurs liegt 12,37 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das die Aktie Mitte Mai erreichte. Anleger wägen kurzfristige Sektormüdigkeit gegen die langfristige Nachfrage nach dem kommenden Rubin-Zyklus ab, der laut Nvidia die Kosten pro KI-Anfrage gegenüber der Blackwell-Generation deutlich senken soll.

Die zweite Jahreshälfte 2026 wird zum Testfeld für diese Wette. Erst wenn die angekündigten Rubin-Racks in Serie an Kunden ausgeliefert werden, zeigt sich, ob die operative Stärke den Kurs von den aktuellen Bewertungssorgen lösen kann.

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