Nvidia Aktie: 150 Milliarden Dollar für Taiwan
Nvidia-CEO Jensen Huang überrascht mit Beiratssitz in Peking und kündigt ARM-Prozessor an. Die Aktie zeigt sich trotz vieler Neuigkeiten leicht schwächer.

- Beitritt zum Beirat der Tsinghua-Universität
- Geplanter ARM-Chip für Windows-PCs
- 150 Milliarden Dollar Investition in Taiwan
- Aktie gibt nach Quartalszahlen leicht nach
Jensen Huang hat eine ungewöhnlich volle Woche hinter sich. Beiratssitz an der Tsinghua-Universität, kryptische Ankündigungen mit Microsoft, milliardenschwere Taiwan-Pläne — und trotzdem gab die Aktie am Freitag leicht nach.
Politisch heikler Schritt nach Peking
Am 28. Mai trat Huang dem Beirat der School of Economics and Management der Tsinghua-Universität bei. Das Gremium leitet Apple-CEO Tim Cook. Elon Musk und Satya Nadella sitzen ebenfalls darin.
Der Zeitpunkt ist brisant. Die USA halten strenge Exportkontrollen für Nvidias leistungsstärkste KI-Chips aufrecht. Huang begleitete zudem kürzlich Präsident Trump auf dessen China-Reise. Marktbeobachter werten den Beiratssitz als Versuch, trotz Handelsbeschränkungen akademische und diplomatische Kanäle in China offen zu halten.
Neue PC-Ära mit Microsoft?
Am 29. Mai veröffentlichten Nvidia und Microsoft gemeinsam kryptische Koordinaten in sozialen Medien. Sie verweisen auf das Taipei Music Center. Der Slogan: „A new era of PC.“
Branchenberichten zufolge plant Nvidia einen ARM-basierten Prozessor — intern als N1 oder N1X geführt. Der Chip soll auf TSMCs 3-Nanometer-Technologie basieren und eine Blackwell-Grafikeinheit mit bis zu 6.144 CUDA-Kernen mitbringen. Das Ziel ist klar: direkte Konkurrenz zu Apples M5 Pro und Qualcomms Snapdragon X2 Elite im Windows-Segment. Eine offizielle Ankündigung wird für die Keynote am 1. Juni in Taipeh erwartet.
Taiwan, Rückkäufe und ein Insider-Verkauf
Huang kündigte an, Nvidias jährliche Ausgaben in Taiwan auf 150 Milliarden US-Dollar zu steigern. Bei der Computex Taipei betonte er außerdem, dass Huaweis technologische Fortschritte TSMCs Marktführerschaft — insbesondere beim 3D-Packaging — nicht gefährden.
Parallel dazu verkaufte Direktor John Dabiri am 27. Mai 625 Aktien zu je 214 US-Dollar. Der Gesamtwert: rund 133.750 US-Dollar. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines bereits im Dezember 2025 festgelegten Handelsplans. Dabiri hält danach noch 14.163 Aktien direkt.
Das Papier stützt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden US-Dollar. Charttechnisch liegt die nächste Unterstützung bei rund 200 US-Dollar, kurzfristiger Widerstand bei etwa 215 US-Dollar.
Starkes Fundament, gedämpfte Stimmung
Die Quartalszahlen liefern wenig Anlass zur Sorge. Der Umsatz stieg zuletzt um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden US-Dollar. Die Aktie notiert rund 13 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — der Aufwärtstrend ist intakt.
Kurzfristig drückt die Stimmung dennoch etwas. In Frankfurt schloss die Aktie am Freitag bei 181,40 Euro, ein Minus von 1,4 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Plus von fast 49 Prozent. Auf der Computex Taipei will Huang neue Hardware-Plattformen wie „Vera Rubin“ und „Grace Blackwell“ vorstellen — das könnte der nächste Kurstreiber sein.
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