Nvidia Aktie: 18-faches KGV laut Bloomberg
Nvidias Kurs-Gewinn-Verhältnis fällt unter den Marktdurchschnitt, während Analysten die Gewinnerwartungen anheben.

- KGV unter S&P-500-Durchschnitt
- Geschäftszahlen trotz Kursverlust stark
- KI-Chip-Marktführer bleibt wertvollstes Unternehmen
- Bewertungslücke beschäftigt die Wall Street
Nvidia ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Trotzdem ist die Aktie günstiger als etwa die Hälfte aller S&P-500-Werte. Dieser Widerspruch beschäftigt die Wall Street in dieser Woche.
Eine historische Bewertungslücke
Nach Kursverlusten der vergangenen Monate handelt Nvidia zum 18-fachen der für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinne, so Daten von Bloomberg. Das ist günstiger als bei rund der Hälfte der S&P-500-Mitglieder — darunter Namen wie der Süßwarenhersteller Hershey.
Das klingt zunächst absurd. Schließlich dominiert Nvidia den Markt für KI-Chips wie kaum ein anderer Konzern. Der Vergleich sagt aber nichts über die Qualität des Geschäfts aus, sondern beschreibt nur eine reine Kennzahl auf Gewinnbasis.
Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der kommenden zwölf Monate ist auf etwa 18 gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Anfang 2019. Zum Vergleich: Der S&P 500 kommt auf über 20, der Nasdaq 100 sogar auf fast 23.
Damit steht der einstige Börsenliebling nun unter dem Marktdurchschnitt. Neben Hershey liegt Nvidia auch unter dem Versorger Dominion Energy. Selbst gegenüber Coca-Cola hat der Chiphersteller den Anschluss verloren: Nvidia notiert bei rund dem 22-fachen der erwarteten Gewinne, Coca-Cola bei etwa 26.
Aktuell liegt die Aktie rund 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Monatelange Zweifel an der Dauer des KI-Investitionsbooms haben ihre Spuren hinterlassen.
Die Geschäftszahlen widersprechen dem Kurs
Diese Bewertungskorrektur hat nichts mit schwächeren Geschäftsergebnissen zu tun. Im Gegenteil: Analysten heben ihre Gewinnschätzungen für Nvidia gerade an, statt sie zu senken.
Der Grund liegt auf der Hand. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Nvidia einen Gesamtumsatz von 215,9 Milliarden Dollar — ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein das Rechenzentrumsgeschäft steuerte davon 193,7 Milliarden Dollar bei.
Nvidia befindet sich damit in einer ungewöhnlichen Lage: Ein Unternehmen mit Spitzenwachstum wird günstiger gehandelt als der breite Markt. Was diese Lücke bedeutet, hängt davon ab, wie stark Investoren an eine Wende im KI-Handel glauben — und ob Nvidia sich in einem Umfeld behaupten kann, in dem der Konzern nicht mehr der einzige Player ist.
Die in Deutschland gehandelten Nvidia-Aktien schlossen zuletzt bei 177,44 Euro, ein Plus von 3,17 Prozent binnen sieben Tagen. Zum Rekordhoch von 202,50 Euro vom 14. Mai fehlen aber weiterhin 12,38 Prozent. Der 30-Tage-Gewinn liegt bei 1,86 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 10,14 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar 26,47 Prozent.
Gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,93 Euro liegt der Kurs 1,93 Prozent im Minus. Den 200-Tage-Durchschnitt von 164,66 Euro übertrifft die Aktie dagegen um 7,76 Prozent. Der RSI-Wert von 51,1 signalisiert: weder überkauft noch überverkauft.
Fast fünf Billionen trotz Rückgang
Der Kursrückgang ändert nichts an der schieren Größe des Konzerns. Marktbeobachter beziffern die Marktkapitalisierung Anfang Juli auf rund 4,7 bis 4,9 Billionen Dollar, umgerechnet etwa 4,17 Billionen Euro. Selbst ein deutlicher prozentualer Rückgang lässt Nvidia damit das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt bleiben.
Die Lücke zwischen Nvidias Wachstumstempo und dem inzwischen unterdurchschnittlichen Gewinnmultiple wirft eine zentrale Frage auf: Spiegelt der Ausverkauf eine echte Neubewertung der KI-Infrastrukturausgaben wider — oder handelt es sich nur um eine vorübergehende Korrektur nach Jahren zu schneller Kursgewinne? Die Antwort dürfte sich in den kommenden Quartalen zeigen, wenn klar wird, ob die Investitionen der Cloud-Anbieter in KI-Rechenzentren ihr bisheriges Tempo halten.
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