Nvidia Aktie: 197 Milliarden Verlust an einem Tag
Nvidia verliert binnen einer Woche fast vier Prozent an Wert. Chinesisches KI-Modell und Rotation zu Apple belasten den Chipkonzern.

- Wöchentlicher Kursrückgang von knapp vier Prozent
- Chinesisches KI-Modell Kimi K3 verunsichert Anleger
- Apple überholt Nvidia kurzzeitig an Börsenwert
- CEO Huang bekräftigt unveränderte Chip-Roadmap
Der Grafikchip-Konzern verlor an einem einzigen Tag rund 197 Milliarden US-Dollar an Börsenwert, nachdem das chinesische Sprachmodell Kimi K3 des Startups Moonshot AI die Nervosität an den Technologiemärkten neu entfacht hatte. An der Frankfurter Börse schloss die Nvidia-Aktie am Freitag bei 177,46 Euro, ein Minus von 2,14 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,97 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch vom 14. Mai bei 202,50 Euro klafft mittlerweile eine Lücke von 12,37 Prozent.
Kimi K3 und die Apple-Rochade als Auslöser
Das mit 2,8 Billionen Parametern trainierte Modell Kimi K3 nutzt eine Mixture-of-Experts-Architektur und soll laut Moonshot AI eine 2,5-fach höhere Skaleneffizienz als der Vorgänger Kimi K2 erreichen. Die vollständigen Modellgewichte sollen erst Ende Juli veröffentlicht werden, dennoch reichte die Ankündigung, um Zweifel an der Notwendigkeit immer neuer Rechenzentrums-Investitionen zu schüren. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor daraufhin binnen einer Woche rund zehn Prozent, gemessen am späten Juni-Rekord liegt er sogar mehr als 20 Prozent im Minus. Im Zuge des Ausverkaufs rückte Apple am 17. Juli kurzzeitig an Nvidia vorbei zum wertvollsten Unternehmen der Welt vor – ein Wechsel, den Marktteilnehmer als Zeichen einer Rotation weg von reiner KI-Infrastruktur hin zu Unternehmen werten, die künstliche Intelligenz bereits in Produkten monetarisieren.
Huang verteidigt die Roadmap
Nvidia-Chef Jensen Huang reagierte öffentlich auf die Marktzweifel und wies Spekulationen über eine Verzögerung der nächsten Chipgeneration Rubin Ultra zurück. Die Systeme befänden sich in Produktion und würden noch in diesem Jahr ausgeliefert, so Huang. Er verwies zudem darauf, dass anwendungsspezifische Chips (ASICs) wegen des CUDA-Ökosystems kein Nullsummenspiel gegenüber klassischen GPUs darstellten. Als künftige Wachstumstreiber nannte er KI-Labore, Hyperscaler, souveräne KI-Programme und Industrieanwendungen. Nvidia geht davon aus, aus den Chipfamilien Blackwell und Rubin zusammen rund eine Billion US-Dollar Umsatz in den Jahren 2026 und 2027 zu erzielen. Untermauert wird die Wachstumsstrategie durch das jüngst vorgestellte Vera-Rubin-Rechenzentrum in Japan mit 27.500 Rubin-GPUs und 13.750 Vera-CPUs bei einer Kapazität von 140 Megawatt. Operativ bleibt das Geschäft robust: Im jüngsten Quartal erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 85 Prozent, während die Rechenzentrumssparte um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden US-Dollar zulegte.
Analysten uneins, Insider verkaufen
Die Einschätzungen zur Aktie gehen derzeit weit auseinander. Der Analysedienst New Street senkte sein Kursziel von 343 auf 340 US-Dollar und stufte die Aktie herab, nachdem sie zuvor auf 215,33 US-Dollar gefallen war. Der Marktkonsens sieht die Aktie dennoch weiterhin bei „Buy“, mit einem mittleren Kursziel von rund 303 bis 308,50 US-Dollar. Optimistischere Rechnungen kommen auf ein mögliches Kursziel von 409 US-Dollar, sollte Nvidia bei einem für das Geschäftsjahr 2029 erwarteten Gewinn je Aktie von 16,06 US-Dollar mit dem 25,5-Fachen bewertet werden. Aktuell notiert die Aktie nach eigenen Berechnungen bei rund dem 16-Fachen der für 2028 erwarteten Gewinne.
Auf Insiderebene fällt auf, dass in den vergangenen sechs Monaten 70 Verkaufstransaktionen registriert wurden, Käufe von Führungskräften blieben dagegen aus. Zu den größten Verkäufern zählten Mark Stevens mit 2,1 Millionen Aktien, Ajay Puri mit 800.000 Aktien und Colette Kress mit 110.000 Aktien. Auf institutioneller Seite standen zuletzt 2.736 Käufern 2.341 Verkäufer gegenüber, wobei der Investor J. Stern seinen Bestand um 125 Millionen Aktien reduzierte, während FMR rund 22,8 Millionen Aktien hinzukaufte.
Trotz der jüngsten Schwäche notiert die Nvidia-Aktie mit einem Abstand von 7,33 Prozent weiterhin über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 165,34 Euro – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz der aktuellen Korrektur noch nicht gebrochen ist. Richtungsweisend dürften in den kommenden Tagen die Quartalszahlen von Alphabet am 22. Juli und von Intel am 23. Juli sein, bevor Nvidia selbst erst am 26. August wieder berichtet.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 19. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




