Nvidia Aktie: 2-Milliarden-Deal mit Marvell

Nvidia baut seine Präsenz in Taiwan massiv aus und plant die Verdopplung der KI-Supercomputer-Produktion für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Taiwan-Budget auf 150 Milliarden Dollar erhöht
  • MGX-Partnernetzwerk umfasst 150 Firmen
  • Produktion von KI-Supercomputern soll sich verdoppeln
  • China-Umsätze brechen um 50 Prozent ein

Jensen Huang ist gerade kaum aus den Schlagzeilen zu kriegen. Zwei Tage Taipeh, dann Computex, dann Seoul — die kommende Woche wird für Nvidia zur dichtesten Nachrichtenwoche des Jahres. Die Aktie notiert mit 181,40 Euro rund zehn Prozent unter ihrem Allzeithoch vom 14. Mai, hat aber gegenüber dem Jahresanfang knapp 13 Prozent zugelegt.

Taiwan: 150 Milliarden Dollar Jahresbudget

In Taipeh hat Huang Nvidias Abhängigkeit von Taiwan nicht als Risiko, sondern als strategische Entscheidung gerahmt. Die Insel sei „unersetzlich“ für die globale KI-Halbleiterindustrie. Das jährliche Ausgabenbudget in Taiwan steigt auf rund 150 Milliarden Dollar — von bisher 100 Milliarden.

Kern des Ausbaus ist der „Constellation“-Campus in Taipeh. Dort sollen 4.000 Mitarbeiter arbeiten. Fertigstellung: 2030. Huang beschreibt die aktuelle Phase der KI-Entwicklung als frühe Industrierevolution — mit Jahrzehnten Wachstum vor sich.

MGX-Plattform: 150 Partner, doppelte Produktion

Parallel dazu hat Nvidia beim „AI Factory MGX Ecosystem Ceremony“ seine vollständige Lieferkette offengelegt. Rund 150 Partner weltweit gehören inzwischen zum MGX-Netzwerk. Für 2026 plant Nvidia, die Produktion von KI-Supercomputern in Taiwan zu verdoppeln — als Vorbereitung auf die neue „Vera Rubin“-Architektur.

Ein einzelnes MGX-System besteht aus über 1,3 Millionen Komponenten und wiegt etwa zwei Tonnen. Zu den 21 Kernpartnern in Taiwan zählen TSMC, Hon Hai (Foxconn) und Delta Electronics. Neu hinzugekommen sind der Leiterplattenspezialist Zhen Ding Tech und Gehäusehersteller Catcher Technology.

Vollgepackte Woche: Computex, Microsoft, Seoul

Ab Montag folgen die Ereignisse in rascher Folge:

  • Computex (1. Juni): Huang hält die Keynote in Taipeh. Erwartet werden Details zur Blackwell-GPU-Integration und möglicherweise neue Hardware-Plattformen für lokale KI-Verarbeitung.
  • Microsoft Build (2. Juni): In San Francisco stehen Kooperationsdetails zwischen Microsoft, Nvidia und Arm auf dem Programm.
  • Südkorea (5. Juni): Huang trifft Führungskräfte von SK Group, LG Group, Naver und Doosan. Thema: „Physical AI“ und Robotik. LGs Humanoide „CLOiD“ läuft bereits auf Nvidia-Chips und der Isaac-Plattform.

China-Lücke, Taiwan-Wachstum

Das Bild ist nicht ohne Schatten. China-Umsätze sind im zuletzt berichteten Quartal um rund 50 Prozent eingebrochen — Folge der US-Exportbeschränkungen. Taiwan-Erlöse wuchsen im gleichen Zeitraum ebenfalls um 50 Prozent und federten den Rückgang ab. Das ist kein dauerhafter Ersatz, aber vorerst ein funktionierender Puffer.

Hinzu kommt eine neue Partnerschaft mit Marvell Technology im Volumen von zwei Milliarden Dollar. Ziel ist die Integration maßgeschneiderter Netzwerklösungen in die NVLink-Fusion-Plattform. Der RSI liegt bei 36 — technisch ist die Aktie damit in überverkauftem Terrain. Ob die Nachrichtendichte der kommenden Woche reicht, um die Konsolidierung zu beenden, zeigt sich spätestens nach Huangs Seoul-Besuch am Donnerstag.

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