Nvidia Aktie: 20-Milliarden-Dollar-Deal mit Groq
Nvidia legt an der Börse kräftig zu und verdrängt Apple als wertvollstes Unternehmen. Analysten sehen trotz Rally Potenzial, während Kritiker vor Finanzierungsrisiken warnen.

- Wochenplus von 11,6 Prozent
- Marktwert übertrifft Apple wieder
- Musk lobt neue KI-Chip-Architektur
- BofA sieht historisch günstige Bewertung
Nvidia hat vergangene Woche die stärkste Wochenperformance seit 15 Monaten hingelegt. An der Nasdaq schloss die Aktie am Freitag bei 223,96 US-Dollar – ein Wochenplus von 11,6 Prozent, der größte Sprung seit Mai 2025.
Die Marktkapitalisierung wuchs binnen einer Woche um 562 Milliarden Dollar auf 5,42 Billionen Dollar und schob Nvidia damit vor Apple, das zuletzt auf 4,57 Billionen Dollar kam. Der Chiphersteller ist damit wieder das wertvollste Unternehmen der Welt.
Ausschlaggebend war unter anderem ein Lob von Elon Musk. Der SpaceX-Chef bezeichnete die neue Vera-Rubin-Architektur von Nvidia bei einem Firmen-Call am 4. August als „besten KI-Computer“. SpaceX setzt für seinen Rechenkapazitätsausbau exklusiv auf Nvidia-GPUs der Vera-Rubin-Generation. Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Einschätzung von BNP Paribas, die von einer anhaltenden GPU-Knappheit bis mindestens 2027 ausgeht.
Im deutschen Handel notiert die Aktie aktuell bei 194,30 Euro, ein Plus von 8,21 Prozent auf Wochensicht. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch fehlen ihr nur noch 4,05 Prozent – die Rally hat den Titel damit fast zurück an seine bisherige Bestmarke aus dem Frühjahr geführt.
BofA sieht trotz Rekordjagd günstige Bewertung
Während der Kurs klettert, meldet sich BofA Global Research mit einer ungewöhnlichen Einordnung: Die Bank taxiert die Nvidia-Bewertung auf ein Zehn-Jahres-Tief, gemessen am für 2027 erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16. Die Analysten erwarten für das laufende Geschäftsquartal einen Umsatz von 94 bis 95 Milliarden Dollar, oberhalb der eigenen Unternehmensprognose von 91 Milliarden Dollar.
Für das Folgequartal rechnet die Bank mit 107 bis 108 Milliarden Dollar Umsatz, ebenfalls über dem Marktkonsens von 104 Milliarden Dollar. BofA bestätigt ihr Kaufvotum mit einem Kursziel von 350 Dollar. Die nächsten Quartalszahlen legt Nvidia am 26. August vor.
Auch andere Häuser bleiben trotz der starken Rally optimistisch. Der Analystenkonsens für das Kursziel liegt bei 260,61 Dollar, das höchste Ziel nennt Evercore ISI mit 352 Dollar.
Groq-Deal und steigende Speicherkosten
Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein Lizenzdeal mit dem KI-Chip-Startup Groq: Nvidia sicherte sich dessen Inferenz-Technologie in einem nicht-exklusiven Abkommen mit einem Volumen von rund 20 Milliarden Dollar und holte Firmengründer Jonathan Ross sowie Präsident Sunny Madra ins eigene Haus. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon warnt allerdings, ein solches Vorgehen könnte kartellrechtliche Risiken bergen.
Auf der Kostenseite zeigt sich, wie stark die neue Vera-Rubin-Plattform vom Speicherbedarf getrieben wird. Laut einer UBS-Analyse liegt der Speicherkostenanteil pro Superchip bei 62 Prozent, verglichen mit 53 Prozent bei der Vorgängergeneration Blackwell Ultra. Ein komplettes NVL72-Rack verbaut rechnerisch so viel Arbeitsspeicher wie 4.500 Smartphones zusammen. Medienberichten zufolge prüft Nvidia, den Anteil klassischen Hochleistungsspeichers bei der kommenden Rubin-Ultra-Generation zu reduzieren, um die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen.
Kritiker warnen vor Finanzierungsrisiken
Nicht alle Stimmen sind ungeteilt euphorisch. Unternehmer Mark Cuban verglich Nvidias Praxis, Kunden und Partner mit eigenem Kapital zu unterstützen, mit den Finanzierungsmustern der Dot-Com-Ära. Nvidia hält demnach private Investments von 42,3 Milliarden Dollar sowie bedingte Verpflichtungen von 27 Milliarden Dollar, unter anderem an OpenAI, Anthropic, CoreWeave und Nebius. Nach einer Äußerung Cubans am 28. Juli fiel die Aktie zunächst um rund 2 Prozent. Investor Michael Burry teilt die Sorge und verweist auf die wachsende Verschuldung in der Branche.
Auch eine jüngere Take-or-Pay-Vereinbarung, mit der Nvidia sogenannten Neoclouds über sechs Jahre Mindestumsätze garantiert, unterstreicht das Ausmaß der Fremdfinanzierung in der Branche. Beispiele sind eine 72-Megawatt-KI-Fabrik von SharonAI in Australien und ein 360-Megawatt-Cluster von Firmus in Indonesien; branchenweit schätzen Beobachter das KI-Schuldenvolumen bis 2029 auf über 7 Billionen Dollar.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Operative Wachstumsdaten, Musks öffentliches Lob und eine aus BofA-Sicht historisch günstige Bewertung sprechen für weiteres Kurspotenzial. Gleichzeitig mahnen Cuban, Burry und die wachsenden Schuldenberge rund um die Neocloud-Finanzierung zur Vorsicht.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




