Nvidia Aktie: 27.500 Rubin-GPUs für Japan-Fabrik

Der Chipkonzern sichert sich einen Großauftrag für eine KI-Fabrik in Japan und baut Partnerschaften für Robotik aus. Trotz Kursrückgang bleibt der langfristige Trend intakt.

Die Kernpunkte:
  • KI-Fabrik mit 27.500 Rubin-GPUs geplant
  • Kooperation mit Fujitsu und Fanuc
  • Apple überholt Nvidia kurzzeitig
  • Chinesische Konkurrenz stützt Nachfrage

Während Apple kurzzeitig an Nvidia vorbeizieht und zum wertvollsten Unternehmen der Welt wird, baut der Chipkonzern in Japan ein neues Standbein auf. Der Zeitpunkt wirkt fast trotzig: Ausgerechnet jetzt sichert sich Nvidia einen der größten Infrastruktur-Deals seiner Geschichte.

Am Freitag schloss die Nvidia-Aktie bei 177,46 Euro, ein Minus von 2,14 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von knapp vier Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 202,50 Euro aus dem Mai fehlen inzwischen mehr als zwölf Prozent.

Eine „KI-Fabrik“ für Japan

Eine japanische Unternehmensgruppe plant den Bau einer sogenannten AI Factory mit rund 27.500 Rubin-GPUs und 13.750 Vera-CPUs von Nvidia. Das System soll 140 Megawatt leisten und zusätzlich auf Nvidias Spectrum-X-Netzwerktechnik sowie BlueField-Dateneinheiten setzen. Der Bau startet im April 2027, der Betrieb soll im Juni 2028 beginnen.

Für Nvidia ist das mehr als ein weiterer Großauftrag. Der Konzern erweitert damit seinen Kundenkreis über die üblichen US-Hyperscaler hinaus. Beobachter werten das Projekt als Signal, dass sich Nvidia zunehmend als Infrastrukturanbieter positioniert, nicht nur als Chiplieferant.

Roboter, die selbst denken sollen

Parallel zur KI-Fabrik vertieft Nvidia seine Zusammenarbeit mit japanischen Industrie- und Technologiefirmen. Zu den Partnern zählen Fujitsu, Fanuc, Yaskawa Electric und Kawasaki Heavy Industries. Gemeinsam wollen die Unternehmen Roboter entwickeln, die nicht mehr nur vorprogrammierte Abläufe ausführen, sondern eigenständig reagieren können.

Der Hintergrund: Japan kämpft mit einem massiven Arbeitskräftemangel. Die neue Generation „physischer KI“ soll in der Schwerindustrie und im Gesundheitswesen aushelfen, wo Personal fehlt.

Apple zieht kurzzeitig vorbei

Am 17. Juli überholte Apple Nvidia an der Börse. Auslöser war ein Kursrückgang von 3,5 Prozent bei Nvidia, während Apple auf etwa 4,88 Billionen Dollar Marktwert kletterte. Nvidia hatte die Spitzenposition seit Juni 2025 gehalten und war im Oktober als erstes Unternehmen überhaupt über die Marke von 5 Billionen Dollar gestiegen.

Die aktuelle Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 4.391 Milliarden Euro zeigt: Der Abstand zu Apple ist knapp, aber die fundamentale Basis bleibt intakt. Nvidias Aktie notiert derzeit 7,33 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass der langfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Schwäche nicht gebrochen ist.

Chinesische Konkurrenz als Preistreiber statt Bedrohung

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt das neue KI-Modell Kimi K3 der chinesischen Firma Moonshot AI, das mit 2,8 Billionen Parametern aufwartet. Zunächst befürchteten Marktteilnehmer, das Modell könnte die Nachfrage nach Nvidias High-End-GPUs, Speicherchips und Netzwerktechnik schwächen.

Einige Analysen kommen jedoch zum gegenteiligen Schluss. Die schiere Größe und die aufwendige Inferenz-Architektur von Kimi K3 setzen gerade auf die Hochleistungsprodukte, die nur Nvidia in dieser Form liefert. Das könnte die Nachfrage eher stützen als schwächen.

Genau hier setzt auch Nvidias neue Vera-Rubin-Plattform an, vorgestellt am 17. Juli. Sie soll die „Intelligenz pro Dollar“ bei sogenannten Post-Training-Workloads optimieren – ein Wert, der für agentenbasierte KI-Anwendungen zunehmend zählt. Die Plattform ist darauf ausgelegt, KI-Modelle laufend anzupassen, wenn sich Umgebungen und Werkzeuge ändern.

Der Kurs pendelt aktuell bei einer annualisierten Volatilität von 35 Prozent zwischen kurzfristiger Unsicherheit und langfristigem Wachstumsversprechen. Die Japan-Deals liefern dafür einen konkreten Fahrplan: Baustart 2027, Betriebsstart 2028.

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