Nvidia Aktie: 330 Milliarden Dollar Börsenwert verloren
Nvidia verzeichnet trotz operativer Rekorde charttechnische Risiken und Marktskepsis. Analysten sehen eine gefährliche Formation.

- Schulter-Kopf-Schulter-Formation bestätigt
- China-Geschäft unter Druck durch Konkurrenz
- Preisverfall bei Cloud-Leasingraten
- Insider verkauften Aktien im Wert von 410 Mio. USD
Nvidia glänzt operativ mit Rekordzahlen. An der Börse dominiert derzeit jedoch Skepsis. Der Halbleiterkonzern verlor im vergangenen Monat rund 330 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Die Aktie notiert aktuell bei 170,42 Euro und verzeichnet damit ein Monatsminus von gut sechs Prozent. Analysten erkennen nun eine gefährliche Formation im Chart.
Gegenwind in China und schwankende Preise
Der Chartanalyst Ali Martinez sieht eine bestätigte Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Die Aktie durchbrach kürzlich ihre Nackenlinie nach unten. Martinez prognostiziert einen weiteren Kursrückgang. Das Ziel von 170 US-Dollar deckt sich fast mit dem aktuellen europäischen Kursniveau.
Fundamentale Probleme belasten die Stimmung zusätzlich. Der Verkauf von KI-Chips in China stagniert. Lokale Konkurrenten wie Huawei gewinnen massiv an Boden. CEO Jensen Huang bezeichnet die chinesischen Rivalen mittlerweile als Giganten. Strenge US-Exportkontrollen blockieren weiterhin die Lieferung modernster H200-Chips nach Asien.
Parallel dazu verschieben sich die Preise am Markt. Die Blackwell-Grafikkarten kosten heute deutlich mehr als beim Marktstart. Im Cloud-Geschäft fallen die Preise hingegen. Die Leasingraten für B200-Prozessoren sanken Ende Juni innerhalb von drei Wochen um 31 Prozent. Das weckt Zweifel an der langfristigen Preismacht.
Milliardenmarkt Robotik als Stütze
Trotz dieser Hürden wächst Nvidia in margenstarken Sektoren weiter. Der Pharmakonzern Roche nutzt über 3.500 Blackwell-Chips für die Medikamentenentwicklung. Diese Rechenpower verkürzt das Design neuer Moleküle um bis zu ein Viertel.
Analysten der Investmentbank Bernstein Research bleiben optimistisch. Sie bestätigen ihr Outperform-Rating. Analyst Stacy Rasgon sieht humanoide Roboter als kommenden Wachstumstreiber. Dieser Markt soll bis Mitte der 2030er Jahre auf über 160 Milliarden US-Dollar anwachsen. Nvidia liefert dafür die nötige Recheninfrastruktur.
Die finanzielle Basis des Unternehmens bleibt extrem stark. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Vierteljahr peilt das Management rund 91 Milliarden US-Dollar an.
Ein Risiko bleibt. Insider trennten sich zuletzt von Aktien im Wert von gut 410 Millionen US-Dollar. Charttechnisch rückt nun die 200-Tage-Linie bei 163,79 Euro in den Fokus. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Abverkauf.
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