Nvidia Aktie: 40.000 GPUs für Sharon AI in Australien
Nvidia setzt auf langfristige Partnerschaften mit Umsatzbeteiligung und treibt globale KI-Projekte voran.

- Kooperation mit Sharon AI in Australien
- Größte KI-Fabrik Indiens entsteht
- Neuer Lobbyist für Exportpolitik ernannt
- Aktie konsolidiert bei starken Fundamentaldaten
Nvidia baut sein globales Netz an KI-Infrastruktur konsequent aus. Zwei neue Großprojekte in Australien und Indien zeigen, wohin der Konzern seinen Wachstumsschwerpunkt verschiebt: weg vom reinen Chipverkauf, hin zu langfristigen Partnerschaften mit Umsatzbeteiligung.
Sechs Jahre Australien: 40.000 GPUs für Sharon AI
Das konkreteste Abkommen der Woche ist eine sechsjährige Kooperation mit Sharon AI. Das Ziel: eine 72-Megawatt-KI-Fabrik in Australien. Sharon AI plant den Einsatz von bis zu 40.000 Grace-Blackwell-GB300-GPUs.
Das Modell ist neu. Nvidia verdient nicht nur am Hardware-Verkauf, sondern auch an einem Anteil der Cloud-Erlöse aus der Infrastruktur. Sharon AI will seine Gesamtkapazität auf 132 Megawatt ausbauen. Bis Mitte 2027 sollen über 55.000 Nvidia-GPUs installiert sein. Der Markt reagierte prompt: Sharon-AI-Aktien sprangen nach der Ankündigung am 12. Juni um 25 Prozent.
Indiens größte KI-Fabrik entsteht in Chennai und Mumbai
Parallel dazu kooperiert Nvidia mit dem indischen Infrastrukturkonzern Larsen & Toubro. Das Vorhaben: Indiens größte KI-Fabrik im Gigawatt-Maßstab. Das Projekt integriert Nvidia-GPUs, CPUs und Netzwerksoftware für eine nationale KI-Infrastruktur.
Konkret plant L&T einen GPU-Cluster in Chennai mit 30 Megawatt sowie ein neues Rechenzentrum in Mumbai mit 40 Megawatt. L&T-Chef S. N. Subrahmanyan und Nvidia-CEO Jensen Huang bezeichneten das Projekt als zentral für Indiens nationale KI-Strategie. Für Nvidia bedeutet es eine weitere geografische Diversifizierung der Einnahmen.
Neue Führungsrolle und institutionelle Bewegungen
Im Inneren des Konzerns gibt es ebenfalls Bewegung. Nvidia hat Bruce Andrews als Chief External Affairs Officer eingesetzt. Andrews ist ehemaliger Intel-Manager und erfahrener Lobbyist. Seine Aufgabe: die US-Exportbeschränkungen für China-Chips politisch zu managen.
Auf institutioneller Seite hat Parnassus Investments seinen Nvidia-Anteil um 22,5 Prozent reduziert, hält aber weiterhin 9,6 Millionen Aktien. Xponance LLC hat seine Position dagegen ausgebaut. Insgesamt kontrollieren institutionelle Investoren rund 65 Prozent des Unternehmens.
Kurs in Konsolidierung, Fundamentaldaten stark
Die Aktie notiert bei 177,28 Euro und damit praktisch auf Höhe ihres 50-Tage-Durchschnitts — ein klares Konsolidierungssignal nach dem Hoch von 202,50 Euro Mitte Mai. Der RSI von 45,6 zeigt neutrales Terrain.
Das fundamentale Bild bleibt stark. Im ersten Quartal erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,62 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das zweite Quartal peilt das Unternehmen rund 91 Milliarden Dollar an. S&P hat das Kreditrating zuletzt auf AA angehoben.
Am 24. Juni findet die virtuelle Hauptversammlung statt. Auf der Agenda stehen der Ausblick auf die Vera-CPU-Plattform und die weitere Skalierung der Blackwell-Architektur — beides dürfte den Kurs kurzfristig bewegen.
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