Nvidia Aktie: 500-Milliarden-Partnerschaft mit SK Group

Nvidia verkündet Milliarden-Deals, verliert aber die Marktführung an Apple. Insider-Verkäufe und China-Schwäche trüben die KI-Wachstumsstory.

Die Kernpunkte:
  • 500-Milliarden-Partnerschaft mit SK Group
  • Marktführung an Apple verloren
  • Insider verkaufen Aktien im Wert von 410 Millionen Dollar
  • Quartalszahlen am 26. August erwartet

Wer verstehen will, wie sehr sich die Old Economy gerade neu erfindet, muss derzeit nur auf Nvidia schauen. Innerhalb weniger Tage hat der Chipkonzern Partnerschaften im Wert von mehreren hundert Milliarden Dollar verkündet – und musste gleichzeitig zusehen, wie ihm ausgerechnet Apple den Titel des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt abnahm. Diese Gleichzeitigkeit von Größenwahn und Nervosität sagt mehr über den Zustand der KI-Branche aus als jede einzelne Kennzahl.

Ein Bauprogramm, das den Maßstab sprengt

Am Montag verkündeten Nvidia und die südkoreanische SK Group Pläne für eine umfassende Partnerschaft mit einem Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar, um KI-Infrastruktur für die weltweit wachsende Rechenzentrumsnachfrage aufzubauen. SK Telecom soll dafür eine sogenannte AI Factory mit zwei Gigawatt Leistung errichten, ausgestattet mit Nvidias kommender Vera-Rubin-Plattform. SK hynix wiederum liefert den passenden Speicher: Beide Unternehmen wollen gemeinsam die nächste Generation von HBM-Speicherchips entwickeln. Die erste Fabrik soll 2027 ans Netz gehen.

Nur wenige Tage zuvor, am 29. Juli, hatte Nvidia bereits eine langfristige Partnerschaft mit Safe Superintelligence angekündigt, um das Wachstum des KI-Start-ups zu beschleunigen. Firmenchef Jensen Huang ließ zuletzt keinen Zweifel daran, wohin die Reise geht: Die Vera-Rubin-Chips seien „bereits in Produktion“, mit „gewaltigen Mengen“, die noch folgen würden. Wer diese Ankündigungen aneinanderreiht, gewinnt den Eindruck einer Branche, die im Wochentakt neue Superlative braucht, um relevant zu bleiben.

Die Kehrseite: zirkuläre Finanzierung und leere China-Kassen

Doch genau dieses Tempo weckt Misstrauen. Am 31. Juli wurde bekannt, dass Nvidia offenbar mit OpenAI über eine Absicherung von 250 Milliarden Dollar verhandelt, damit das KI-Unternehmen Rechenkapazität für ein US-Rechenzentrumsprojekt mieten kann. Prompt lebten Sorgen über sogenannte zirkuläre Finanzierung wieder auf – die Frage, ob Nvidia seine eigenen Kunden erst mit Kapital ausstattet, damit diese anschließend Nvidia-Chips kaufen können. An jenem Tag brach die Aktie um rund fünf Prozent ein und riss die gesamte Chipbranche mit nach unten. Ausgerechnet an diesem Handelstag verlor Nvidia auch den Rang als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt an Apple.

Hinzu kommt ein geografisches Problem, das seit Monaten schwelt: Laut einem Bericht von Ende Juni ist der Erlösanteil aus China im Rechenzentrumsgeschäft angesichts verschärfter Exportkontrollen praktisch auf null gesunken – ein Jahr zuvor hatte das Land noch Milliarden beigesteuert. Ein ganzer Absatzmarkt ist damit faktisch weggebrochen, kompensiert bislang nur durch die schiere Wucht der US-amerikanischen und asiatischen Großaufträge.

Wenn Insider verkaufen, während alle anderen kaufen

Auffällig ist auch das Verhalten der eigenen Führungsebene. Medienberichten zufolge haben Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von rund 410 Millionen Dollar verkauft, während der Kurs auf hohem Niveau lief. Das muss kein Alarmsignal sein – Führungskräfte diversifizieren ihr Vermögen aus vielen Gründen. Doch in Kombination mit den Zweifeln an der Finanzierungsstruktur wirkt es wie ein zweites, leiseres Fragezeichen hinter der Wachstumserzählung.

Der Starinvestor Michael Burry brachte diese Zweifel am Dienstag auf den Punkt, indem er auf ein mögliches Nachfragerisiko von 250 Milliarden Dollar hinwies – just in jenem Bereich, um den es auch bei den OpenAI-Verhandlungen geht. Bemerkenswert daran: Trotz dieser Warnung zählen aktuell 36 Analysten die Aktie zu ihren Kaufempfehlungen. Zwischen Euphorie und Skepsis liegt derzeit erstaunlich wenig Raum. Ist das noch gesunder Optimismus – oder schon eine Wette, bei der niemand mehr genau hinschaut?

Der Härtetest kommt am 26. August

An der Börse hat sich die Aktie von ihrem Rücksetzer bereits deutlich erholt: Der Schlusskurs von 189,82 Euro am Donnerstag liegt gut neun Prozent über dem Niveau von vor einer Woche, wenn auch weiterhin gut sechs Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Der Markt scheint die Wachstumsgeschichte also nach wie vor höher zu gewichten als die Risiken – vorerst.

Die eigentliche Nagelprobe folgt am 26. August, wenn Nvidia die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 vorlegt, das am 26. Juli endete. Der Markt erwartet einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar. Angesichts der Milliardendeals der vergangenen Wochen dürfte die entscheidende Frage nicht lauten, ob Nvidia liefern kann – sondern ob all jene Kunden, die diese Rechenzentren finanzieren sollen, das ebenfalls können.

Anzeige

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 7. August liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nvidia