Nvidia Aktie: 500-Milliarden-Speichervertrag mit SK Hynix

Nvidia sichert sich mit SK Hynix einen Liefervertrag über bis zu 500 Milliarden Dollar für KI-Speicher. Die Aktie reagiert dennoch verhalten.

Die Kernpunkte:
  • Rekord-Liefervertrag mit SK Hynix
  • Nvidia-Aktie gibt leicht nach
  • Ausbau koreanischer KI-Infrastruktur
  • Samsung kontert mit Broadcom-Deal

Nvidia schließt einen der größten Lieferverträge der Chipbranche ab. Trotzdem verliert die Aktie am Freitag leicht an Wert. Die Nachricht zeigt: Selbst spektakuläre Deals bewegen den Kurs kaum noch, wenn der Markt sie längst erwartet hat.

Die Nvidia-Aktie schloss am Freitag bei 182,00 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,70 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat das Papier 13,55 Prozent zugelegt, liegt aber weiterhin 10,12 Prozent unter seinem Mitte Mai erreichten 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro.

Speicher-Deal im Wert von 500 Milliarden Dollar

Nvidia hat sich die Speicherversorgung für KI-Systeme beim südkoreanischen Hersteller SK Hynix gesichert. Die Vereinbarung wurde am späten Freitag in San Francisco verkündet und kann über mehrere Jahre ein Volumen von bis zu 500 Milliarden Dollar erreichen. Teil des Deals ist der Bau großer Rechenzentren, die 2027 ans Netz gehen sollen.

Die SK-Hynix-Tochter SK Telecom baut damit ein Cloud-Geschäft rund um Nvidias neue Vera-Rubin-Systeme auf. Nvidia plant Kapazitäten, die 2 Gigawatt Strom benötigen. Das entspricht einem Ausbau mit mehreren Hunderttausend Grafikprozessoren.

Verkündet wurde der Deal im Rahmen eines KI-Gipfels in San Francisco, an dem auch Südkoreas Präsident Lee Jae Myung teilnahm. Ein Nvidia-Manager ordnete die Partnerschaft strategisch ein: Der Ausbau umfasse eine gemeinsame Entwicklung der nächsten SK-Hynix-Speichergeneration. Das sichere Nvidia eine stabile Versorgung mit HBM-Speicher.

Der Deal zeigt, wie eng der Markt für KI-Speicher inzwischen ist. SK Hynix kontrolliert rund die Hälfte des globalen HBM-Marktes, den Rest hält größtenteils Samsung. Parallel dazu investiert Nvidia eine Milliarde Dollar in die koreanische Cloud-Firma Naver, die Rechenzentren rund um Nvidia-GPUs aufbaut.

Naver und Brookfield verdreifachen KI-Fabrik

Nvidia, Naver und der kanadische Investor Brookfield haben zudem den Ausbau von Koreas staatlicher KI-Infrastruktur angekündigt. Die geplanten Investitionen sollen die erste Ausbaustufe der Nvidia-DSX-KI-Fabrik von 55 auf 200 Megawatt wachsen lassen — mehr als eine Verdreifachung gegenüber der noch im Vormonat verkündeten Kapazität.

Die Finanzierung des Zehn-Milliarden-Dollar-Projekts teilt sich auf drei Partner auf. Brookfield übernimmt als exklusiver Kapitalpartner bis zu 9 Milliarden Dollar, Nvidia investiert eine Milliarde Dollar, Naver finanziert den Rest.

Beide großen Zusagen stehen allerdings unter Vorbehalt. Nvidias Beteiligung hängt davon ab, dass Naver mindestens 9 Milliarden Dollar an zugesagter Finanzierung tatsächlich abschließt. Auch Brookfields Zusage ist nicht bindend — es handelt sich um ein unverbindliches Term Sheet, eine Absichtserklärung ohne vertragliche Bindung.

Nvidia-Chef Jensen Huang ordnete beide Korea-Initiativen in eine größere These ein. KI-Fabriken seien die Infrastruktur, die Nationen brauchen, um im Zeitalter der Intelligenz zu konkurrieren. Naver, Nvidia und Brookfield bauten gemeinsam souveräne KI-Infrastruktur im Maßstab, den Koreas Start-ups und Industrien benötigten.

Samsung kontert mit eigenem Milliarden-Deal

Die Welle koreanischer KI-Ankündigungen blieb nicht auf Nvidia beschränkt. Samsung Electronics unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem Chipdesigner Broadcom, um die Zusammenarbeit bei Speicher- und Foundry-Technologien auszubauen. Der Deal wird auf rund 200 Milliarden Dollar geschätzt und soll die nächste Generation von KI-Infrastruktur unterstützen.

Die parallele Ankündigung zeigt, wie sehr Lieferketten-Allianzen in Asien mittlerweile zum zentralen Schauplatz im Kampf um die Vorherrschaft bei KI-Hardware geworden sind.

Charttechnik bleibt neutral

Der Aktienkurs bewegt sich knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 180,82 Euro, der zuletzt als Unterstützung diente. Der Relative-Stärke-Index von 52,6 signalisiert eine neutrale Lage — weder überkauft noch überverkauft. Seit dem Tief von 139,78 Euro im September 2025 hat sich die Aktie um 30,20 Prozent erholt.

Der nächste Quartalsbericht steht erst Ende August an. Bis dahin dürfte der Markt vor allem beobachten, ob Brookfields unverbindliche Finanzierungszusage in einen unterschriebenen Vertrag mündet und wie schnell die Speicherlieferungen von SK Hynix in feste Kontrakte übergehen.

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