Nvidia Aktie: 80-Milliarden-Buyback nach Rekordquartal
Nvidia übertrifft Erwartungen mit Rekordumsatz und kündigt massives Aktienrückkaufprogramm an. Analysten heben Kursziele an.

- Umsatz steigt auf 81,6 Milliarden Dollar
- Rechenzentrumsgeschäft wächst um 92 Prozent
- 80 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe
- Analysten sehen Kurspotenzial bis 300 Dollar
Nvidia hat gerade die stärksten Quartalszahlen seiner Geschichte vorgelegt — und die Wall Street reagiert mit einer Welle von Kurszielhebungen. Hinter den beeindruckenden Wachstumszahlen zeichnet sich jedoch ein Unternehmen ab, das seinen Fokus verschiebt: weg vom reinen Wachstumsmodus, hin zu massiven Kapitalrückflüssen an die Aktionäre.
Rekordergebnisse auf ganzer Linie
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Nvidia einen Umsatz von 81,6 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft bleibt der eigentliche Motor: Mit 75,3 Milliarden Dollar legte dieses Segment um 92 Prozent zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,87 Dollar übertraf die Erwartungen der Analysten, die mit 1,76 Dollar gerechnet hatten.
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Der freie Cashflow von 48,6 Milliarden Dollar im Quartal ermöglichte dem Vorstand eine bemerkenswerte Ankündigung: ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende steigt von 0,01 auf 0,25 Dollar je Aktie — ein Anstieg um 2.400 Prozent.
Analysten heben Kursziele Richtung 300 Dollar
Die großen Investmenthäuser ziehen nach. Stifel erhöhte sein Kursziel auf 282 Dollar, Mizuho auf 300 Dollar. Der Konsens liegt derzeit bei rund 304 Dollar — was vom aktuellen Kursniveau aus einem Aufwärtspotenzial von rund 43 Prozent entspräche. Das Rating bleibt einhellig auf „Strong Buy“.
Besonders hervorgehoben wird das Netzwerkgeschäft: Mit einem Umsatz von 14,8 Milliarden Dollar legte dieser Bereich um 199 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und entwickelt sich zunehmend zur eigenständigen Wachstumsquelle innerhalb des Nvidia-Ökosystems.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 186 Euro und liegt damit rund 56 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom vergangenen Mai — trotz einer leichten Schwäche in den vergangenen sieben Tagen.
Zwischen Euphorie und strukturellen Risiken
Nicht alle Marktteilnehmer teilen den Optimismus. Michael Burry hat öffentlich vor den Risiken einer KI-Korrektur gewarnt und auf mögliche Übertreibungen hingewiesen. Tatsächlich stiegen die operativen Kosten im Jahresvergleich um 52 Prozent — ein Tempo, das langfristig die Margen belasten könnte. Hinzu kommt die hohe Kundenkonzentration im Rechenzentrumsgeschäft.
Im China-Geschäft wächst der Druck durch US-Exportbeschränkungen. Huawei und andere heimische Anbieter gewinnen Marktanteile bei KI-Beschleunigern. Mitte Mai brachte das chinesische Unternehmen Lisuan Tech mit dem LX 7G100 eine eigene GPU auf den Markt — die erste Charge von 30.000 Einheiten war sofort ausverkauft.
Parallel dazu baut Nvidia seine physische Präsenz aus. In Yokneam, Israel, unterzeichnete das Unternehmen einen zehnjährigen Mietvertrag für ein elfstöckiges Gebäude mit rund 29.000 Quadratmetern, das 2028 fertiggestellt werden soll.
Für das laufende zweite Quartal erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar. Sollte dieses Tempo anhalten, halten einige Analysten eine Marktkapitalisierung von sechs Billionen Dollar — gleichbedeutend mit einem Aktienkurs von etwa 250 Dollar — bereits zum nächsten Quartalsbericht im November 2026 für erreichbar.
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