Nvidia Aktie: 81,6 Milliarden Dollar trotz 7,6-Prozent-Rückgang

Nvidia übertrifft mit Rekordumsatz die Erwartungen, doch die Aktie fällt. Analysten sehen Potenzial in KI und neuen Chip-Generationen.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzsprung auf 81,6 Milliarden Dollar
  • Aktie trotz Rekordzahlen unter Druck
  • 80 Milliarden für Aktienrückkäufe
  • Neue Vera-CPU übertrifft Konkurrenz

81,6 Milliarden Dollar Umsatz, 85 Prozent mehr als im Vorjahr – und dennoch verliert die Nvidia-Aktie nach der Zahlenvorlage an Boden. Der Grund: Die Erwartungen waren noch höher. Seit dem Allzeithoch von 201,05 Euro Mitte Mai hat der Kurs rund 7,6 Prozent eingebüsst. Aktuell notiert das Papier bei 185,66 Euro.

Dabei lieferte der Chipkonzern für das erste Fiskalquartal, das am 26. April endete, weit mehr als nur solide Zahlen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,87 Dollar deutlich über der Analystenschätzung von 1,77 Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft – das mit Abstand wichtigste Segment – steigerte den Umsatz um 92 Prozent auf 75,2 Milliarden Dollar.

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Milliardenschwere Rückkäufe und üppige Dividende

Der starke Cashflow erlaubt Grosszügigkeit gegenüber den Aktionären. Das Management hat ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar aufgelegt. Parallel dazu erhöhte Nvidia die quartalsweise Bardividende von 0,01 auf 0,25 Dollar pro Aktie – eine 25-fache Steigerung.

Kein Wunder, dass Analysten von Bank of America und Tigress Financial optimistisch bleiben. Sie verweisen auf ein Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis von 0,28 für 2027. Das spricht für eine Unterbewertung gemessen am milliardenschweren Adressmarkt.

Technologischer Vorsprung bestätigt

Ein wesentlicher Treiber ist der Wandel hin zur sogenannten „Agentic AI“ – Systeme, die eigenständig Aufgaben lösen. Unabhängige Benchmarks zeigen, dass Nvidias neue Vera-CPU mit hauseigenen Olympus-Kernen eine 1,5-fache Leistung gegenüber aktuellen 128-Kern-x86-Prozessoren von AMD und Intel bietet.

Bei Entwickleraufgaben wie dem Linux-Kernel-Kompilieren war die Vera-CPU pro Kern doppelt so schnell wie traditionelle Rack-Scale-CPUs. CEO Jensen Huang sieht in diesem technischen Vorsprung den Schlüssel für die nächste Generation von KI-Fabriken. Allein der Bedarf für die Vera-CPU wird auf einen Markt von 200 Milliarden Dollar geschätzt.

Angebot und Nachfrage

Die aktuelle Blackwell-Architektur bleibt der dominierende Faktor. Die Systeme B200 und GB200 sind Berichten zufolge bis Mitte 2026 ausverkauft. Der weltweite Auftragsüberhang wird auf 3,6 Millionen Einheiten geschätzt. Nvidia hat bereits die Blackwell-Ultra-Version mit besserem HBM3e-Speicher hochgefahren.

Die nächste Plattform Vera Rubin ist in der Pipeline. Die Produktion soll im dritten Quartal 2026 anlaufen, der Hochlauf im vierten Quartal. Rubin wird HBM4-Speicher und TSMCs 3-Nanometer-Technologie nutzen.

Ausblick auf Computex

Die Anleger blicken gespannt auf die Computex-Messe in Taipeh, die am 1. Juni beginnt. Jensen Huang wird dort eine Grundsatzrede halten. Gerüchte über ein „Überraschungsprodukt“ kursieren, ebenso wie Ausblicke auf Physical AI und Quantencomputing.

Über zwei Millionen Entwickler arbeiten bereits auf Nvidias Robotik-Plattform. CFO Colette Kress bezeichnet dieses Feld als eine langfristige Chance im Billionen-Dollar-Bereich. Die spannende Frage: Wird Huang auf der Computex die konkreten Produkte liefern, die diese Vision untermauern?

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