Nvidia Aktie: 81,6 Milliarden Dollar Umsatz
Nvidia-Aktie notiert auf Fünfjahrestief beim KGV, während Umsatz und Gewinn neue Höchststände erreichen. Analysten sehen Aufwärtspotenzial.

- Niedrigstes KGV seit fünf Jahren
- Umsatzrekord von 81,6 Milliarden Dollar
- Analysten bestätigen starke Kaufempfehlung
- Optionsmarkt signalisiert steigende Kurse
Nvidia schließt am Freitag bei 182,00 Euro, ein Minus von 0,80 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,70 Prozent zu Buche. Das eigentlich Bemerkenswerte liegt woanders: Der Chiphersteller ist so günstig bewertet wie seit fünf Jahren nicht mehr — und das trotz Rekordumsätzen.
Ein ungewöhnlich ruhiges Jahr
Verglichen mit dem breiten Markt läuft es für Nvidia gut. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn 13,55 Prozent im Plus und schlägt damit Nasdaq und S&P 500. Für die meisten Unternehmen wäre das ein starkes Jahr.
Für Nvidia ist es eine deutliche Verlangsamung. In den vergangenen drei Kalenderjahren legte die Aktie um 38, 170 und 240 Prozent zu. Wer sich an solche Sprünge gewöhnt hat, dürfte das aktuelle Tempo als Warnsignal lesen.
Operativ gibt es davon keine Spur. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar — ein neuer Rekord. Hyperscaler pumpen weiter aggressiv Geld in KI-Rechenzentren, die Nachfrage bleibt hoch.
Der Kurs hat mit dieser Dynamik nicht Schritt gehalten. Ein Plus von rund 12 Prozent in weniger als sieben Monaten ist für sich genommen kein schlechtes Ergebnis. Nach den Kursexplosionen der Vorjahre wirkt es für viele Anleger dennoch mager.
Die Bewertung ist deutlich gesunken
Genau hier liegt der eigentliche Twist der Geschichte. Nvidia handelt aktuell zum 31-fachen der Gewinne und zum 23-fachen der erwarteten Gewinne — Werte, die es in den vergangenen fünf Jahren nicht gab. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt damit rund 41 Prozent unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt von 53.
Auch wachstumsbereinigt sieht das Bild günstig aus. Die PEG-Ratio auf Fünf-Jahres-Basis liegt bei einem historischen Tiefstwert von 0,56. Werte unter 1 gelten klassischerweise als Signal für eine Unterbewertung.
Die Wall Street bleibt trotz der Kursflaute bullish. 61 von S&P Global befragte Analysten vergeben im Konsens ein „Strong Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 302,83 Dollar. Das entspräche einem Aufwärtspotenzial von 46,41 Prozent. Die Spanne der Einzelziele reicht von 180 bis 500 Dollar — eine erhebliche Bandbreite, die zeigt, wie unterschiedlich Analysten die kommenden Quartale einschätzen.
Optionshändler wetten auf eine Erholung
Anfang des Monats zeigten sich am Terminmarkt bereits Anzeichen für neue Stärke. Nvidia-Aktien hielten sich sogar, als der Halbleiter-ETF von VanEck um 5 Prozent einbrach — einen Tag, nachdem ein Analystenbericht Nvidia eine mindestens einjährige Verzögerung bei der Fertigung der nächsten Server-Rack-Generation vorgeworfen hatte.
In dieser Phase wechselten an einem einzigen Handelstag mehr als 1,5 Millionen Call-Optionen den Besitzer, verglichen mit unter 690.000 Put-Optionen. Mehr als doppelt so viele Calls wie Puts — ein klares Signal, dass Optionshändler auf steigende statt fallende Kurse setzen.
Der Blick auf die Zahlen im August
Ende Juli legen Microsoft, Meta, Amazon und Alphabet ihre Quartalszahlen vor. Hohe Investitionspläne der Hyperscaler in KI würden direkt auf mehr Chip-Bestellungen bei Nvidia hindeuten. Der eigene Bericht des Konzerns steht erst Ende August an.
Historisch spricht die Statistik für die Aktie in dieser Wartezeit. In den vergangenen fünf Quartalen — beginnend mit dem ersten Quartal 2025 — legte Nvidia jeweils im Monat vor der Berichterstattung zu, wenn auch mit unterschiedlicher Stärke.
Aktuell notiert die Aktie rund 10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro aus dem Mai, gleichzeitig deutlich über dem 50-Tage- und dem 200-Tage-Durchschnitt. Nvidia befindet sich damit in einer Konsolidierungsphase: günstige Bewertung und optimistische Optionspositionierung auf der einen Seite, ein fehlender frischer Auslöser für neue Rekorde auf der anderen. Die Quartalszahlen Ende August dürften zeigen, welche Seite sich durchsetzt.
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