Nvidia Aktie: 81,61 Milliarden Umsatz

Nvidia verdreifacht Gewinn, doch der Aktienkurs bleibt in einer engen Spanne gefangen. Analysten sehen trotz Konkurrenz und China-Risiken eine Kaufgelegenheit.

Die Kernpunkte:
  • Gewinn je Aktie auf 1,87 Dollar gestiegen
  • Rechenzentrumsumsatz wächst um 92 Prozent
  • Apple überholt Nvidia an der Börsenspitze
  • Analysten wie Morgan Stanley bleiben optimistisch

Nvidia hat den Gewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 mehr als verdreifacht – und trotzdem kommt die Aktie kaum vom Fleck. Seit November vergangenen Jahres pendelt der Kurs überwiegend zwischen rund 205 und 212 US-Dollar, während das Unternehmen operativ von Rekord zu Rekord eilt. Vorbörslich notiert das Papier bei 179,02 Euro, ein Plus von 0,52 Prozent zum Vortagesschluss. Zum 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht Mitte Mai, fehlen damit noch 11,60 Prozent, während der Kurs zugleich 8,01 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 165,74 Euro liegt.

Nettogewinn verdreifacht, KGV schrumpft trotzdem

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 setzte Nvidia 81,61 Milliarden US-Dollar um, ein Plus von 85,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich mehr als von Analysten mit 78,42 Milliarden US-Dollar erwartet. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,87 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,76 US-Dollar. Das Rechenzentrumsgeschäft, mittlerweile das Rückgrat des Konzerns, wuchs um 92 Prozent auf 75,25 Milliarden US-Dollar. Für das laufende Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von 91 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Der Vorstand hat zudem ein Rückkaufprogramm über 80 Milliarden US-Dollar autorisiert und die Quartalsdividende auf 0,25 US-Dollar angehoben. Trotz dieser Zahlen ist das auf künftige Gewinne bezogene Kurs-Gewinn-Verhältnis auf rund 22 gefallen – ein deutlicher Rückgang gegenüber früheren Bewertungsniveaus. Skeptiker verweisen auf wachsende Konkurrenz durch Custom-Chips der Hyperscaler und geopolitische Risiken; das China-Geschäft trug zuletzt nichts mehr zum Umsatz bei, nach 4,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal.

Apple zieht an der Börsenspitze vorbei

Der Ausverkauf im Halbleitersektor hat auch die Rangfolge der wertvollsten Unternehmen der Welt durcheinandergewirbelt. Apple überholte Nvidia zwischenzeitlich als wertvollstes Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 4,88 Billionen US-Dollar gegenüber 4,86 Billionen US-Dollar bei Nvidia. Der Philadelphia Semiconductor Index ist inzwischen mehr als 20 Prozent unter sein Junihoch gefallen und damit formal in einen Bärenmarkt gerutscht, bevor sich Chipwerte zuletzt wieder erholten. Auch Speicherchip-Titel wie Sandisk und Micron gerieten unter Druck, verloren zeitweise 39 beziehungsweise 27 Prozent gegenüber ihren Höchstständen – ein Rückschlag, der die gesamte Zulieferkette rund um Nvidia belastete.

Morgan Stanley und JPMorgan sehen Kaufgelegenheit

Nach der Korrektur positionieren sich mehrere Analysehäuser gegen die Skepsis. Morgan Stanley nennt Nvidia neben Broadcom als bevorzugten Wert im Bereich KI-Rechenleistung nach dem Sektor-Rückgang. Mizuho und JPMorgan gehen davon aus, dass die langfristige Nachfrage nach KI-Infrastruktur auch über 2028 hinaus intakt bleibt. Gleichzeitig meldete Goldman Sachs, dass Hedgefonds ihre Technologiepositionen seit Juni so schnell abgebaut haben wie seit Beginn der Aufzeichnungen nicht mehr – ein Hinweis darauf, dass ein Teil des jüngsten Kursrückgangs auf technische Umschichtungen und weniger auf fundamentale Zweifel zurückgeht.

Huang widerspricht Berichten über Produktionsverzögerungen

Nvidia-Chef Jensen Huang hat Berichte über Verzögerungen bei der kommenden Vera-Rubin-Plattform zurückgewiesen und betont, die Produktion laufe in „gigantischen“ Stückzahlen. Zuvor hatte die Analysefirma SemiAnalysis von erheblichen Rückschlägen beim Kyber-NVL144-System berichtet, mit einer Verzögerung von mehr als zwölf Monaten sowie einer Annullierung des NVL72x2-Modells. Das Analysehaus KeyBanc reagierte auf Huangs Aussagen mit einer Anhebung seiner CoWoS-Prognose für 2027 auf 1,1 Millionen Interposer und bekräftigte damit seine positive Einschätzung zur Lieferkette. Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Operativ liefert Nvidia weiterhin Rekordzahlen, während Bewertung, Konkurrenzdruck und Lieferkettenfragen den Kurs vorerst in seiner seitwärts gerichteten Spanne halten.

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