Nvidia Aktie: 91-Milliarden-Prognose im Fokus der Q2-Zahlen
Nvidia legt Q2-Zahlen vor: Analysten erwarten Umsatz nahe 93 Mrd. USD. Milliarden-Partnerschaften mit OpenAI und SSI prägen das Umfeld.

- Quartalszahlen am Mittwoch nach US-Börsenschluss
- Umsatzprognose von 91 Mrd. USD im Fokus
- OpenAI-Rechenzentrum: 105 Mrd. USD Garantie
- Aktie verlor zuletzt 5,6 Prozent
Nvidia legt am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Quartalszahlen für das zweite Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 vor, das Ende Juli abgeschlossen wurde. Um 23 Uhr deutscher Zeit folgt die Telefonkonferenz mit dem Management.
Anleger blicken vor allem auf die Frage, ob der Chiphersteller seine eigene Umsatzprognose von 91 Milliarden US-Dollar plus/minus zwei Prozent bestätigen kann – und wie belastbar das China-Geschäft eingeschätzt wird, das in dieser Vorgabe explizit ausgeklammert bleibt.
Der Aktienkurs notierte am Freitag bei 183,78 Euro und büßte damit binnen sieben Handelstagen 5,6 Prozent ein. Das deutet auf eine gewisse Nervosität vor dem Zahlenwerk hin, auch wenn das Papier von seinem 52-Wochen-Tief bei 139,78 Euro noch immer deutlich entfernt notiert.
Milliardenschwere Partnerschaften prägen das Umfeld
Die vergangenen Wochen waren geprägt von einer Serie großvolumiger Vereinbarungen, die Nvidias Position im KI-Infrastrukturgeschäft untermauern sollen.
Am 17. August wurde über eine Börsenmitteilung bekannt, dass Nvidia eine Finanzierungsgarantie von bis zu 105 Milliarden US-Dollar für ein neues Rechenzentrum von OpenAI in Ohio übernimmt. Das Projekt trägt den Namen PORTS-Pike Technology Campus und soll zunächst eine Rechenkapazität von 4,25 Gigawatt bereitstellen, mit einer Option auf weitere 3,75 Gigawatt.
Betreiber vor Ort ist SB Energy, das die Anlage über einen 20-Jahres-Pachtvertrag an OpenAI vermietet. Zusätzlich investiert Nvidia 1,5 Milliarden US-Dollar direkt in SB Energy. Die Kapazität soll ab 2028 schrittweise ans Netz gehen.
Bereits Anfang August hatte Nvidia eine langfristige Partnerschaft mit dem KI-Start-up Safe Superintelligence besiegelt und dort investiert. Nach Angaben von TechCrunch bewegt sich die Summe im mehrstelligen Milliardenbereich, Bloomberg bezifferte den Deal auf rund fünf Milliarden US-Dollar.
Im Zentrum der Kooperation steht der Zugang zur kommenden Vera-Rubin-GPU-Plattform, mit der Safe Superintelligence seine Rechenkapazität um eine Größenordnung steigern will.
Rekordquartal als Messlatte
Zur Einordnung der bevorstehenden Zahlen lohnt der Blick auf das vorangegangene Quartal bis Ende April: Nvidia meldete damals einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden US-Dollar, wobei allein das Rechenzentrumsgeschäft mit 75,2 Milliarden US-Dollar um 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte. Die Sparte Data Center Networking wuchs sogar um 199 Prozent.
Firmenchef Jensen Huang sprach zuletzt von einer „parabolischen“ Nachfrageentwicklung und bekräftigte das Ziel, zwischen 2025 und dem Kalenderjahr 2027 kumuliert eine Billion US-Dollar Umsatz mit den Chip-Generationen Blackwell und Rubin zu erzielen. Die gebuchten Lieferverpflichtungen belaufen sich Unternehmensangaben zufolge mittlerweile auf 119 Milliarden US-Dollar.
Parallel dazu hat der Aufsichtsrat die Kapitalrückführung an Aktionäre ausgeweitet: Ein zusätzliches Rückkaufprogramm über 80 Milliarden US-Dollar kommt zu den verbliebenen 38,5 Milliarden US-Dollar aus dem laufenden Programm hinzu, zudem wurde die Quartalsdividende von einem auf 25 US-Cent je Aktie angehoben.
Konsensschätzungen als Vergleichsmaßstab
Medienberichten zufolge rechnen Analysten für das anstehende Quartal mit einem Gewinn je Aktie zwischen 2,06 und 2,13 US-Dollar sowie einem Umsatz von rund 92 bis 93,6 Milliarden US-Dollar – Werte, die nahe an der eigenen Unternehmensprognose liegen.
Der technische Zustand der Aktie liefert derweil kein eindeutiges Signal: Mit einem RSI von 48,1 bewegt sich das Papier in neutralem Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Ob die Zahlen am Mittwoch für neuen Schwung sorgen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie das Management die Aussichten für das China-Geschäft und den Hochlauf der Rubin-Plattform kommentiert.
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