Nvidia Aktie: Amazon ordert zwei Millionen Chips

Nvidia bestätigt 0,25 Dollar je Aktie und meldet starkes Wachstum. Gespräche über Hugging Face laufen, während der Deal-Ausgang offen bleibt.

Die Kernpunkte:
  • Quartalsdividende von 0,25 Dollar bestätigt
  • Hugging-Face-Übernahme bleibt unentschieden
  • Umsatz im zweiten Quartal deutlich gewachsen
  • Amazon erweitert Nvidia-Chipbestellung

Nvidia hält an seiner Ausschüttungspolitik fest: Der Chipkonzern zahlt am 1. Oktober eine Quartalsdividende von 0,25 Dollar pro Aktie, der Ex-Dividenden-Tag ist der 10. September.

Die Nachricht wirkt fast beiläufig angesichts der laufenden Verhandlungen um eine mögliche Übernahme von Hugging Face – doch genau darin liegt die eigentliche Botschaft: Nvidia signalisiert Stabilität, während im Hintergrund über einen der größten KI-Deals des Jahres verhandelt wird.

Die Dividende als Kontrapunkt zur Übernahmespekulation

Die Ausschüttung ist mit 0,25 Dollar pro Aktie unspektakulär, doch sie zeigt, dass Nvidia trotz milliardenschwerer Investitionsvorhaben und einer möglichen Großübernahme seinen gewohnten Kapitalrückfluss an Aktionäre nicht antastet.

Über eine Übernahme von Hugging Face wird derzeit verhandelt, ein Preis von rund 14 Milliarden Dollar steht im Raum, samt einem Mitarbeiterbindungspaket von einer Milliarde Dollar. Ein finaler Vertrag ist bislang nicht unterschrieben, beide Unternehmen äußerten sich bislang nicht dazu.

Sollte der Deal zustande kommen, würde er Nvidias Position im Bereich offener KI-Modelle und Entwickler-Plattformen deutlich stärken – die Dividendenzahlung bliebe davon nach aktuellem Stand unberührt.

Wachstum ohne China-Geschäft im Rücken

Der Kontext für diese Stabilität liefert die jüngste Geschäftsentwicklung. Nvidia hatte am Mittwoch vergangener Woche Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt: Der Umsatz stieg auf 96,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, die Bruttomarge lag bei 75 Prozent.

Für das laufende Quartal stellt der Konzern einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar in Aussicht – ein Wachstum von rund 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wohlgemerkt ohne jegliche Rechenzentrums-Umsätze aus China. Dass Nvidia trotz dieses regulatorischen Gegenwinds derart optimistische Prognosen abgibt, unterstreicht die Nachfragedynamik im Kerngeschäft.

Diese Dynamik zeigt sich auch bei den Partnerschaften: Amazon erweiterte sein Engagement und will künftig zwei Millionen zusätzliche Nvidia-Grafikprozessoren der Reihen Blackwell Ultra, Rubin und Rubin Ultra in AWS-Rechenzentren integrieren, verteilt über die Jahre 2027 und 2028. Das folgt auf eine frühere Zusage über eine Million Chips, die erst fünf Monate zuvor vereinbart worden war.

Nvidia begründet den Ausbau mit einer Nachfrage, die die eigenen Erwartungen übertroffen habe. Auch SpaceXAI kündigte den Einsatz von Nvidias Vera-CPUs für agentenbasierte KI-Anwendungen an, während die neue Vera-Rubin-Plattform bei Cloud-Anbietern wie CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure und Oracle in die volle Produktion geht.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich am Donnerstag eine leicht abwartende Haltung: Die Aktie notierte mit 192,52 Euro rund 0,5 Prozent im Minus, nachdem sie bereits am Mittwoch bei 193,58 Euro geschlossen hatte. Der Rückgang folgt trotz der starken Quartalszahlen und dürfte auf allgemeine Gewinnmitnahmen sowie die Unsicherheit rund um die Hugging-Face-Gespräche zurückzuführen sein.

Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das Mitte Mai markiert wurde, liegt das Papier derzeit rund 4,9 Prozent darunter – ein Abstand, der angesichts der operativen Stärke des Unternehmens moderat ausfällt.

Für Anleger bleibt die Kombination aus solider Ausschüttungspolitik, robustem Wachstum und offener Übernahmefrage das bestimmende Bild: Nvidia demonstriert finanzielle Verlässlichkeit, während der Ausgang der Hugging-Face-Verhandlungen weiterhin offen ist.

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