Nvidia Aktie: Bärenmarkt trotz Milliardendeals

Der Chip-Sektor fällt in den Bärenmarkt, während Nvidia mit neuen Deals und einem Forschungslabor in Südkorea seine KI-Strategie vorantreibt.

Die Kernpunkte:
  • SOX-Index rutscht über 20 Prozent ab
  • Nvidia verliert kurzzeitig Spitzenposition
  • 300-Millionen-Dollar-Labor in Seoul geplant
  • Wettbewerb um KI-Hardware verschärft sich

Während der US-Chipindex SOX offiziell in einen Bärenmarkt gerutscht ist, schmiedet Nvidia im Hintergrund weiter milliardenschwere Partnerschaften. Die Kombination aus Kursdruck und ungebrochener Dealaktivität wirft die Frage auf, ob der Ausverkauf mehr über Stimmung als über Substanz aussagt.

Der Sektor rutscht ab, Nvidia mittendrin

Der SOX fiel zuletzt mehr als 20 Prozent unter sein Rekordhoch vom 22. Juni 2026 und erfüllte damit die klassische Definition eines Bärenmarkts. Nvidia geriet dabei zeitweise sogar hinter Apple zurück und verlor den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt, eroberte ihn zum Handelsschluss aber wieder zurück. Auslöser der Verkaufswelle war neben der allgemeinen Zinsdiskussion auch die Vorstellung des chinesischen KI-Modells Kimi K3 von Moonshot AI, das mit 2,8 Billionen Parametern ähnliche Leistungen wie westliche Modelle erzielen soll, nur deutlich günstiger. Marktbeobachter zogen Parallelen zum sogenannten DeepSeek-Moment Anfang 2025, der die Annahme einer dauerhaften US-Technologieführerschaft erstmals infrage stellte.

Ein Analyst der Bank of America ordnet die Korrektur dennoch als saisonales Muster ein, nicht als fundamentale Trendwende. In 10 der vergangenen 16 Jahre habe der SOX im dritten Quartal schwächer abgeschnitten als der S&P 500, nachdem er im zweiten Quartal 2026 noch rund 80 Prozent zugelegt hatte. Als Stütze für die Erholungsthese verweist er auf den Speichermarkt: Cloud-Anbieter stecken inzwischen 35 bis 40 Prozent ihrer Investitionsausgaben in Speicherchips, DRAM-Preise steigen seit Wochen. Für den Markt für Chipfertigungsanlagen rechnet er mit deutlich höheren Umsätzen in den kommenden Jahren.

Korea als neuer Baustein der KI-Strategie

Parallel zum Kursrutsch baut Nvidia seine internationalen Forschungsbrücken aus. Gemeinsam mit dem Korea Advanced Institute of Science and Technology eröffnet das Unternehmen in Seoul ein gemeinsames KI-Forschungslabor, das auf sogenannte agentenbasierte KI-Systeme für den koreanischen Markt zugeschnitten ist. Die Kooperation ist auf 300 Millionen Dollar über fünf Jahre angelegt, davon fließen jährlich 50 Millionen Dollar in Rechenleistung. Mindestens zehn koreanische Forscher sollen jährlich gefördert werden, mit Praktika bei Nvidia und Aussicht auf Festanstellungen.

Im Wettbewerb um latenzarme KI-Hardware bleibt Nvidia ebenfalls aktiv: Im Dezember hatte das Unternehmen Vermögenswerte von Groq für 20 Milliarden Dollar übernommen, um entsprechende Technologie ins eigene System zu integrieren. Just in dieser Woche schloss Konkurrent AMD eine ähnliche Partnerschaft mit dem Chiphersteller Cerebras, dessen „Wafer-Scale“-Chips künftig in AMDs Helios-Systeme integriert werden. Der Vorstoß zeigt, wie umkämpft das Feld für schnelle KI-Antworten inzwischen geworden ist.

Ob sich die optimistische BofA-These bestätigt, dürfte sich mit den Quartalszahlen der großen Cloud-Konzerne im Spätsommer zeigen. Dann wird sichtbar, ob die milliardenschweren Investitionspläne für KI-Infrastruktur wie angekündigt weiterlaufen oder ob erste Anbieter ihre Ausgaben zurückfahren.

Anzeige

Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Nvidia