Nvidia Aktie: Betriebskapital-Frage?

Citigroup und BNP Paribas bleiben bei Nvidia positiv; Finanzierung und Infrastrukturaufbau erschweren jedoch die Umsetzung des KI-Ausbaus.

Die Kernpunkte:
  • Citigroup bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
  • BNP Paribas hält an Outperform fest
  • Nvidia-Aktie verliert 4,2 Prozent
  • SpaceX plant monatlich 200.000 Chips

Citigroup sieht bei Nvidia trotz des Ausverkaufs keinen Mangel an Nachfrage. Das Analysehaus bestätigte gestern seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 315 US-Dollar. Die zentrale Aussage nach der Berliner GTC: Engpässe liegen vor allem in der Fertigung und beim Aufbau der KI-Infrastruktur. Für Anleger entscheidet damit nicht allein das Interesse an neuen Chips über das Wachstum, sondern auch deren tatsächliche Inbetriebnahme.

Diese Einschätzung steht im Kontrast zur Stimmung an der Börse. Sorgen um die Finanzierung und Umsetzung des KI-Ausbaus überlagerten die positiven Nachfragesignale. Nvidia verlor gestern -4,2% – die optimistischen Analystenurteile verhinderten den Rückzug der Anleger damit nicht.

Kaufempfehlungen trotz praktischer Hürden

Citigroup zufolge hat die Konferenz die Sichtbarkeit der Vera-Rubin-Serienproduktion für 2027–2028 verbessert. Das Haus verortet die entscheidenden Beschränkungen auf der Angebots- und Umsetzungsseite. Das ist eine andere Diagnose als ein nachlassendes Interesse an KI-Rechenleistung.

Der Unterschied ist für die Bewertung wichtig: Hohe Nachfrage eröffnet Wachstumsmöglichkeiten. Sie beseitigt aber weder fehlende Komponenten noch Verzögerungen bei Rechenzentren. Kaufinteresse und tatsächlich nutzbare Kapazität bleiben deshalb getrennte Größen.

Auch BNP Paribas bleibt positiv. Analyst Karl Ackerman bestätigte nach der GTC die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 345 US-Dollar. Nach seiner Einschätzung liegt Nvidias Zeitplan für optische Netzwerktechnik weiterhin im Plan.

Die Technik soll die Vernetzung großer KI-Systeme unterstützen. Für die positive Einschätzung zählt damit nicht nur die nächste Chipgeneration. Ebenso wichtig ist, ob Nvidia die Infrastruktur für größere zusammenhängende Systeme rechtzeitig bereitstellen kann.

Ackerman erwartet die Einführung optischer Verbindungen für die horizontale Skalierung weiterhin im zweiten Halbjahr 2026. Für die vertikale Skalierung nennt er das zweite Halbjahr 2027. Die Termine bleiben Erwartungen an die Umsetzung und sind keine bereits abgeschlossenen Ausbauschritte.

Großes Interesse ist noch keine gesicherte Umsetzung

Nvidia-CEO Jensen Huang beschrieb die Nachfrage spezialisierter Cloudanbieter gestern im Gespräch mit CNBC auf der Berliner GTC als außergewöhnlich hoch. Zugleich verwies er auf fehlendes Betriebskapital. Reuters zufolge trug gerade diese Aussage zum Ausverkauf bei.

Damit benannte Huang die Grenze der optimistischen Nachfragegeschichte selbst: Interessenten müssen den Ausbau auch finanzieren können. Ein hoher Bedarf allein garantiert noch nicht, dass Rechenkapazität im gewünschten Tempo entsteht.

SpaceX erklärte gestern, monatlich 200.000 Nvidia-Chips in Betrieb nehmen zu wollen. Solche Ausbaupläne verdeutlichen die Größenordnung der möglichen Nachfrage. Sie bleiben allerdings Pläne und sind nicht mit bereits installierten Systemen gleichzusetzen.

Für die Chipkäufe sucht SpaceX laut Financial Times rund 40 Mrd. US-Dollar an Krediten und Investment-Grade-Schulden. Apollo soll die Finanzierung voraussichtlich führen; GPUs könnten als Sicherheiten dienen. Bloomberg zufolge befinden sich die Gespräche in einem frühen Stadium und könnten scheitern.

Die positiven Analystenurteile und die Skepsis des Marktes schließen sich deshalb nicht aus. Citigroup und BNP Paribas setzen auf Nachfrage und technische Fortschritte. Der Kursrückgang unterstreicht dagegen die Zweifel, wie schnell sich dieses Potenzial finanzieren und in betriebsbereite Infrastruktur übersetzen lässt.

Anzeige

Stand heute, 23. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

Nvidia: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

Diskussion zu Nvidia