Nvidia Aktie: Cantor hebt Ziel auf 350 Dollar
Nvidia-Aktie gibt vor Quartalsbericht nach, bleibt aber im Jahresplus. Analysten sehen Potenzial, während China-Unsicherheiten und Lieferketten-Investitionen die Strategie prägen.

- Kursrücksetzer vor Quartalszahlen
- China-Geschäft belastet Stimmung
- Analysten heben Kursziele an
- Lieferketten-Investitionen ausgeweitet
Nvidia geht mit Rückenwind in die wichtigste Börsenwoche des Monats, aber der Freitag hat die Euphorie spürbar gebremst. Rekordbewertung, neue Kursziele und milliardenschwere Lieferketten-Deals trafen auf Zweifel am China-Geschäft. Genau diese Mischung macht die Quartalszahlen am Mittwoch so brisant.
Am Freitag schloss die Aktie bei 193,90 Euro und verlor 3,56 Prozent. Trotz des Rücksetzers liegt sie seit Jahresanfang noch 20,36 Prozent im Plus.
China bremst den Rekordlauf
Zur Wochenmitte hatte Nvidia noch ein neues Allzeithoch markiert. Die Marktkapitalisierung erreichte zeitweise rund 5,7 Billionen Dollar, getrieben von frischen Analystenkommentaren und anhaltender KI-Euphorie. Danach kippte die Stimmung.
Auslöser war vor allem China. Nach dem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping kamen Berichte auf, dass Nvidia zwar grünes Licht für den Verkauf von H200-Chips in China erhalten habe, tatsächliche Verkäufe aber ausgeblieben seien. Das traf nicht nur Nvidia, sondern auch Intel und AMD.
Der Rücksetzer relativiert den starken Lauf aber nur teilweise. Auf Sicht von sieben Tagen steht immer noch ein Plus von 6,19 Prozent, über einen Monat sind es 16,09 Prozent. Die Aktie bleibt damit klar über ihren mittelfristigen Durchschnittslinien.
Analysten setzen auf starke Zahlen
Mehrere Häuser hoben vor dem Quartalsbericht ihre Kursziele an. Cantor Fitzgerald erhöhte das Ziel für Nvidia von 300 auf 350 Dollar und verwies darauf, dass die KI-Chips des Konzerns im laufenden Geschäftsjahr wohl weitgehend ausverkauft seien. Die Gewinnkraft der nächsten Jahre werde am Markt noch unterschätzt, so die Einschätzung.
UBS zog das Kursziel von 245 auf 275 Dollar nach oben. Analyst Timothy Arcuri sieht die Erwartungen vor den Zahlen als eher vorsichtig an. Damit steigt die Chance, dass Nvidia nicht nur besser abschneidet als erwartet, sondern auch den Ausblick anhebt.
Das ist der Kern der aktuellen Bewertung: Der Markt preist enormes Wachstum ein, verlangt aber weiter Belege. Bei Nvidia reicht ein gutes Quartal inzwischen selten. Entscheidend ist, ob Nachfrage, Margen und Lieferfähigkeit gemeinsam überzeugen.
Lieferkette wird zur Machtfrage
Strategisch baut Nvidia seine Position entlang der KI-Infrastruktur aus. Der Konzern investiert nicht nur in Rechenleistung, sondern auch in Unternehmen, die für die eigene Lieferkette wichtig sind. Dazu zählt CoreWeave, wo Nvidia seine Beteiligung auf 47,2 Millionen Class-A-Aktien ausgebaut hat.
Auch Coherent gehört zum Portfolio. Das Unternehmen liefert Materialien und optische Technologien, die in der Halbleiterproduktion und Datenübertragung eine Rolle spielen. Damit sichert sich Nvidia Zugang zu Bausteinen, die im KI-Boom knapp werden können.
Besonders auffällig ist die Partnerschaft mit Corning. Die Vereinbarung umfasst einen Wertpapierkauf über 500 Millionen Dollar und kann in weitere Beteiligungen von bis zu 3,2 Milliarden Dollar münden. Corning soll seine US-Kapazitäten für optische Verbindungstechnik massiv ausbauen.
Diese Strategie hat zwei Seiten. Sie kann Nvidia einen Schutzwall in der Lieferkette verschaffen. Kritiker sehen aber auch Kreislaufstrukturen, weil Nvidia in Firmen investiert, die selbst zu Kunden oder Infrastrukturpartnern werden.
Mittwoch liefert den Test
Nach Börsenschluss am 20. Mai legt Nvidia Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor. Erwartet werden 78,8 Milliarden Dollar Umsatz und ein Gewinn je Aktie von 1,77 Dollar.
Der Rückenwind aus dem Markt ist stark: Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta haben ihre Investitionspläne für KI-Infrastruktur deutlich erhöht. Für Nvidia zählt nun, ob diese Nachfrage schnell genug in Umsatz und Ausblick sichtbar wird. Nach dem starken Lauf reicht ein solider Bericht kaum aus; der Markt will Belege, dass der KI-Zyklus nicht nur groß bleibt, sondern weiter beschleunigt.
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