Nvidia Aktie: Cantor setzt auf 350 Dollar
Cantor bestätigt nach Gesprächen mit Nvidia ein Kursziel von 350 Dollar; höhere Zinsen könnten die Finanzierung des KI-Ausbaus erschweren.
- Cantor bestätigt Ziel von 350 Dollar
- Umsatzplus von über 70 Prozent für 2027 erwartet
- Micron liefert Speicherchips für Nvidia
- US-Anleiherendite erreicht höchsten Stand seit 2002
Nvidia startet mit Rückenwind in den Oktober. Cantor Fitzgerald bekräftigt nach Investorengesprächen mit der Konzernspitze das Kursziel von 350 Dollar, vorbörslich legt die Aktie rund 0,9 Prozent zu. Gleichzeitig mahnen steigende Zinsen zur Vorsicht bei der Finanzierung des KI-Booms.
Cantor sieht weiteres Potenzial
Zum Treffen in New York waren laut Cantor unter anderem CEO Jensen Huang und Finanzchefin Colette Kress gekommen. Das Management betonte eine breiter werdende Kundenbasis, die Rolle bei KI-Agenten und die Fähigkeit, mit jeder Systemgeneration einen wachsenden Anteil der IT-Investitionen der Hyperscaler zu erobern.
Die Analysten sehen Spielraum nach oben für das in Aussicht gestellte Umsatzwachstum von mehr als 70 Prozent im Kalenderjahr 2027. Ihr Kursziel entspricht dem 13-Fachen des geschätzten Gewinns je Aktie für 2028 von 26 Dollar. Bernstein Research setzt mit 400 Dollar sogar noch höher an.
Zuletzt schloss die Aktie bei 228,38 Dollar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 28 Prozent zu Buche.
Rückenwind aus der Lieferkette
Auch das Umfeld liefert Argumente. Micron übertraf mit seinen Zahlen die Erwartungen deutlich und stellte einen starken Ausblick in Aussicht. Der Speicherhersteller liefert HBM-Chips, die Nvidia für seine KI-Prozessoren benötigt, und arbeitet mit dem Konzern an einer kundenspezifischen Lösung. Die Micron-Aktie gibt vorbörslich dennoch leicht nach, weil der Markt starke Zahlen schon eingepreist hatte.
Super Micro Computer hat zudem begonnen, Racks mit Nvidias Vera-Rubin-Plattform auszuliefern. Außerdem stellte Nvidia eine neue Sicherheitsplattform für KI-Agenten vor.
Zinsen als Gegenwind
Die Kehrseite: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 2002 und liegt bei rund 5,3 Prozent. Marktbeobachter warnen, dass teurere Kredite vor allem die verschuldeten Hyperscaler belasten könnten. Nvidia lebt davon, denn mehr als 90 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Rechenzentrumsgeschäft, das an den Budgets weniger Cloudkonzerne hängt.
Nächste Woche trifft sich in New York bei der TMT Finance USA am 6. und 7. Oktober die Branche der Infrastrukturfinanzierer. Dort dürfte es auch um Stromanschlüsse und steigende Finanzierungskosten für neue Rechenzentren gehen. Zuvor steht am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht an, der den Zinskurs der Fed beeinflussen könnte.
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