Nvidia Aktie: China-Signal

Chinesische Behörden erteilen Tech-Konzernen Freigaben für Nvidias KI-Chips. CEO Huang reist zur Klärung offener Fragen ins Land, während die Aktie nahe ihrem Jahreshöchst notiert.

Die Kernpunkte:
  • Freigabe für H200-Chip-Exporte nach China
  • CEO Jensen Huang reist zu Gesprächen vor Ort
  • Aktienkurs notiert nahe 52-Wochen-Hoch
  • Analysten heben Kursziel auf 275 US-Dollar an

Nvidia bekommt in China offenbar wieder mehr Spielraum – und das ausgerechnet bei den begehrten H200-KI-Chips. Gleichzeitig reist CEO Jensen Huang persönlich durchs Land und sortiert im Hintergrund das Governance-Team neu. Im Zentrum steht eine Frage: Löst sich der China-Risikoabschlag für die Aktie allmählich auf?

China öffnet die Tür – mit Auflagen

Auslöser der positiven Stimmung zum Wochenschluss waren Berichte, wonach Pekings Regulierer großen Tech-Konzernen wie Alibaba, Tencent und ByteDance „grundsätzliche“ Freigaben für Bestellungen von Nvidias H200-Prozessoren erteilt haben sollen. Für Nvidia geht es dabei um weit mehr als ein einzelnes Produkt: China ist der zweitwichtigste Absatzmarkt, der nach den US-Exportbeschränkungen lange als Unsicherheitsfaktor galt.

Schon im Dezember 2025 hatten die US-Behörden den Export des H200 nach China genehmigt. Trotzdem stockten Lieferungen an der Grenze, weil lokale Regulierer offenbar bremsten. Die nun gemeldete Freigabe wäre daher ein möglicher Wendepunkt: Ein wichtiger Teil des potenziellen Milliardenumsatzes aus China könnte zurück auf die Agenda rücken.

Ganz ohne Bedingungen geht es allerdings nicht. Laut den Berichten knüpfen chinesische Behörden ihre Zustimmung daran, dass die betreffenden Tech-Konzerne parallel eine festgelegte Menge heimischer Chips abnehmen. Aus Sicht Pekings soll so die eigene Halbleiterindustrie gestärkt werden. An der Börse überwog dennoch die Erleichterung, dass Nvidia überhaupt wieder konkret mit Aufträgen rechnen kann.

Am Freitag kam zusätzliche Symbolik ins Spiel: CEO Jensen Huang traf in Shanghai ein, offiziell für Neujahrsfeiern mit der Belegschaft und Treffen mit lokalen Teams. Für die kommende Woche sind Termine in Peking geplant. Marktbeobachter werten das als Versuch, verbleibende logistische und regulatorische Hürden rund um die H200-Auslieferungen direkt vor Ort zu klären.

Governance: Wechsel im Verwaltungsrat

Abseits der China-Schlagzeilen meldete Nvidia nach Börsenschluss am Freitag auch eine Veränderung im Board of Directors. Langzeit-Aufsichtsrätin Persis Drell ist mit Wirkung zum 20. Januar 2026 aus dem Gremium ausgeschieden.

In der Pflichtmitteilung betonte das Unternehmen, der Rücktritt stehe im Zusammenhang mit einer neuen beruflichen Aufgabe und beruhe nicht auf Differenzen über Strategie, Geschäftspolitik oder interne Abläufe. Für den Aktienkurs spielte diese Personalie angesichts der China-News zwar nur eine Nebenrolle, sie sorgt aber für formale Klarheit in einer Phase, in der Nvidia rasant wächst und starke Governance-Strukturen im Fokus stehen.

Bewertung, Marktposition und Kursbild

Operativ bleibt Nvidia das zentrale Rückgrat der globalen KI-Infrastruktur. Der Konzern hatte bereits Ende 2025 die Marke von 5 Billionen US-Dollar Börsenwert überschritten und dominiert den Markt für Beschleunigerchips. Vor diesem Hintergrund wirkt die mögliche Entspannung in China wie das Entfernen eines wichtigen Bremsklotzes.

Die Aktie notierte am Freitagabend bei 187,72 US-Dollar und liegt damit nur knapp unter ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 190,53 US-Dollar – ein Hinweis darauf, dass der Markt die Chancen aktuell höher gewichtet als die Risiken.

Auch von Analystenseite kommt Rückenwind: Jefferies hob am Freitag sein Kursziel auf 275 US-Dollar an. Begründung sind vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Chips und ein Umfeld, in dem sich die regulatorischen Rahmenbedingungen – insbesondere mit Blick auf China – etwas zu stabilisieren scheinen. Im Vergleich dazu kämpfen Wettbewerber wie Intel weiterhin mit den Nachwirkungen ihrer Restrukturierung aus dem Jahr 2025, bei der Nvidia im September mit 5 Milliarden US-Dollar eingestiegen war.

Ausblick: China-Revenue und nächste Termine

In den kommenden Wochen rückt nun der Zahlenkalender in den Vordergrund. Ende Februar steht der Abschluss des laufenden Geschäftsjahres an, inklusive Ausblick auf das neue Fiskaljahr. Entscheidend wird sein, ob die „grundsätzlichen“ China-Genehmigungen bereits in Form konkreter H200-Aufträge in der Umsatz- und Margenprognose auftauchen.

Ebenfalls wichtig wird, welche Signale aus Jensens Huangs Treffen in Peking nach außen dringen. Offizielle Bestätigungen zu Bestellvolumina oder weiteren regulatorischen Zusagen würden den Eindruck festigen, dass der lange schwelende China-Risikoabschlag deutlich kleiner geworden ist – und damit erklären, warum die Aktie trotz aller politischen Unsicherheiten in der Nähe ihres Hochs gehandelt wird.

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