Nvidia Aktie: Chinas Workstation-Ansturm
ByteDance, Alibaba und Tencent sollen über drei Millionen RTX PRO 5500 bestellt haben; Lieferumfang und Bestätigung bleiben offen.
- Drei Tech-Konzerne sollen Millionen Karten geordert haben
- Listenwert der Order über 35 Milliarden Dollar
- Nvidia kann volle Liefermengen nicht zusichern
- Erste Muster für Dezember in Aussicht gestellt
Chinesische Tech-Konzerne weichen auf Workstation-Grafikkarten aus, weil die Hochleistungs-Rechenzentrumschips für sie gesperrt sind. ByteDance, Alibaba und Tencent haben demnach mehr als 3 Millionen Karten vom Typ RTX PRO 5500 bestellt. Der Listenpreis der Order übersteigt 35 Milliarden Dollar. Offiziell bestätigt hat die Bestellung bislang keines der beteiligten Unternehmen.
Gefragt trotz Exportbeschränkungen
Die Karten kosten rund 11.400 Dollar pro Stück und sind für professionelle Workstations gedacht, nicht für große Rechenzentrums-Cluster. Dennoch zählen sie zu den leistungsstärksten Nvidia-Chips, die chinesische Käufer derzeit bekommen. Der Blackwell-basierte B300 darf nicht nach China geliefert werden. Für den Hopper-Chip H200 gelten Einzelfallprüfungen und Lizenzauflagen.
Die Abnehmer wollen die Karten vor allem für KI-Inferenz einsetzen, also für den Betrieb fertig trainierter Modelle. Das verlangt meist weniger Rechenleistung als das Training. Parallel prüfen chinesische Firmen heimische Alternativen, etwa von Huawei.
Knappes Angebot
Nvidia hat Kunden und Partnern offenbar signalisiert, dass sich volle Lieferungen nicht garantieren lassen. Die Nachfrage übersteigt die geplante Produktion deutlich. Einzelne Kunden könnten nur fünf bis zehn Prozent ihrer bestellten Menge erhalten.
Hinzu kommt ein Mengenproblem: Weltweit könnte Nvidia 2027 nicht mehr als 3 Millionen dieser Karten fertigen. Die Bestellungen aus China sollen bereits über 6 Millionen liegen. Erste Muster sind für Dezember in Aussicht gestellt, kommerzielle Lieferungen sollen im ersten Quartal 2027 beginnen.
Zudem dürfte Nvidia ab 2027 einen Großteil der Fertigungskapazität bei TSMC für die nächste Plattform Rubin reservieren. Das verschärft die Konkurrenz um knappe Produktionsmengen.
Kreditfinanzierter KI-Boom unter Beobachtung
Auch am anderen Ende der Lieferkette wächst die Aufmerksamkeit. CoreWeave, Anbieter von Rechenleistung, trägt Schulden von 52 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor binnen eines Monats rund 30 Prozent.
Fünfjährige Kreditausfallversicherungen notierten zuletzt bei knapp 1.100 Basispunkten. Das entspricht einer marktimplizit hohen Ausfallwahrscheinlichkeit, aber keiner Insolvenzprognose. Für Nvidia als Ausrüster solcher Anbieter ist das ein Stresstest für die Finanzierung der Nachfrage.
Ein fester Termin steht schon: Im Dezember sollen die ersten Muster der RTX PRO 5500 bei chinesischen Kunden eintreffen. Dann zeigt sich, wie viel von der Milliardenorder tatsächlich geliefert wird.
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