Nvidia Aktie: Gaming-Segment verschwindet
Nvidia integriert Gaming in neues Edge-Computing-Segment. Datencenter-Umsatz dominiert mit 75 Mrd. Dollar, Aktie bleibt unter Jahreshoch.

- Gaming-Segment offiziell aufgelöst
- Neue Kategorie Edge Computing eingeführt
- Datencenter-Umsatz steigt auf 75,2 Milliarden
- 80 Milliarden für Aktienrückkäufe genehmigt
Nvidia hat still und leise eine Ära beendet. Mit dem Quartalsbericht für das erste Fiskalquartal 2027 verschwand „Gaming“ als eigenständiges Segment aus den Finanzergebnissen — ersetzt durch eine neue Kategorie namens „Edge Computing“. Das ist mehr als eine buchhalterische Umstrukturierung. Es ist ein Bekenntnis dazu, was Nvidia heute ist: ein KI-Infrastrukturkonzern.
GeForce verschwindet in der Masse
Das neue Edge-Computing-Segment fasst Desktop-PCs, Notebooks, Spielkonsolen, Workstations, Robotik und Automotive-Hardware zusammen. Im ersten Quartal erzielte es 6,4 Milliarden Dollar Umsatz — ein Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Klingt stark. Allerdings entspricht das gerade einmal knapp acht Prozent des Gesamtumsatzes.
Zum Vergleich: Im letzten Quartal des Fiskaljahres 2026 hatte das Gaming-Segment allein 3,7 Milliarden Dollar beigetragen. Nun ist es in einem breiteren Topf verschwunden, der kaum noch Rückschlüsse auf das klassische GPU-Geschäft zulässt.
KI-Maschine auf Hochtouren
Der eigentliche Motor läuft im Rechenzentrum. Der Datencenter-Umsatz kletterte im ersten Quartal auf 75,2 Milliarden Dollar — ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 60,4 Milliarden auf Compute-Hardware und 14,8 Milliarden auf Netzwerktechnik.
Der Gesamtumsatz erreichte 81,6 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street von 78,8 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,87 Dollar — über dem Konsens von 1,76 Dollar.
Das Kapital fließt direkt zurück an die Aktionäre. Der Vorstand genehmigte ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende steigt auf 0,25 Dollar je Aktie — das Fünfundzwanzigfache des bisherigen Werts.
Jensen Huang in Taipei
CEO Jensen Huang reiste am Wochenende nach Taipei, um sich vor der Computex-Messe zu positionieren. Er bezeichnete die nächste KI-Server-Plattform mit dem Codenamen „Vera Rubin“ als potenziell größten Produktlaunch in der Geschichte der taiwanischen Elektronikindustrie.
Huang bestätigte außerdem, dass sein Ausblick auf einen 200-Milliarden-Dollar-Markt für Prozessoren China einschließt. Trotz geopolitischer Einschränkungen bleibt der chinesische Markt für Nvidia relevant. Obendrein mahnte er Montagepartner Super Micro Computer zu strikter Einhaltung von Compliance-Regeln — nach der Festnahme von drei Personen in Taiwan wegen Halbleiter-Schmuggels.
Die Nvidia-Aktie notiert aktuell rund acht Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 201,05 Euro, liegt aber seit Jahresbeginn gut 15 Prozent im Plus. Mit dem Vera-Rubin-Zyklus und einem Datencenter-Geschäft, das inzwischen nahezu den gesamten Konzernumsatz dominiert, dürfte die Computex diese Woche zeigen, wie groß Nvidias nächster Wachstumsschritt ausfallen soll.
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