Nvidia Aktie: Gegenwind durch Microsofts Eigenchip

Microsoft will 2027 einen Inferenzprozessor einführen; Nvidia erweitert zugleich mit Cisco seine Netzwerktechnik und stärkt Industrieanwendungen.

Die Kernpunkte:
  • Maia 300 für 2027 angekündigt
  • Microsoft nennt 40 Prozent Mehrleistung
  • Nvidia und Cisco präsentieren optisches Steckmodul
  • KI-Fertigungslabor in Bengaluru eröffnet

Einer der größten Nvidia-Kunden will unabhängiger werden. Microsoft kündigte am Montag an, 2027 seinen eigenen KI-Prozessor Maia 300 auf den Markt zu bringen. Die Nvidia-Aktie gab im US-Handel zeitweise rund 1,4 Prozent auf etwa 226 Dollar nach.

Microsoft setzt auf Inferenz

Der Chip soll bereits trainierte KI-Modelle ausführen, etwa in Chatbots. Microsoft verspricht pro Megawatt 40 Prozent mehr Leistung als bei Grafikprozessoren. Mehr als eine Million Stück könnten es werden. Zudem soll die Maia-Familie ab 2027 das primäre Inferenzsystem für Microsofts eigene Produkte und Dienste werden.

Für Nvidia ist das ein Signal, kein Einbruch. Der Konzern bleibt bei Training und Inferenz die erste Adresse, wie auch die Debatte um die Hardware hinter OpenAIs neuem Inferenz-Tarif zeigt. Allerdings zeigt jeder große Kunde, der eigene Silizium-Pläne vorantreibt, wo der Wettbewerbsdruck entstehen könnte. Marktbeobachter dürften besonders auf das Inferenzgeschäft achten, weil dort der Preisdruck am größten ist.

Netzwerk-Offensive mit Cisco

Parallel dazu treibt Nvidia sein Geschäft jenseits der Chips voran. Gemeinsam mit Cisco stellte der Konzern den Ultra-Dense Small Form Factor Pluggable (USFP) vor, ein optisches Steckmodul für 400 Gigabit pro Datenleitung. Die Technik soll vier Mal so viel Bandbreitendichte liefern wie heutige 200-Gigabit-Module und dabei etwa 1,3 Mal so effizient arbeiten.

Der Clou liegt im Einsatzfeld: Betreiber sollen ihre KI-Fabriken ausbauen können, ohne zusätzliche Netzwerkebenen einzuziehen. Das senkt Latenz und Stromverbrauch. TE Connectivity und Amphenol bauen Gehäuse, Stecker und Module, weitere Partner sollen folgen. Nvidia und Cisco planen zudem eine offene Branchenspezifikation über ein gemeinschaftlich geführtes Projekt.

Industrie-KI in Indien

Einen weiteren Baustein liefert der indische Engineering-Dienstleister L&T Technology Services. Er eröffnete in Bengaluru ein Labor für KI-gestützte Fertigung, das auf Nvidia-Software wie Omniverse, Isaac Sim und Cosmos setzt. Solche Referenzumgebungen helfen Nvidia, seine Plattformen in der Industrie zu verankern.

Der Gesamtmarkt bleibt freundlich. Nvidia bringt es auf einen Börsenwert von rund 5,5 Billionen Dollar, der S&P 500 notiert nahe seiner Rekorde. Strategen wie jene der Deutschen Bank halten die Rotation in Tech-Werte allerdings für überzogen. Am Dienstag richtet sich der Blick darauf, ob die Aktie die 226-Dollar-Marke aus dem Montagshandel verteidigen kann.

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