Nvidia Aktie: Huang erklärt AGI für erreicht

Nvidia profitiert von KI-Nachfrage, alten Chipwerten und Analystenoptimismus, während die Rubin-Plattform ihren Umsatzanteil ausbauen soll.

Die Kernpunkte:
  • Huang erklärt künstliche allgemeine Intelligenz
  • Nvidia steigert Quartalsumsatz um 106 Prozent
  • Ältere H100-Chips erzielen höhere Mietpreise
  • Cantor Fitzgerald bestätigt 350-Dollar-Kursziel

Jensen Huang hat einen Satz gesagt, der an den Finanzmärkten für Gesprächsstoff sorgt: Nach dem Launch von OpenAIs GPT-6 Astra am 3. September erklärte der Nvidia-Chef, künstliche allgemeine Intelligenz sei erreicht.

Das Modell wurde auf mehr als 100.000 Grace-Blackwell-NVLink72-Systemen trainiert, weitere 400.000 GPUs sollen folgen. OpenAI selbst vermeidet den AGI-Begriff – Mitgründer Greg Brockman sprach lediglich vom „AGI-Zeitalter“, CEO Sam Altman zeigte sich skeptischer und nannte die Definition „schlecht gefasst“.

Für Nvidia ist die Aussage weniger philosophisch als geschäftlich gemeint. Je größer die Modelle, desto mehr Rechenleistung wird benötigt – und genau hier verdient das Unternehmen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden Dollar, für das dritte Quartal stellt Nvidia rund 108 Milliarden Dollar in Aussicht.

Die Rubin-Plattform hat laut Unternehmensangaben bereits mit der Serienauslieferung begonnen und soll im dritten Quartal einen Anteil von 20 Prozent am Data-Center-Umsatz erreichen.

Alte Chips bleiben gefragt

Ein weiterer Baustein der Debatte um Nvidias Geschäftsmodell betrifft die Frage, wie schnell ältere Chips an Wert verlieren. Huang bezeichnete H100-Beschleuniger explizit als „umsatzgenerierende Vermögenswerte“ – die Mietpreise für die inzwischen mehrere Jahre alten Chips sind Berichten zufolge im September um 22 Prozent auf 3,28 Dollar pro Stunde gestiegen.

Auch sechs Jahre alte A100-Chips sollen laut Marktdaten von Silicon Data noch einen Restwert von rund 4.956 Dollar besitzen, CoreWeave hat für A100-Kapazität Verträge bis 2029 abgeschlossen.

Diese Zahlen richten sich direkt gegen die Bärenthese des bekannten Investors Michael Burry, der Nvidia vorwirft, die Abschreibung seiner Chips für den Zeitraum 2026 bis 2028 um 176 Milliarden Dollar zu unterschätzen.

Eine Wette auf der Plattform Kalshi bewertet mit 74 Prozent Wahrscheinlichkeit, dass die Mietpreise für A100-GPUs bis Jahresende über 1,39 Dollar pro Stunde liegen – aktuell stehen sie bei 1,29 Dollar. Wer künftige Wertverluste kalkuliert, kommt an diesen Marktpreisen kaum vorbei.

Analysten sehen weiter deutliches Kurspotenzial

Trotz eines Kursrückgangs von 2,1 Prozent am Dienstag bestätigte Cantor Fitzgerald seine Kaufempfehlung für Nvidia mit einem Kursziel von 350 Dollar, was nach Berechnung des Analysten C.J. Muse einem Aufwärtspotenzial von 55 Prozent entspricht.

Der Analyst begründet seine Einschätzung mit anhaltend starker Nachfrage nach KI-Infrastruktur. An der Wall Street dominiert insgesamt die Einstufung „Strong Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 325,23 Dollar.

Im deutschen Handel notierte die Nvidia-Aktie am Dienstag bei 193,90 Euro, nach einem Tagesverlust von 2,5 Prozent. Damit bleibt das Papier rund 4,2 Prozent unter seinem erst am 14. Mai markierten 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, notiert aber weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 169,79 Euro. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 21 Prozent im Plus.

Am Donnerstag tritt Nvidia auf der Goldman-Sachs-Konferenz „Communacopia+Technology“ auf – ein Termin, den Marktbeobachter als möglichen weiteren Kurstreiber einstufen, insbesondere mit Blick auf Details zur Rubin-Auslieferung und zum neu erschlossenen CPU-Geschäft, für das Nvidia für das Geschäftsjahr 2028 ein Umsatzwachstum von 70 Prozent in Aussicht stellt.

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