Nvidia Aktie: Huang räumt Affäre ein
Der Verwaltungsrat prüft Huangs Kontakte; Kongressmitglieder verlangen Auskünfte, während Nvidia am 17. November Quartalszahlen vorlegt.

- Huang räumt Beziehung zu Alice Huang ein
- Unabhängige Direktoren sollen Prüfung beaufsichtigen
- Republikanische Vorsitzende fordern Unterrichtung am 18. November
- 36 Milliarden Dollar Verpflichtungen gegenüber KI-Cloud-Anbietern
Jensen Huang hat sich bei den Mitarbeitern entschuldigt. Der Nvidia-Chef räumte eine Affäre mit der Geschäftsfrau Alice Huang ein, die US-Geheimdienste für eine chinesische Spionin halten. Der Verwaltungsrat leitet nun eine unabhängige Untersuchung ein.
Was der Verwaltungsrat ankündigt
Ein Ausschuss unabhängiger Direktoren soll die Untersuchung überwachen, unterstützt von externen Rechtsberatern. Man werde „alle verfügbaren Informationen“ prüfen, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.
Der Verwaltungsrat sieht nach eigener Aussage keinen Anlass zur Annahme, dass die nationale Sicherheit oder Geschäftsgeheimnisse kompromittiert wurden. Er bekundet weiter sein Vertrauen in Huang und dessen Führungsteam. Huang selbst unterstützt die Prüfung und will kooperieren.
Auslöser ist ein Bericht der New York Times vom Freitag. Demnach erhielt die US-Regierung im Frühjahr ein Memo, laut dem Alice Huang vom chinesischen Staatssicherheitsministerium angeworben wurde. Sie ist Managerin bei Megaspeed, einem Singapurer Technologieunternehmen, dem Washington vorwirft, China beim Umgehen der Exportbeschränkungen für KI-Chips zu helfen. Ein Nvidia-Sprecher hatte zuvor erklärt, Huangs Kontakte seien mit Treffen mit anderen Kunden vergleichbar gewesen.
Politischer Druck wächst
Der Fall beschäftigt inzwischen beide Parteien im Kongress. Drei republikanische Ausschussvorsitzende im Repräsentantenhaus haben Huang aufgefordert, sich am 18. November in einer nicht öffentlichen Unterrichtung zu erklären. Das wäre einen Tag nach der Vorlage der Quartalszahlen. Demokraten wie Senator Chris Coons kündigen eigene Untersuchungen an und fragen, was die Regierung von Präsident Trump wusste.
Zusätzliche Brisanz liefert ein weiterer Times-Bericht. Das Handelsministerium soll demnach eine chinesische Firma namens New Matrix für die Chip-Montage für Nvidia in Peking freigegeben haben, obwohl an der Firmenadresse kaum nennenswerte Aktivitäten zu finden waren. Senator John Cornyn nannte das „outrageous“. Der Abgeordnete Seth Magaziner fordert, dass neben Huang auch Handelsminister Howard Lutnick aussagt.
Aktie vor einer heiklen Woche
Die Aktie schloss am Freitag bei 186,64 Dollar mit einem Plus von 2,78 Prozent. Nachbörslich gab sie zuletzt um 1,54 Prozent nach, noch bevor die Mitteilung des Verwaltungsrats erschien. Wie der Markt am Montag reagiert, ist offen.
Zusätzlich lastet eine grundsätzliche Warnung auf dem Papier. Der Investor George Noble vergleicht Nvidia mit Cisco kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase. Nvidia stellt rund acht Prozent des S&P 500 und finanziert Kunden mit Garantien. Die Verpflichtungen gegenüber KI-Cloud-Anbietern lagen Ende Juli bei 36 Milliarden Dollar.
Der nächste feste Termin steht fest: Am 17. November legt Nvidia die Zahlen für das dritte Quartal vor, einen Tag später ist die vom Kongress gewünschte Unterrichtung angesetzt.
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