Nvidia Aktie: Huang tritt morgen bei Goldman Sachs auf
Nvidia meldet starkes Wachstum, steigende Chippreise und neue Finanzierungshilfen, während Abschreibungsrisiken und China-Lieferungen offen bleiben.

- Goldman-Auftritt von Jensen Huang bevorstehend
- Umsatzprognose für Geschäftsjahr 2028
- H100-Mieten steigen um 22 Prozent
- Institutionelle Anleger bauen Bestände aus
Nvidia steht vor einem wichtigen Termin: Am morgigen Donnerstag tritt Konzernchef Jensen Huang auf der Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference auf.
Anleger erwarten dort weitere Details zur Nachfragesituation, nachdem der Chiphersteller im zweiten Quartal einen Umsatz von 96 Milliarden Dollar auswies – ein Plus von mehr als 105 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Aktienkurs notiert aktuell bei 193,90 Euro und damit 4,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst im Mai erreicht wurde.
Preiserhöhungen als Signal für ungebrochene Nachfrage
Ein zentrales Argument für die Bewertung liefert der Vermietmarkt für ältere Chips. Die Stundenmiete für H100-Grafikprozessoren kletterte zuletzt um 22 Prozent auf 3,28 Dollar – ein Indiz dafür, dass selbst Vorgängergenerationen knapp bleiben. Parallel kündigte Nvidia für Anfang 2026 Preiserhöhungen von mehr als 15 Prozent auf seine Chips an, während auch Intel höhere CPU-Preise plant.
Kritiker wie der Investor Jim Chanos stellen allerdings infrage, ob sich die von Rechenzentrumsbetreibern angesetzten sechsjährigen Abschreibungszeiträume für die Hardware wirtschaftlich rechtfertigen lassen – ältere Chips wie der A100 könnten schneller an Wert verlieren als kalkuliert.
Für das laufende Geschäftsjahr hat Nvidia erstmals eine konkrete Wachstumsprognose ausgegeben: 70 Prozent Umsatzplus für das Geschäftsjahr 2028. Diese Zahl dürfte auf der Goldman-Konferenz erneut im Zentrum stehen, ebenso wie der Status der Rubin-Plattform, deren Produktionsauslieferung bereits begonnen hat und die im dritten Quartal rund ein Fünftel des Datacenter-Umsatzes beisteuern soll. Unklar bleibt weiterhin, wann Nvidia wieder regulär nach China liefern darf – ein Thema, das die Analysten seit Monaten beschäftigt.
Kreditprogramm für Chip-Käufer
Neben dem eigenen Wachstum treibt Nvidia auch die Finanzierung seiner Kunden voran. Zusammen mit mehreren großen Finanzinvestoren, darunter Blackstone, BlackRock und Goldman Sachs, hat der Konzern ein milliardenschweres Kreditprogramm aufgesetzt, über das Käufer ihre Chip-Anschaffungen finanzieren können.
Huang argumentiert, die Prozessoren seien selbst beleihbare Vermögenswerte – eine Sichtweise, die Kritiker wie Michael Burry als Beleg für zu niedrig angesetzte Abschreibungen in der gesamten Branche werten.
Insider verkaufen, institutionelle Anleger stocken auf
Ein weiterer Baustein für die aktuelle Marktstimmung: Nvidia-Direktor Mark Stevens hat laut einer SEC-Meldung am 3. September gut eine Million Aktien im Gesamtwert von rund 235,6 Millionen Dollar veräußert. Nach der Transaktion hält er noch etwa 28,9 Millionen Aktien, davon gut 11,5 Millionen direkt und der Rest über indirekte Beteiligungen.
Solche Insider-Verkäufe fallen in eine Phase, in der institutionelle Adressen ihre Positionen teils deutlich ausbauen: Der Vermögensverwalter CV Advisors erhöhte seinen Nvidia-Bestand im zweiten Quartal um knapp 30 Prozent, State Street und Geode Capital stockten ebenfalls leicht auf.
Unter den bekannten Investoren zeichnet sich ein gemischtes Bild ab – während Investor David Tepper laut Berichten zukaufte, soll Dan Loeb seine gesamte Position verkauft und George Soros auf fallende Kurse gesetzt haben.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
Trotz der Unsicherheiten rund um Abschreibungen und Kundenkonzentration – drei Großkunden stehen für 44 Prozent des Umsatzes – bleibt das Analystenlager überwiegend zuversichtlich. Cantor Fitzgerald bezeichnet Nvidia als „günstigste“ Compute-Aktie am Markt und nennt ein Kursziel von 350 Dollar.
Der BMO-Analyst Hash Kumar hält an seiner Kaufempfehlung fest und sieht bei einem Kursziel von 340 Dollar mehr als 50 Prozent Aufwärtspotenzial, gestützt auf anhaltende Lieferengpässe bei Speicherchips und Foundry-Kapazitäten. Der Marktkonsens liegt bei einem Kursziel von rund 325 Dollar.
Mit Blick auf den morgigen Auftritt dürfte sich zeigen, ob Huang neue Argumente liefert, um die Skepsis rund um Abschreibungen und Finanzierungsstrukturen zu zerstreuen – oder ob die Debatte über die Nachhaltigkeit der KI-Investitionswelle weiter an Fahrt gewinnt.
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