Nvidia Aktie: Huang wirbt in Berlin für KI-Pakt
Der geplante Industrie-KI-Pakt soll Rechenleistung finanzieren und Unternehmen an Nvidias Technologien binden.

- Bund plant Investitionen im dreistelligen Millionenbereich
- Siemens und Audi wollen mitwirken
- Edge Computing wächst um 27 Prozent
- Nvidia-Aktie schloss bei 214,13 Dollar
Jensen Huang ist in Berlin und hat einen KI-Pakt im Gepäck. Heute Abend wollen der Nvidia-Chef und Kanzler Friedrich Merz zum Auftakt des Gipfels „Invest in Germany“ eine Partnerschaft für Künstliche Intelligenz in der Industrie vorstellen. Vertrag und genaue Summe sind bislang nicht veröffentlicht.
Was der Pakt umfasst
Es geht um physische KI, also Software, die Roboter, autonome Autos und Fabriken steuert. Der Bund will einen dreistelligen Millionenbetrag investieren. Das Geld soll vor allem Rechenzeit bezahlen, etwa in der Industrial AI Cloud der Telekom in München, wo rund 10.000 Blackwell-Chips arbeiten. Nvidia schickt Ingenieure, rund ein Dutzend Firmen will mitmachen, darunter Siemens, Audi und Black Forest Labs.
Für Nvidias Zahlen ist das ein Rundungsfehler. Im zweiten Geschäftsquartal setzte der Konzern 96,22 Milliarden Dollar um, ein Plus von 106 Prozent. Das Segment Edge Computing, in dem Roboter und Autos stecken, wuchs mit 27 Prozent auf 7,20 Milliarden Dollar deutlich langsamer als das Rechenzentrumsgeschäft.
Der Wert liegt woanders: Der Pakt kauft keine Quartalszahl, er bindet Kunden. Wer heute Roboter in Nvidias Simulation anlernt, bestellt morgen die Chips für die Roboter selbst. Huang wirbt mit Souveränität. Entscheidend sei, wer Daten und Anwendungen kontrolliert, nicht wer die Hardware baut. Kritiker halten dagegen, dass kaum jemand den Lieferanten wechselt, der seine Industrie-KI auf Nvidia-Werkzeugen trainiert.
Europa-Woche mit Muster
Berlin ist die vierte Station einer Europa-Tour. In Paris kündigte Huang Beteiligungen an vier französischen Start-ups an, in London stieg Nvidia bei fünf britischen Jungfirmen ein. In Stockholm verteidigte er den Großabnehmer CoreWeave. Am Freitag startete in Berlin der Verkauf der ersten Windows-Laptops mit dem KI-Chip RTX Spark.
Das Ökosystem wächst auch an den Rändern. Der Beratungskonzern Reply erhielt heute die Spezialisierung „Physical AI“ im Nvidia-Partnernetzwerk, unter anderem für ein Robotikprojekt mit der Otto Group. Zudem legt die Nvidia-Beteiligung Iambic Therapeutics einen starken Börsenstart hin. Die Marktkapitalisierung liegt bei gut 1,1 Milliarden Dollar.
Charttechnik und Termine
Die Aktie schloss am Freitag bei 214,13 Dollar. Erster Widerstand ist die 50-Tage-Linie bei rund 223 Dollar. Halt bietet die Aufwärtstrendlinie seit dem April-Tief bei etwa 208 Dollar, darunter die 200-Tage-Linie bei rund 203 Dollar. Fällt sie, wäre der Aufwärtstrend seit dem Frühjahr gebrochen.
Am Mittwoch, 21. Oktober, hält Huang ab 11 Uhr im Berliner Tempodrom die Keynote der Entwicklerkonferenz GTC. Die nächsten Quartalszahlen folgen voraussichtlich am 18. November.
Stand heute, 19. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 19. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.



