Nvidia Aktie: Kapital wird zur neuen Waffe
Nvidia finanziert OpenAI-Rechenzentrum mit bis zu 105 Milliarden Dollar und baut parallel sein Robotik-Geschäft aus. Analysten sehen langen Investitionszyklus.

- Milliardenschwere Finanzierungszusage für OpenAI
- Nvidia beteiligt sich an SB Energy
- Robotik-Kooperation mit LG Electronics vertieft
- Quartalszahlen am 26. August erwartet
Nvidia hat die Technologieführerschaft im KI-Rennen nicht mehr für sich gepachtet. AMD und Google holen auf, eigene Chips der Hyperscaler drängen in den Markt. Also setzt Jensen Huang auf das, was Nvidia im Überfluss besitzt: Geld.
Nach der milliardenschweren Finanzierungsallianz mit Wall-Street-Größen wie Goldman Sachs, Apollo, Blackstone und BlackRock in der Vorwoche folgte am Montag der nächste Schritt.
Nvidia sichert OpenAI bis zu 105 Milliarden Dollar für ein Rechenzentrum in Ohio zu — inklusive einer direkten Beteiligung von 1,5 Milliarden Dollar an SB Energy, dem Softbank-Partner, der die Anlage baut und betreibt. Die Kapazität von zunächst 4,25 Gigawatt soll ab 2028 schrittweise ans Netz gehen, eine Erweiterung um weitere 3,75 Gigawatt ist eingeplant.
Vom Chiphersteller zum Infrastruktur-Financier
Die Strategie dahinter ist simpel: Nvidia will sicherstellen, dass Kunden wie OpenAI überhaupt in der Lage sind, die nötige Infrastruktur zu stemmen — auch wenn deren Bonität und Bilanzkraft mit dem rasanten Wachstum nicht Schritt halten.
Huang selbst brachte es auf den Punkt: Viele KI-Labore hätten zwar enorme Nachfrage und schnell wachsende Umsätze, aber eben keine jahrzehntelangen Infrastrukturverträge oder Investment-Grade-Finanzierungskraft, um sich die nötige Rechenleistung selbst zu sichern.
Möglich macht das eine beeindruckende Kapitalbasis. Der freie Cashflow ist in drei Jahren um das 18-Fache auf 48,5 Milliarden Dollar pro Quartal gestiegen, nach zwölf aufeinanderfolgenden Quartalen mit Umsatzwachstum von über 55 Prozent. Erst im Mai hatte Nvidia die Quartalsdividende von einem Cent auf 25 Cent je Aktie angehoben und ein Rückkaufprogramm über 80 Milliarden Dollar aufgelegt.
Kritiker sprechen bereits von zirkulärer Finanzierung — Nvidia investiere letztlich in die eigene Nachfrage. Analysten von Cantor widersprachen dem am Montag in einer Kundennotiz und werteten den Deal stattdessen als Signal für einen langen, robusten Investitionszyklus, der zusätzliche Wettbewerbsvorteile schaffe.
Parallel dazu: Robotik als zweites Standbein
Während die Rechenzentrums-Milliarden die Schlagzeilen dominieren, baut Nvidia im Hintergrund sein Robotik-Ökosystem aus. LG Electronics vertiefte in dieser Woche die erst am 13. August besiegelte Kooperation und lud Nvidia-Vertreter in seine neue „Data Factory“ in Seoul ein, wo Trainingsdaten für humanoide Roboter über die Nvidia-Plattformen Omniverse, Cosmos und Isaac generiert werden sollen.
BofA bekräftigte am Dienstag seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 350 Dollar und verwies auf die Diversifizierung weg von den Hyperscalern, die zunehmend eigene Chips entwickeln. Auch Cathie Woods Ark Invest stockte am Montag über gleich fünf ETFs die Nvidia-Position um rund 101.000 Aktien im Wert von etwa 22,82 Millionen Dollar auf — bei gleichzeitigem Abbau von AMD- und Palantir-Anteilen.
Der 26. August wird zum Prüfstein für diese Strategie. Dann legt Nvidia Quartalszahlen vor und muss offenlegen, wie viel der milliardenschweren Zusagen an OpenAI und andere Partner tatsächlich als bilanzielles Risiko zu Buche schlägt.
Nvidia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nvidia-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:
Die neusten Nvidia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nvidia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nvidia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




