Nvidia Aktie: KGV auf 2019er-Niveau

Nvidias Kurs-Gewinn-Verhältnis sinkt auf den tiefsten Stand seit 2019, während neue Cloud-Partnerschaften die Marktposition stärken.

Die Kernpunkte:
  • KGV erreicht tiefsten Stand seit 2019
  • Neue Partnerschaft mit Microsoft und Anthropic
  • Wettbewerber Groq sammelt 650 Millionen Dollar ein
  • Quartalszahlen entscheiden über weitere Kursentwicklung

Nach fünf Verlusttagen in Folge steht Nvidia an einem ungewöhnlichen Punkt: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist so niedrig wie zuletzt 2019 — also lange bevor KI als Investmentthema überhaupt auf dem Radar der meisten Anleger war.

Das klingt paradox für ein Unternehmen, das den KI-Infrastrukturmarkt nach wie vor dominiert. Kein Wunder, dass Analysten trotz des Kursrückgangs optimistisch bleiben.

Tief in der Cloud verankert

Was oft untergeht: Nvidia ist längst mehr als ein Chiphersteller. Gestern vermeldete der Konzern eine vertiefte Partnerschaft mit Microsoft und dem KI-Unternehmen Anthropic. Anthropics Claude-Modelle laufen ab sofort auf Nvidias GB300 Blackwell-Ultra-Chips innerhalb von Microsoft Azure. Unternehmen können damit autonome KI-Agenten direkt in der Microsoft-Cloud betreiben.

Das ist keine reine Chip-Transaktion. Es geht um tiefe Integration in die Produktivschichten der KI-Wertschöpfungskette — von der Hardware bis zum Governance-Framework für agentenbasierte Anwendungen. Nvidia sitzt dabei an einem zentralen Knotenpunkt.

Wettbewerb aus der zweiten Reihe

Indes gewinnen Wettbewerber aus der Lieferkette an Aufmerksamkeit. Groq, ein auf KI-Inferenz spezialisiertes Unternehmen, schloss jüngst eine Finanzierungsrunde über 650 Millionen Dollar ab — und hält dabei eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung mit Nvidia für seine Inferenztechnologie. Auch andere Chipwerte haben in den vergangenen Wochen die Nase vorn gehabt, was einen Teil des relativen Rückgangs bei Nvidia erklären könnte.

Der Markt testet gerade, ob die Bewertungsprämie für den Marktführer noch gerechtfertigt ist — oder ob sich das Wachstum breiter verteilt.

Was als Nächstes zählt

Die Antwort dürfte bei den kommenden Quartalszahlen fallen. Nvidia hat zuletzt regelmäßig die Erwartungen übertroffen, die Messlatte liegt entsprechend hoch. Ein KGV auf 2019er-Niveau bietet rechnerisch Puffer — aber nur, wenn das Gewinnwachstum den Erwartungen standhält. Gelingt das, könnte die aktuelle Kursschwäche im Rückblick wie ein Einstiegsfenster aussehen.

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