Nvidia Aktie: Kontrolle über den KI-Stack

Nvidia sichert sich durch strategische Beteiligungen und die neue Rubin-Plattform Einnahmen im KI-Ökosystem, trotz aktueller Kursrückgänge und geopolitischer Risiken.

Die Kernpunkte:
  • Zwei Milliarden Dollar Investition in Marvell Technology
  • Rubin-Plattform startet Serienproduktion für 2026
  • Aktie notiert 20 Prozent unter Allzeithoch
  • Forward-KGV auf niedrigstem Stand seit Jahren

Nvidia baut seine Stellung in der KI-Infrastruktur systematisch aus — nicht nur durch eigene Chips, sondern durch strategische Beteiligungen an Unternehmen, die das Ökosystem drumherum formen. Ende März 2026 kündigte der Konzern eine Partnerschaft mit Marvell Technology an, verbunden mit einer Investition von zwei Milliarden Dollar. Der Deal illustriert, wie Nvidia sicherstellt, dass es auch dann verdient, wenn seine GPUs nicht mehr im Mittelpunkt stehen.

Die Logik hinter dem Marvell-Deal

Kern der Vereinbarung ist NVLink Fusion, Nvidias rack-skalierbare Plattform, die es Drittanbietern erlaubt, eigene Chips in Nvidias proprietäres Verbindungsnetzwerk einzubinden. Marvell liefert dabei kundenspezifische XPUs und kompatible Netzwerktechnik; Nvidia steuert unter anderem den Vera-Prozessor, ConnectX-Netzwerkkarten, BlueField-Datenprozessoren und Spectrum-X-Switches bei. Zusätzlich wollen beide Unternehmen gemeinsam an Silizium-Photonik-Technologie arbeiten.

Die entscheidende Mechanik: Jede NVLink-Fusion-Konfiguration erfordert mindestens eine Nvidia-Komponente — sei es eine CPU, GPU oder ein Switch. Selbst wenn ein Kunde Marvells ASICs einsetzt und Nvidias GPUs ersetzt, bleibt Nvidia im Umsatz. Das Marvell-Investment steht dabei nicht allein: Im März flossen jeweils zwei Milliarden Dollar in die Laserhersteller Lumentum und Coherent, um die Produktion für ko-integrierte Optik in Nvidias Switching-Produkten zu sichern.

Rubin-Plattform und anhaltender Kursdruck

Im Hintergrund läuft Nvidias bislang ambitioniertester Produktzyklus an. Die Rubin-Plattform befindet sich in der Serienproduktion; Rubin-basierte Systeme sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein. AWS, Google Cloud und Microsoft gehören zu den ersten Cloud-Anbietern, die Vera-Rubin-Instanzen einsetzen wollen. Der Vera-Rubin-Superchip — eine Kombination aus Arm-basiertem Vera-Prozessor und Rubin-GPU — soll laut Nvidia fünfmal die Inferenz- und 3,5-mal die Trainingsleistung von Blackwell erreichen. KI-Labore wie Anthropic, Meta, OpenAI und xAI zählen zu den Interessenten.

An der Börse kommt das bislang kaum an. Die Aktie liegt rund 20 Prozent unter ihrem Allzeithoch, heute zwischen 170 und 177 Dollar gehandelt. Zwei Faktoren belasten: geopolitische Unsicherheiten infolge des Krieges im Iran sowie wachsende Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-Investitionszyklen.

Bewertung und Zollrisiko

Die fundamentalen Zahlen stehen dazu im Kontrast. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Rekordumsatz von 68,1 Milliarden Dollar — ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Unternehmen rund 78 Milliarden Dollar Umsatz. Das Forward-KGV liegt bei 19,9 — der günstigste Wert seit zwei Jahren, leicht unter dem des S&P 500. Das durchschnittliche Kursziel der Wall Street beträgt 273,57 Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von mehr als 50 Prozent entspricht.

Ein offenes Risiko bleibt: Die US-Regierung hat einen Zoll von 25 Prozent auf bestimmte Hochleistungschips verhängt, darunter Nvidias H200. Da 53 Prozent des Umsatzes außerhalb der USA erzielt werden, könnten Gegenzölle empfindlich treffen. Bis zum 1. Juli 2026 muss das Handelsministerium dem Präsidenten einen Bericht über den Halbleitermarkt vorlegen — danach sind weitere Zollanpassungen möglich.

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