Nvidia Aktie: Kyber-Start bleibt 2027
Nvidia stellt klar: Der Starttermin für die Kyber-Server-Architektur bleibt in der zweiten Jahreshälfte 2027 bestehen.

- Gerüchte um Kyber-Verzögerung widerlegt
- Starttermin für 2027 bestätigt
- Rechenzentrumsumsatz übertrifft Prognosen
- Robotik-Plattform für Entwickler geöffnet
Ein Bericht über angebliche Verzögerungen bei Nvidias nächster KI-Server-Generation schickte die Gerüchteküche auf Hochtouren. Nvidia reagierte am Dienstag mit einem klaren Dementi. Der Fahrplan für die „Kyber“-Architektur bleibe unverändert bestehen.
Kein Aufschub bei Kyber
Auslöser war ein Bericht von SemiAnalysis. Demnach könnte sich der Kyber NVL144 Server-Rack um mehr als zwölf Monate verzögern, im schlimmsten Fall bis 2028. Als Grund nannten die Analysten technische Probleme mit einer 78-Lagen-Platine im Mittelteil des Systems.
Nvidia widerspricht dieser Darstellung. Laut Unternehmensangaben und Berichten von Seoul Economic Daily und Wccftech bleibt der Starttermin für Kyber in der zweiten Hälfte 2027 bestehen. Das System bündelt 144 Grafikprozessoren pro Rack.
Auch die Vera-Rubin-Ultra-Plattform läuft nach Plan, so der Konzern. Die aktuellen Rubin-Systeme sind bereits in Produktion. Ab Herbst 2026 sollen sie an große Cloud-Partner wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud ausgeliefert werden.
Umsatzstärke trotz Konkurrenzdruck
Die Klarstellung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Kräfteverhältnisse in der Halbleiterbranche verschieben. Nvidias Rechenzentrumsumsatz für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2027 dürfte die Wall-Street-Prognosen um rund 20 Prozent übertreffen. Trotzdem holen andere Player auf.
Samsung Electronics meldete für das zweite Quartal 2026 einen operativen Rekordgewinn von 89,4 Billionen Won, umgerechnet etwa 58,6 Milliarden Dollar. Treiber war die enorme Nachfrage nach KI-Speicherchips. Diese Summe übertrifft sogar Nvidias eigenen bisherigen Quartalsrekord von 53,5 Milliarden Dollar.
Das Signal ist eindeutig: Nvidia dominiert weiterhin die KI-Logikchips, doch das gesamte Ökosystem profitiert kräftig mit. Parallel dazu greift Nvidia mit dem Vera-CPU-Chip den rund 200 Milliarden Dollar schweren CPU-Markt an. Für 2026 rechnet der Konzern hier mit etwa 20 Milliarden Dollar Umsatz.
Robotik und KI-Training als neue Wachstumsfelder
Nvidia baut sein Software- und Robotik-Geschäft weiter aus. Zusammen mit Hugging Face hat der Konzern das Modell Isaac GR00T 1.7 in das LeRobot-Framework integriert. Dieses Basismodell für humanoide Roboter soll Entwicklern einen offenen Zugang zur Robotik-Programmierung bieten. Mehr als drei Millionen Nvidia-Entwickler nutzen die Plattform bereits.
Auf der Software-Seite stellte Nvidia zudem „Nonuniform Tensor Parallelism“ vor, kurz NTP. Diese experimentelle Funktion im Megatron-Core-Zweig ermöglicht ein fehlertolerantes Training großer Sprachmodelle über Tausende Grafikprozessoren hinweg. Fällt eine GPU aus, passt das System die Verteilung automatisch an. Der Mehraufwand bleibt dabei unter einem Prozent.
Aktie bleibt stabil, technisches Bild gemischt
Die Nvidia-Aktie reagierte auf das Dementi kaum. Der Kurs notiert bei 170,92 Euro, ein minimales Plus von 0,04 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Rückgang von 5,57 Prozent zu Buche.
Der Titel liegt derzeit knapp über dem 100-Tage-Durchschnitt von 169,91 Euro, aber deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 181,00 Euro. Vom Rekordhoch bei 202,50 Euro aus dem Mai trennen die Aktie noch 15,60 Prozent. Der RSI von 42,7 deutet auf keine überkaufte oder überverkaufte Lage hin.
Trotz der jüngsten Schwäche bleibt die Jahresbilanz positiv: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 6,10 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Anstieg von 26,59 Prozent. Die nächste Bewährungsprobe für den Kyber-Fahrplan dürfte sich zeigen, sobald erste Details zu Auslieferungsterminen für 2027 konkreter werden.
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